Advertisement

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie

, Volume 51, Issue 7, pp 836–836 | Cite as

Technik im hohen Lebensalter

  • H. FrohnhofenEmail author
Medien
  • 283 Downloads

Technology in old age

Originalpublikation

H. Künemund, U. Fachinger (Hrsg) Alter und Technik. Sozialwissenschaftliche Befunde und Perspektiven. Springer VS 2018, VII, 220 S., 8 Abb. (ISBN: 978-3-658-21053-3); 44,99 €

Der demografische Wandel stellt unsere Gesellschaft vor ganz neue Herausforderungen. Das gilt auch für die medizinische Versorgung. Das Thema Alter und Technik gewinnt in diesem Kontext sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Forschung immer mehr an Bedeutung. Es gilt die Überzeugung, dass ein Teil der Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, mit dem Einsatz von Technik bewältigt werden kann.

Ein wichtiges Ziel der Implementierung von Technik im Kontext des hohen Lebensalters ist es dabei, die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit älterer Menschen zu erhalten und zu fördern und damit gleichzeitig den Betreuungsaufwand zu reduzieren. Dies ist aber nur ein wichtiger Aspekt dieser Thematik.

Dem Handeln mit Technik im höheren Lebensalter liegen mehrere Muster zugrunde, die beispielhaft genannt seien. Eines dieser Muster kann mit dem Oberbegriff Sicherheit und die Kontrolle der Umwelt beschrieben werden. Hierzu zählen so einfache Anwendungen wie Rauch- oder Gasmelder, die zentrale Verriegelung der Wohnung, eine videogestützte Gegensprechanlage u.v.m. Ein anderes Muster betrifft die Kommunikation, sowohl als Nutzer von Radio‑, Fernseh- oder Internetangeboten, als auch der Kontakt nach außen in sozialen Netzwerken und in der gesundheitlichen Versorgung. Das dritte Muster umfasst die Komfortleistungen von Technik bei der Gebäudetechnik und der Unterhaltung. Ein weiteres Muster wäre das Energiemanagement mit Fernsteuerung der Haustechnik.

Diese Anwendungen werden in Zukunft in den Alltag älterer Menschen Einzug halten oder sind schon am Markt fest etabliert. Alle, die in die Versorgung älterer Menschen einbezogen sind, werden sich intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen. Dabei ergeben sich zahlreiche Fragen und Probleme. Es muss z. B. klar sein, wie wirksam einzelne Maßnahmen sind, wie deren Akzeptanz und Anwenderverhalten bei alten Menschen ist, wie eine Finanzierung aussieht und wie die Datensicherheit gerade bei einer Vernetzung sichergestellt werden kann.

In dem vorgelegten Buch von Künemund und Fachinger werden diese Fragen systematisch in 10 Kapiteln thematisiert. In den ersten 4 Kapiteln werden grundlegende Perspektiven und ökonomische Einschätzungen besprochen. Die folgenden 6 Kapitel berichten über Erfahrungen und Befunde aus Forschungsprojekten. Durch diese Art der Darstellung ist das Buch sehr praxisnah und gibt viele wertvolle und für den Alltag gut brauchbare Anregungen. Es ist für jeden geeignet, der in die Versorgung älterer Menschen eingebunden ist. Die Erfahrungsberichte liefern aber auch dem wissenschaftlich tätigen Gerontologen, Pflegewissenschaftler oder Mediziner wertvolle und wichtige Anregungen Hinweise.

Das Buch ist klar gegliedert und gut lesbar. Es vermittelt einen soliden Einstieg in diese komplexe Materie. Das Buch ist so aufgebaut, dass auch der noch nicht mit der Thematik vertraute Leser problemlos den Einstieg in das Thema findet.

Zusammenfassend wird hier ein Buch vorgelegt, dass praxisnah berufsgruppenübergreifend einen sehr guten Einstieg ist die Thematik Alter und Technik liefert. Diesem Buch ist eine große Leserschaft und weite Verbreitung zu wünschen.

Notes

Interessenkonflikt

H. Frohnhofen gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Fakultät für Gesundheit, Lehrstuhl für GeriatrieUniversität Witten-HerdeckeWittenDeutschland

Personalised recommendations