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Aktuelle Aspekte und Therapiestrategien in der medikamentösen ambulanten uroonkologischen Therapie

Current aspects and medication therapy strategies for out-patient uro-oncological therapy

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Das zunehmende Verständnis molekularer Mechanismen der Krebsentstehung und die darauf aufbauenden Behandlungsprinzipien erfordern die kontinuierliche Optimierung der praktischen Tumortherapie. In den letzten Jahren sind durch die Einführung von neuen hochwirksamen Medikamenten zur Chemo- und/oder zielgerichteten Therapie gegen zelluläre Strukturen (z. B. mit Antikörpern oder „small molecules“ zur Signaltransduktions- und Tyrosinkinaseinhibition) die onkologischen Therapiemöglichkeiten erheblich erweitert worden. Erweitert wurden gleichzeitig auch die Indikationen für diese neuen Therapieformen. Verschiedene Kombinationen mit unterschiedlichen Substanzgruppen wurden neoadjuvant oder adjuvant, teils über Jahre, bei Patienten fast aller Risiko- oder Altersgruppen zum Einsatz gebracht.

Die Durchführung dieser modernen onkologischen Therapien – und das darf man nicht vergessen – ist jedoch nur mit Hilfe einer symptomorientieren Begleittherapie möglich. Darüber hinaus müssen die z. T. erheblichen Nebenwirkungen dieser Therapieverfahren antizipiert und nach Möglichkeit primär vermieden oder zumindest gemindert werden. Ohne Supportivtherapie sind moderne Chemo-, Immun- oder Antikörpertherapien nicht möglich. Kenntnisse über die supportiven Therapiemöglichkeiten sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche medikamentöse onkologische Therapie (vgl. Bommer et al. in dieser Ausgabe).

Die Vielzahl neuer Erkenntnisse auf diesem Gebiet und die Notwendigkeit, Therapiestandards ständig zu überprüfen und diese immer wieder neu im Sinne der „evidence based medicine“ festzulegen, hat die Herausgeber veranlasst, das Thema im vorliegenden Heft mit den nachfolgend skizzierten Beiträgen detailliert darzustellen.

Im Beitrag „Behandlung von medikamentenassoziierten Nebenwirkungen“ werden chemotherapieassoziierte Infektionen, gastrointestinale Symptome und die Behandlung von Emesis dargestellt. Dabei wird versucht, konkrete Handlungsanweisungen zu formulieren.

Die heute zum Einsatz kommenden aggressiven Chemotherapiekombinationen führen häufig zu ausgeprägter Hämatotoxizität, Übelkeit/Erbrechen sowie Fatigue-Syndrom. Die Möglichkeiten und Grenzen einer „palliativ-supportiven Therapie mit Blut und Blutkomponenten“, Wachstumsfaktoren, Antiemetika etc. werden von Bommer et al. hervorragend dargestellt.

Herr Finter (Ulm) hat das wichtige Thema der Therapiemöglichkeiten beim hormonrefraktären Prostatakarzinom und der möglichen Zweitlinienbehandlung in einer ausgezeichneten Arbeit dargelegt. Hier ergeben sich aktuell neue Perspektiven auf dem Gebiet der Chemotherapie. Alle darüber hinausgehenden Denkansätze werden diskutiert, auch wenn sie für die praktische klinische Tätigkeit im Moment noch nicht umsetzbar sind.

In dem Artikel von T. Schöller et al. werden Aspekte und Möglichkeiten der Komplementärmedizin in Bezug auf die Uroonkologie aufgezeigt.

Die intravesikale Therapie des Urothelkarzinoms der Blase wird entsprechend der aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften umfassend dargestellt (J. Simon).

In Bezug auf das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom wird eine Up-to-date-Übersicht von M. Ringhoffer et al. unter Berücksichtigung der aktuellen Leitlinien und der neuesten interdisziplinären Ergebnisse, die auf dem ASCO 2009 in Orlando präsentiert wurden, gegeben.

Abschließend wurde in einem Beitrag die Zytostatikaparavasation, eine für den aktiv tätigen Onkologen wichtige Thematik, die insbesondere bei nicht sachgemäßem Einsatz der Antidote erhebliche forensische Konsequenzen haben kann, unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur ausführlich aufgearbeitet.

Das aktuelle Heft ist gedacht, dem onkologisch tätigen Urologen in Klinik und Praxis den neuesten Stand des Wissens hinsichtlich der aktuellen ambulanten Tumortherapie bei urologischen Malignomen zur Verfügung zu stellen. Insgesamt haben die Autoren eine ausgezeichnete Standortbestimmung gegeben, die uns bei der Beratung und Behandlung unserer Patienten von großer Hilfe sein wird.

L. Rinnab

R. Küfer

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Correspondence to PD Dr. L. Rinnab or Prof. Dr. R. Küfer.

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Rinnab, L., Küfer, R. Aktuelle Aspekte und Therapiestrategien in der medikamentösen ambulanten uroonkologischen Therapie. Urologe 48, 1261–1262 (2009). https://doi.org/10.1007/s00120-009-2102-5

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