Advertisement

Psychotherapeut

, Volume 57, Issue 1, pp 70–76 | Cite as

Rituelle Gewalt

Umfragestudie zur satanistischen rituellen Gewalt als therapeutisches Problem
  • Ralf KownatzkiEmail author
  • Silvia Eilhardt
  • Brigitte Hahn
  • Anja Kownatzki
  • Ulla Fröhling
  • Michaela Huber
  • Frauke Rodewald
  • Ursula Gast
  • Arbeitsgruppe Rituelle Gewalt Ruhrgebiet Witten
  • Arbeitsgruppe Rituelle Gewalt der International Society for the Study of Dissociation
Psychotherapie aktuell
  • 608 Downloads

„Denn die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“ (Brecht 1928)

Auf die Existenz ritueller Gewalt in destruktiven, insbesondere satanistischen Kulten in Deutschland wird von Journalisten, Psychotherapeuten und Beratungsstellen seit vielen Jahren hingewiesen, aufgrund der fehlenden Nachweisbarkeit wird sie jedoch auch immer wieder infrage gestellt. Die vorgestellte Studie untersucht, ob, in welchem Ausmaß und in welcher Form Psychotherapeuten mit diesem Problem in Berührung kommen. Die Grundgesamtheit aller psychotherapeutisch tätigen Ärzte und Psychologen mit Kassenzulassung (N=1950) im Bereich Regionalverband Ruhr mit einem Einzugsbereich ca. 5,3 Mio. Einwohnern sowie ergänzend in bundesweiten Beratungsstellen (N=334) wurden zu dem Problem „rituelle Gewalt“ im Rahmen ihrer Patientenbetreuung befragt. In die Auswertung gingen NRM=936 Rückmeldungen der Therapeuten (48,0%) und NRM=108 der Beratungsstellen (32,0%)...

Ritual violence

Survey study on satanic ritual violence as a therapeutic problem

Notes

Interessenkonflikt

Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

  1. Bauch W (1999) Satanismus und Polizei. Probleme der Ermittlungsarbeit. Berlin Dial 17:2–1999Google Scholar
  2. Becker T (2008) Organisierte und rituelle Gewalt. In: Fliß C, Igney C (Hrsg) Handbuch Trauma und Dissoziation. Pabst, Lengerich, S 23–37Google Scholar
  3. Brown D, Schefflin AW, Hammond C (1998) Memory, trauma, treatment and the law. An essential reference on memory for clinicians, researchers, attorneys and judges. Wiley & Sons, S 55–65Google Scholar
  4. Christiansen I (2000) Satanismus: Faszination des Bösen. Gütersloher Verlagshaus, GüterslohGoogle Scholar
  5. Christiansen I, Fromm R, Zinser H (2006) Brennpunkt Esoterik, Okkultismus, Satanismus, Rechtsradikalismus. Behörde für Inneres-Jugendbehörde (Hrsg) CoHa, HamburgGoogle Scholar
  6. Christiansen I, Zinser H (2001) Okkultismus und Satanismus, hrsg von der Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt, HamburgGoogle Scholar
  7. Chu JA, Loewenstein R, Dell PF et al (2005) Guidelines for treating dissociative identity disorder in adults (International Society for the Study of Dissociation). J Trauma Dissociation 6(4):69–149CrossRefGoogle Scholar
  8. Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages (1998) Bundestagsdrucksache 13/10950 vom 09.06.1998, S 47Google Scholar
  9. Finkelhor D (1991) Nursery crimes-sexual abuse in day care. In: Core D (Hrsg) Chasing Satan. Gunter, London, S 12Google Scholar
  10. Fraser GA (Hrsg) (1997) The dilemma of ritual abuse: cautions and guides for therapists. American Psychiatric Press, Washington DCGoogle Scholar
  11. Fröhling U (2008) Vater unser in der Hölle. Lübbe-Bastei, Bergisch Gladbach. (1996)Google Scholar
  12. Fröhling U, Huber MF, Rodewald R (2005) Pilotstudie „Rituelle Gewalt in Deutschland“ 1997–2005 Vortrag zur 10. Jahrestagung der ISSD 25.11.2005 Klinikum Wahrendorff/Sehnde (Internetabruf: http://www.renate-rennebach-stiftung.de/studien-zu-ra/index.html; 04.10.2010)Google Scholar
  13. Fromm R (2003) Satanismus in Deutschland. Olzog, MünchenGoogle Scholar
  14. Fuegmann D (2008) Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland. Eine religionswissenschaftliche Untersuchung bei Mitgliedern satanistischer Gruppierungen und gruppenunabhängigen Einzelnen: Hintergründe und Wertvorstellungen. Philosophische Dissertation, Philosophische Fakultät II, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, http://www.opus-bayern.de/uni-wuerzburg/volltexte/2008/2690. Gesehen 01.08.2010Google Scholar
  15. Gast U, Rodewald F, Hofmann A et al (2006) Die Dissoziative Identitätsstörung – Häufig fehldiagnostiziert. Dtsch Arztebl 103:3193–3200Google Scholar
  16. Grandt G, Grandt M (1995) Schwarzbuch Satanismus – Innenansichten eines religiösen Wahnsystems. Pattloch, AugsburgGoogle Scholar
  17. Greul L (2009) Möglichkeiten und Grenzen der polizeilichen Ermittlungstätigkeit und Beweisführung bei dissoziativen Identitätsstörung und rituellem Missbrauch. In: Luise Greuel L, Petermann A (Hrsg): Macht – Familie – Gewalt(?). Pabst, Berlin, S 183–208Google Scholar
  18. Herrmann-Pfandt A (2009) Das Menschenopfer: Zur religionswissenschaftlichen Systematik eines ungeliebten Phänomens. In: Beilke-Vogt I, Biermann F (Hrsg) Glaube – Aberglaube – Tod: Vom Umgang mit dem Tod von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit. Ethnogr Archaeol Z 50:53–65Google Scholar
  19. Huber M (1995) Multiple Persönlichkeit. Fischer Tb, Frankfurt aMGoogle Scholar
  20. http://www.Bistum Muenster-Sekten und Weltanschauungsfragen: Datenerhebung zur Situation ritueller Gewalt in Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein Westfalen. Erweiterte Replikation der Studie des Arbeitskreises „Rituelle Gewalt in NRW“. Gesehen 27.09.2010Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 2010

Authors and Affiliations

  • Ralf Kownatzki
    • 1
    Email author
  • Silvia Eilhardt
    • 2
  • Brigitte Hahn
    • 3
  • Anja Kownatzki
    • 4
  • Ulla Fröhling
    • 5
  • Michaela Huber
    • 6
  • Frauke Rodewald
    • 7
  • Ursula Gast
    • 8
  • Arbeitsgruppe Rituelle Gewalt Ruhrgebiet Witten
  • Arbeitsgruppe Rituelle Gewalt der International Society for the Study of Dissociation
  1. 1.-DuisburgDeutschland
  2. 2.Amt für Jugendhilfe und SchuleWittenDeutschland
  3. 3.Fachstelle Sekten- und WeltanschauungsfragenBistum MünsterMünsterDeutschland
  4. 4.-EssenDeutschland
  5. 5.-HamburgDeutschland
  6. 6.-KasselDeutschland
  7. 7.AMEOS KlinikumHildesheimDeutschland
  8. 8.-Flensburg/SchleswigDeutschland

Personalised recommendations