Psychotherapeut

, Volume 49, Issue 5, pp 341–349

Libidostörungen

Diagnostische Abklärung und Behandlung
Originalien

DOI: 10.1007/s00278-004-0391-0

Cite this article as:
Gnirss-Bormet, R. Psychotherapeut (2004) 49: 341. doi:10.1007/s00278-004-0391-0

Zusammenfassung

Individuelle Probleme, Störungen in der Partnerschaft und in deren Umfeld, körperliche Behinderungen und gesellschaftliche Einflüsse können zu sexuellen Problemen führen. Nach der Beschreibung sexuellen Begehrens wird definiert, was unter einer Libidostörung zu verstehen ist. Es wird diskutiert, weshalb Libidostörungen in den letzten Jahrzehnten häufiger wurden und warum vor allem Frauen wegen Libidostörungen in Behandlung kommen. Anhand von zwei Fallbeispielen werden unterschiedliche Ursachen aufgezeigt. Ein systemischer Zugang führt in beiden Fällen zu einer neuen Beschreibung des Problems, die eine rasche Veränderung ermöglicht. Es folgt ein systematischer Überblick über die biologischen, psychischen und sozialen Ursachen von Libidostörungen. In tabellarischer Form werden wichtige Aspekte der Abklärung und Beratung dargestellt. Es folgt eine Zusammenstellung von Fragen, die Patienten und Therapeuten helfen können, über das oft mit Sprachlosigkeit verknüpfte Symptom „Lustlosigkeit“ ins Gespräch zu kommen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Abschließend wird ausgeführt, wie das gemeinsame Verstehen des Symptoms Schuld-, Scham- und Versagensgefühle abbauen und Ressourcen freisetzen kann.

Schlüsselwörter

Sexualität Sexuelle Funktionsstörungen Psychotherapie Kulturelle Einflüsse Libidomangel 

Libidinal disturbances

Diagnostics and treatment

Abstract

Individual problems, difficulties in the partnership, handicaps of the body and the influence of the society contribute to sexual problems. In this article sexual desire und sexual desire disorders are defined. Reasons for the increase in sexual desire disorders over the last twenty years especially among women are discussed. Two clinical cases show different causes of hyposexual desire and the resulting difficulties in the relationship. Using a systemic approach the patients learn new definitions of their problem, which are more useful to solve the problem of not wanting to want. Afterwards the author tries to show the many psychosomatic reasons of disturbed sexual desire to help to see this problem from different points of view. Finally, a list of questions is presented, that may help to clarify the personal reasons of desire disorders and may help to find out the next useful steps to solve the problem. Understanding individual reasons and clarifying the influence of society can help to diminish feelings of anxiety, shame and guilt.

Keywords

Sexuality Sexual disorders Psychotherapy Cultural influences Desire disorder 

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2004

Authors and Affiliations

  1. 1.Sexualmedizinische Sprechstunde, Departement für FrauenheilkundeUniversitätsspital Zürich
  2. 2.Sexualmedizinische Sprechstunde, Departement für FrauenheilkundeUniversitätsspital ZürichZürichSchweiz

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