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Medizinrecht

, Volume 34, Issue 4, pp 272–274 | Cite as

Auskunftspflicht einer Klinik über Adresse eines Mitpatienten

BGB §242; StGB §§34, 203 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 S. 2; LKHG M-V §§32 Abs. 1 35 Abs. 1 Nr. 3
  • BGH, Urt. v. 9.7.2015 – III ZR 329/14 (LG Stralsund)
RECHTSPRECHUNG
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Zusammenfassung

1. Will der Patient eines Krankenhauses vom Träger der (hier in Mecklenburg-Vorpommern gelegenen) Klinik die Adresse eines Mitpatienten erfahren, damit er gegen diesen einen deliktischen Schadensersatzanspruch wegen einer während des Krankenhausaufenthalts begangenen vorsätzlichen Körperverletzung geltend machen kann, so ist der Krankenhausträger grundsätzlich zur Auskunft verpflichtet. Insoweit überwiegt bei der im Rahmen des §35 Abs. 1 Nr. 3 LKHG M-V vorzunehmenden Interessenabwägung regelmäßig das Auskunftsinteresse des Geschädigten das Datenschutzinteresse des Schädigers.

2. Ist die geforderte Mitteilung der Anschrift des Mitpatienten nach dieser Vorschrift erlaubt, scheidet eine Strafbarkeit der die Auskunft erteilenden Person nach §203 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 S. 2 StGB aus.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

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  • BGH, Urt. v. 9.7.2015 – III ZR 329/14 (LG Stralsund)

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