Darstellung und Differenzierung atherosklerotischer Plaques mittels Magnetresonanz
Zusammenfassung
Die bisher in der Diagnostik der Atherosklerose eingesetzten Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel kontrastmittelverstärkte Angiographie, erlaubten lediglich eine Beurteilung des Ausmaßes der atherosklerotischen Veränderungen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht durch Verwendung verschiedener Pulssequenzen eine Gewebecharakterisierung der einzelnen Plaquekomponenten. Das Ziel dieser Studie war, atherosklerotische Plaques mit einem 0,5-Tesla-Magneten darzustellen, einzelne Plaquekomponenten zu charakterisieren und die Ergebnisse mit der Histologie zu vergleichen. Insgesamt wurden 30 Iliakalarterien postmortem untersucht. Die MRT-Untersuchung erfolgte an einem 0,5-T-Magneten unter Verwendung einer 5-cm-Oberflächenspule. T1- und T2-gewichtete Pulssequenzen wurden bei einem Field of View (FOV) von 45 mm angefertigt. Die Repetitionszeiten (TR) betrugen 520 beziehungsweise 2200, die Echozeiten (TE) 29 (T1-gewichtet), 28 und 90 (Protonen- und T2-gewichtet). Die Gefäßstücke wurden anschließend in 4% Formalin fixiert, geschnitten und mit Hämatoxylin/Eosin gefärbt. Die Ergebnisse der MRT-Untersuchungen zeigten, daß eine Differenzierung zwischen fibrösem und cholesterinreichem Plaquegewebe bei Verwendung protonendichter Pulssequenzen möglich war. Die Signalintensität (SI) von fibrösem Plaque nahm von 28,3±3,8 in T1-gewichteten Pulssequenzen auf 49,1±8,2 in T2-gewichteten Pulssequenzen signifikant zu (p>0,0001). Im Gegensatz dazu unterschied sich die SI von cholesterinreichem Plaquegewebe auf T1-gewichteten Pulssequenzen nicht signifikant von der auf T2-gewichteten (28,2±5,4 vs. 25,5±5,9; p=n.s.). Die MRT zeigte insgesamt eine hohe Sensitivität und Spezifität im Vergleich zur histologischen Untersuchung in der Diagnostik von fibröser und lipidreicher Plaque. Zusammenfassend konnte bewiesen werden, daß die MRT in der Lage ist, atherosklerotisches Plaquegewebe zu differenzieren, und durch Verbesserung der Detailauflösung durchaus in der Lage sein könnte, einen wesentlichen Stellenwert in der In-vivo-Diagnostik einzunehmen.
Summary
Magnetic resonance (MR) imaging studies have allowed the imaging of a atheroma, its size, shape, and lipid contents. The aim of our study was to characterize atherosclerotic lesions using a 0.5 T magnet, to delineate plaque components, and to compare MR results with histology. Thirty necropsy specimens of human iliac arteries were studied. Magnetic resonance imaging studies were carried out on a 0.5 Tesla superconducting magnet using a 5 cm surface coil. The position for the coronal MR planes was orientated by an external marker. The matrix size was 256×256, 4 NEX, and the FOV was 45 mm. The pulse sequences used included SE 520/29 and SE 2200/28 and 90. Signal intensity (SI) of fibrous plaques increased significantly from 28.3±3.8 to 49.1±8.2 (p>0.0001) and decreased at SE 2200/90 to 24.1±6.8 (p>0.0001). However, lipid plaque components showed no significant change in SI between T1-weighted pulse-sequences (28.2±5.4) and T2-weighted pulse-sequences (25.5±5.9, p>0.0001). As compared to histology, MR has shown a high sensitivity and specificity in the detection of fibrous and lipid plaque components. In conclusion, our study demonstrated that MR is highly effective in the characterization of atherosclerotic lesions.
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