Antagonisteninduzierte Opiatentgiftung Erfahrungsbericht zur klinischen Anwendung sowie zum kurz- und mittelfristigen Verlauf
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Zusammenfassung
In einer Einrichtung zur stationären niederschwelligen Entgiftung wurde an 5 nicht selektierten Patienten mit der Diagnose einer Polytoxikomanie die antagonisteninduzierte Opiatentgiftung durchgeführt. Ziel war es, die Durchführbarkeit dieses Entgiftungsverfahrens bei nicht monovalent opiatabhängigen und sozial wenig integrierten Patienten zu untersuchen und Erfahrungen über die Auswirkungen auf den Verlauf zu gewinnen. Die Intensiventgiftungsphase in Narkose verlief in allen Fällen komplikationslos. Entzugserscheinungen wurden anschließend bei allen Patienten über mehrere Tage beobachtet. Während der stationären Behandlung konnte keiner der Patienten zu einer weiterführenden Entwöhnungstherapie motiviert werden. Nach Entlassung aus der stationären Behandlung, die zumeist vorzeitig auf Wunsch der Patienten erfolgte, wurde das ambulante Behandlungsangebot nicht genutzt. Im weiteren Verlauf erlitten alle Patienten nach relativ kurzer Zeit einen Rückfall; 3 von 5 stellten sich zu einer erneuten Entgiftungsbehandlung vor.
Summary
In a special inpatient unit for detoxification treatment of illicit drugs, antagonist-induced opiate detoxification was studied in five nonselected inpatients with polytoxicomanic abuse. The purpose was to evaluate the feasibility of this detoxification method and its impact on further reaction to treatment. During rapid detoxification under general anesthesia in an intensive care unit, no complications occurred. Withdrawal symptoms were observed in all patients over several days. During the inpatient period, no patient could be motivated to take part in a longer rehabilitation therapy. Most patients were discharged prematurely on their own demand and none made use of the rehabilitation program offered to them. All patients relapsed after relatively short times and three out of five presented for a new detoxification treatment.