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Berufliche Zukunftsperspektive von Augenärzten unter 49 Jahren

Eine Umfrage in Deutschland
  • Alexander K. SchusterEmail author
  • Julia Harris
  • Stefan Nickels
  • Bernd Bertram
Originalien
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Zusammenfassung

Fragestellung

Die augenärztliche Versorgung erfolgt in Deutschland überwiegend ambulant, in der Regel ist der erste Ansprechpartner der niedergelassene Augenarzt vor Ort. Im Rahmen dieser Studie sollen die Organisationsstruktur sowie deren Umsetzung und Zukunftsperspektive aus Sicht der jüngeren Augenärzte betrachtet werden.

Methoden

Wir werteten Daten einer Umfrage des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands aus dem Jahr 2016 aus. Alle Mitglieder unter 49 Jahren erhielten einen Online-Fragebogen zu ihrer jetzigen beruflichen Situation, ihrer Zukunftsperspektive (Anstellung, Selbstständigkeit, Organisationsform) sowie zur ambulanten Versorgung.

Ergebnisse

Insgesamt nahmen 508 Personen (54,9 % Frauen, mittleres Alter 40,8 ± 5,8 Jahre, 85 % Fachärzte) an der Umfrage teil. Während die Häufigkeit der Selbstständigkeit und der Anstellung in einer Praxis bei einer Facharzttätigkeit bis zu 5 Jahren ähnlich war (33 % vs. 32 %), war bei Augenärzten mit mindestens 6 Jahren Facharzttätigkeit der Anteil der Selbstständigen deutlich höher (6 bis 10 Jahre: 70 %, >10 Jahre: 74 %); 25 % der Frauen waren in einer Praxis angestellt im Vergleich zu 14 % bei Männern, während mehr Männer als Selbstständige in einer Praxis arbeiten (62 % vs. 43 %). Es gaben 72,3 % der Fachärzte an, in 10 Jahren in der gleichen Beschäftigungsform arbeiten zu wollen. Die Ärzte, die einen Wechsel der Beschäftigungsform planen, streben mehrheitlich (69 %) eine Selbstständigkeit in einer Praxis an.

Schlussfolgerung

Eine fachärztliche Tätigkeit als selbstständiger Augenarzt in einer Praxis wird auch zukünftig von den meisten Augenärzten gewünscht, wobei dieser Wunsch mit längerer Tätigkeit häufiger wird.

Schlüsselwörter

Umfrage Augenärzte Beschäftigungsform Arbeitszeit Geschlecht 

Career prospects for ophthalmologists under 49 years old

A survey in Germany

Abstract

Objective

In Germany, ophthalmological care is mainly provided on an outpatient basis. In general, the first point of contact is the local ophthalmologist. Within the framework of this study the organizational structure as well as its implementation and future prospects were examined from the perspective of younger ophthalmologists.

Methods

Data from a survey conducted by the German Association of Ophthalmologists (Berufsverband der Augenärzte Deutschlands) in 2016 were evaluated. All members under the age of 49 years received an online questionnaire on their current professional situation, their future prospects (e.g. employment, self-employment and organizational form) and on outpatient care.

Results

A total of 508 persons (54.9% women, mean age 40.8 ± 5.8 years, 85% board certified ophthalmologists) took part in the survey. While the frequency of self-employment and employment in a practice was similar for a specialist activity (after board certification) of up to 5 years (33% vs. 32%), the proportion of self-employment was significantly higher for ophthalmologists with at least 6 years of specialist activity (6–10 years: 70%, >10 years: 74%). Of the women 25% were employed in a practice compared to 14% of men, while more men were self-employed in a practice (62% vs. 43%). Of the qualified specialists 72.3% stated that they wanted to work in the same form of employment in 10 years time. The majority (69%) of physicians who planned to change their form of employment aimed for self-employment in a practice.

Conclusion

Most ophthalmologists aimed to work as a self-employed ophthalmologist in a practice in the future. This wish becomes more frequent with longer periods of occupational activity.

Keywords

Survey Ophthalmologist Germany Organizational form Gender 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

A.K. Schuster hat die Stiftungsprofessor für ophthalmologische Versorgungsforschung der Stiftung Auge inne. Er erhält Forschungsgelder und -unterstützung von Heidelberg Engineering, Bayer Vital und Novartis. B. Bertram ist 1. Vorsitzender und J. Harris stellvertretende Geschäftsführerin des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e. V. Finanzielle Interessen: keine im Zusammenhang mit diesem Manuskript. S. Nickels gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Alexander K. Schuster
    • 1
    Email author
  • Julia Harris
    • 2
  • Stefan Nickels
    • 1
  • Bernd Bertram
    • 3
  1. 1.Augenklinik und PoliklinikUniversitätsmedizin MainzMainzDeutschland
  2. 2.Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V.DüsseldorfDeutschland
  3. 3.AugenarztpraxisAachenDeutschland

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