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Der Ophthalmologe

, Volume 97, Issue 3, pp 228–242 | Cite as

Augenbeteiligung bei Graft-versus-Host-Erkrankung nach Knochenmarktransplantation

  • H. Mittelviefhaus
Weiterbildung

Die Graft-versus-Host-Erkrankung (GVHD) ist eine typische Komplikation der Knochenmarktransplantation, bei der immunkompetente Zellen des gespendeten Knochenmarks (Graft) einzelne oder mehrere Organe des Empfängers (Host) angreifen. Zytotoxische T-Lymphozyten wenden sich gegen die Histokompatibilitätsantigen-präsentierenden Zellen des Empfängers und zerstören sukzessive ihre eigene Lebensgrundlage.

Die Graft-versus-Host-Erkrankung führt häufig zu Augenbeschwerden. Leitsymptom ist dabei eine chronische Benetzungsstörung, die außerordentlich starke Beschwerden verursacht. Diagnoseweisend sind eine Chemose, eine hämorrhagische oder noch chartakteristischer eine schwere pseudomembranöse Konjunktivitis. Weitere Komplikationen, die bei Patienten mit Graft-versus-Host-Erkrankung vorkommen, sind Trübungen der Linse, Netzhautblutungen und ischämische Netzhautveränderungen mit Cotton-wool-Flecken, ein Papillenödem sowie eine Reihe sehr unterschiedlicher Infektionen des Auges. Diese letztgenannten Komplikationen sind jedoch nicht auf die Graft-versus-Host Erkrankung, sondern auf die zu ihrer Prophylaxe oder Behandlung durchgeführte immunsuppressive Therapie zurückzuführen.

Wenn dagegen die Bindehaut bei einer Graft-versus-Host-Erkrankung erkrankt ist, spricht dies immer für eine generalisierte Ausbreitung der Immunreaktion und ist damit ein wichtiges Indiz für eine verkürzte Lebenserwartung des Patienten. Es ist deshalb von Bedeutung, das Krankheitsbild und die Therapie der Graft-versus-Host-Erkrankung zu kennen, damit die Augenbeschwerden effektiv gelindert und eine weitere Ausdehnung dieser lebensbedrohlichen systemischen Komplikation der Knochenmarktransplantation verhindert werden kann.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • H. Mittelviefhaus
    • 1
  1. 1.Universitäts-Augenklinik FreiburgDE

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