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Rechtsmedizin

, Volume 29, Issue 1, pp 48–50 | Cite as

Autobahnleiche mit Schnittwunden am Hals – Unfallfolge, Suizid oder Tötung?

  • K. FeldEmail author
  • K.-H. Schiwy-Bochat
  • M. A. Rothschild
Der besondere Fall im Bild
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Zusammenfassung

Ein 55 Jahre alter Mann wurde leblos auf einer Bundesautobahn neben seinem Pkw aufgefunden, mit 3 klaffenden Schnittwunden an der linken Halsseite. Zunächst wurde von einem Suizid oder einer Tötung des Mannes ausgegangen. Unter der Obduktion stellten sich die Verletzungen teilweise mit einem feinen Schürfsaum und unregelmäßigen Wundrändern dar. Todesursächlich war eine verletzungsbedingte Polytraumatisierung mit Blutaspiration. Im Rahmen weitergehender Ermittlungen konnte ein Lkw mit scharfkantigen Beschädigungen an der rechten Fahrzeugfront sichergestellt werden. Die Verletzungen an der Leiche konnten mit den Bruchstücken am Lkw in Einklang gebracht werden, sodass im Ergebnis von einem unfallbedingten Kontakt des Mannes mit dem Lkw auszugehen war.

Schlüsselwörter

Verkehrsunfall Ungewöhnliche Verletzungen Polytrauma Unfallrekonstruktion Scharfe Gewalt 

“Autobahn corpse” with lacerations on the neck—result of traffic accident, suicide of homicide?

Abstract

A 55-year-old man was found lifeless next to his car on an autobahn. On the left side of the neck there were huge gaping laceration type wounds. During the autopsy the injuries were found to partially have fine abrasions at the border and irregular margins of the wounds. The cause of death was named as injury-related polytrauma with inhalation of blood. During the further investigations a truck was seized, which showed sharp-edged damage to the metal on the right front of the vehicle. The injuries on the corpse were consistent with the ragged damaged edges on the truck so that this could be interpreted as a form of unusual and accident-related contact of the man with the truck.

Keywords

Accident Unusual injury Polytrauma Accident reconstruction Sharp force 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

K. Feld, K.-H. Schiwy-Bochat und M.A. Rothschild geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Untersuchungen erfolgten unter Einhaltung der Vorgaben der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für RechtsmedizinUniversitätsklinikum KölnKölnDeutschland

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