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Der Nervenarzt

, Volume 71, Issue 4, pp 231–237 | Cite as

Schlaganfall Möglichkeiten der Primärprävention

Möglichkeiten der Primärprävention
  • P. Berlit
Übersicht

Zusammenfassung

Während Lebensalter, Geschlecht und genetische Faktoren nicht modifizierbare Risikofaktoren des Schlaganfalls darstellen, bestehen für den Großteil der vaskulären Risikofaktoren Interventionsmöglichkeiten, die eingesetzt werden sollten, bevor es zum Auftreten neurologischer Symptome kommt (Primärprävention). Bei der arteriellen Hypertonie ist eine Risikoreduktion bezüglich eines Schlaganfalls um bis zu 50% möglich. Die optimalen Blutdruckwerte liegen bei 135/85 mmHg. Das Einstellen eines Nikotinabusus sowie regelmäßige körperliche Bewegung (mindestens 2×30 min Ausdauersport/Woche) reduzieren das Hirninfarktrisiko deutlich.

Bei der Ernährung sollte auf einen hohen vegetarischen Anteil mit weitgehendem Verzicht auf tierisches Eiweiß geachtet werden; der Genuss von Wein in geringen Mengen ist erlaubt. Eine Hyperhomocysteinämie kann durch Folsäuregabe kompensiert, eine Hypercholesterinämie durch die medikamentöse Behandlung mit Statinen wirkungsvoll korrigiert werden. Niedrig dosierte Hormonpräparate (Östrogenanteil <50 μg) erhöhen das Schlaganfallrisiko nicht, können sogar postmenopausal eine Hypercholesterinämie – sofern die Triglyceride im Normbereich liegen – korrigieren. Eine Gewichtsnormalisierung ist sowohl im Hinblick auf die Glukosetoleranz als auch bei Fettstoffwechselstörungen entscheidend. Während eine Primärprophylaxe mit Thrombozytenaggregationshemmern bzw. durch eine Thrombendarteriektomie der A. carotis in aller Regel nicht indiziert sind, gilt die absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern als Indikation für eine niedrig dosierte Antikoagulation.

Schlüsselwörter Antikoagulation Hypercholesterinämie Hyperhomocysteinämie Primärprävention Risikofaktoren Schlaganfall 

Summary

Age, gender, race, and genetic factors count among the nonmodifiable risk factors for stroke. But primary prevention is possible through modification of other vascular risk factors. The treatment of arterial hypertension, with optimal values around 135/85 mmHg, reduces the risk of stroke by 50%. A significant risk reduction for ischemic stroke is possible with at least 30 minutes of physical activity twice a week, cessation of cigarette smoking, and treatment of hypercholesterolemia with statins.

Dietary measures should include a reduction of animal proteins, normalization of body weight and a large amount of fruit and vegetables; small amounts of wine are allowed. A hyperhomocystinemia is treated with folic acid. Low dose estrogens (<50μg) do not increase the risk of ischemic stroke in young females, but are capable of reducing hypercholesterolemia in postmenopausal women if triglycerides are normal. Neither primary prevention of stroke with antiagreggants nor surgery for asymptomatic carotid artery stenoses is recommended as preventive treatment, but low dose anticoagulation is the prophylaxis of choice for atrial fibrillation.

Key words Anticoagulation Homocystinemia Hypercholesterolemia Primary prevention Risk factors Stroke 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • P. Berlit
    • 1
  1. 1.Neurologische Klinik mit Klinischer Neurophysiologie (Leiter: Prof.Dr.med.Peter Berlit), Alfried Krupp Krankenhaus, EssenDeutschland

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