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Arthroskopie

, Volume 32, Issue 6, pp 391–391 | Cite as

Allografts

  • W. HacklEmail author
  • B. Waibl
Einführung zum Thema
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Allografts

Im amerikanischen Raum ist die Verwendung von Allografts im muskuloskeletalen Bereich schon seit vielen Jahren eine etablierte Behandlungsmethode. So erfolgten in den USA. beispielsweise bereits im Jahr 2013 etwa 40 % der primären vorderen Kreuzbandrekonstruktionen und 80 % der Bandrevisionen mittels Allografts [1].

Im deutschsprachigen Raum hinkt die Verwendung von Allografts hingegen stark hinterher. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend: Erstens ist die rechtliche Situation in den drei Ländern Österreich, Schweiz und Deutschland zu wenig bekannt und signifikant unterschiedlich, wodurch für den Anwender ein hohes Maß an Unsicherheit entsteht. Zweitens resultieren im Vergleich zur Verwendung von Autografts zusätzliche Kosten, welche dem Krankenhausträger anfallen und in Zeiten der globalen Einsparung im Gesundheitswesen schwer abzubilden sind, vor allem im routinemäßigen Einsatz.

Ziel dieses Heftes ist deshalb zum einen die übersichtliche Darstellung der gesetzlichen Grundlagen in den einzelnen Mitgliedsländern der AGA.

Für den Anwender ist die Kenntnis der verschiedenen Prozessierungsverfahren von besonderer Bedeutung

Da Allografts vor ihrem Gebrauch stets physikalisch und chemisch prozessiert werden müssen, um potenziell pathogene Organismen zu eliminieren, ist es für den Anwender von besonderer Bedeutung, diese verschiedenen Prozessierungsverfahren zu kennen, um ihren Einfluss auf das biologische Potenzial des Allografts abschätzen zu können. Besonders die in Deutschland geforderte Sterilisation von Allografts torpediert hierbei die Graft-Biologie. So sollen die verschiedenen Allograft-Typen inklusive der Prozessierungsverfahren unter Berücksichtigung der biologischen Konsequenzen erläutert werden.

Anhand der weiteren Beiträge im Heft sollen praktische Anwendungsmöglichkeiten von Allografts aufgezeigt werden, welche das orthopädische Spektrum substanziell erweitern.

Allografts sind die am häufigsten verwendeten Gewebespenden in der Unfallchirurgie

Die Verwendung von Allografts in der Kreuzbandchirurgie ist die häufigste Anwendung von Gewebespenden in der Unfallchirurgie. Auch das Für und Wider der Verwendung von tendinösen Allografts wird aufgearbeitet.

Die immer häufiger erforderlichen Knieprothesenwechsel führen nicht selten zu Insuffizienzen des Streckapparats, welche erfolgreich mittels Streckapparat-Allografts rekonstruiert werden können. Der Artikel aus Zürich fasst die praktische Umsetzung sehr übersichtlich zusammen.

Dr. William Bugbee aus San Diego hat sich erfreulicherweise bereiterklärt, seine große Erfahrung mit osteochondralen Allografts zu teilen, welche hinsichtlich ihrer Aufbereitung und dem Indikationsspektrum ein ganz besonderes Grenzgebiet der Gelenkrekonstruktion darstellen.

Der Einsatz rein knöcherner Allografts stellt hinsichtlich ihrer Prozessierung und Funktion einen Sonderfall dar. Besonders bei den immer häufiger angewandten, sog. aufklappenden Osteotomien stehen dem Anwender, neben autologem Material vom Beckenkamm, verschiedene Füllmaterialien zur Verfügung. Unter besonderer Berücksichtigung ossärer Allografts beleuchtet ein weiterer Artikel diesen nicht ganz unwichtigen Aspekt dieser Transplantate.

Es sollen aber auch insofern Grenzen aufgezeigt werden, dass die Versagensquote in manchen Bereichen nicht unwesentlich ist. Dies wird in der Kasuistik behandelt.

Wir hoffen, Ihnen mittels dieses Themenhefts und der ausgewählten Artikel einen interessanten und praxisrelevanten Überblick zum Thema geben zu können und wünschen Ihnen wie immer eine spannende Lektüre.

Dr. med. Bernhard Waibl

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hackl

Notes

Interessenkonflikt

W. Hackl und B. Waibl geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

  1. 1.
    Hulet C, Sonnery-Cottet B, Stevenson C, Samuelsson K, Laver L, Zdanowicz U, Stufkens S, Curado J, Verdonk P, Spalding T (2019) The use of allograft tendons in primary ACL reconstruction. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 27(6):1754–1770.  https://doi.org/10.1007/s00167-019-05440-3. Epub 2019 Mar 4CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Department für OrthopädieMedizinische Universität InnsbruckInnsbruckÖsterreich
  2. 2.Praxis Cartilage CareBernSchweiz

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