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Der Nervenarzt

, Volume 70, Issue 4, pp 342–348 | Cite as

Zerebrale Ischämien als Erstmanifestation neoplastischer Veränderungen niedriger Malignität 2 Fallberichte und Übersicht über die Literatur

2 Fallberichte und Übersicht über die Literatur
  • K. Jahn
  • T. Pfefferkorn
  • M. Gropp
  • G. Hamann
  • H.-W. Pfister
Ergebnisse & Kasuistik

Zusammenfassung

Thrombembolische Komplikationen treten paraneoplastisch bei malignen Erkrankungen auf und tragen zu Morbidität und Mortalität bei. In einigen Fällen sind Hämostasestörungen die erste Manifestation eines neoplastischen Prozesses. Wir beschreiben die Fälle von zwei Patientinnen mit zerebralen und extrazerebralen Gefäßverschlüssen, bei denen nach der Gefäßmanifestation epitheliale Tumoren mit niedrigem Malignitätspotential (Borderline-Tumoren) an Ovar und Peritoneum diagnostiziert wurden. Paraneoplastische Hämostasestörungen sind bei diesen Tumoren mit per se guter Prognose bisher nicht beschrieben worden. In einem Fall führte die Tumorentfernung zum Sistieren der Gerinnungsstörung. Die zweite Patientin starb wenige Tage nach den ersten Symptomen an den Folgen multipler Gefäßverschlüsse. Bei Schlaganfällen unklarer Ätiologie sollte auch an eine paraneoplastische Genese gedacht werden. Besonders wahrscheinlich ist die Diagnose bei rezidivierenden venösen und arteriellen Gefäßverschlüssen in verschiedenen Körperregionen und bei der Resistenz auf die Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten. Eine sorgfältige Gerinnungsdiagnostik und ein Tumorsuchprogramm sind in diesen Fällen zu empfehlen.

Schlüsselwörter Schlaganfall Paraneoplastische Hämostasestörung Trousseau-Syndrom Ovarialtumor Atypische Endosalpingiose 

Summary

Thrombembolic events as paraneoplastic complications in malignant disease account for severe morbidity and mortality in these patients. In some cases disturbance in hemostasis is the first manifestation of a neoplastic process. We report the cases of two patients with cerebral and extracerebral vessel occlusions, in whom epithelial tumors of low malignant potential (borderline-tumors) of ovar and peritoneum were diagnosed later on. In one case the removal of the tumor stopped the coagulation problems. The second patient died a few days after the first symptoms with devastating multiple vessel occlusion. In stroke of unknown aetiology a paraneoplastic process should be kept in mind. The diagnosis is more probable with recurrent thrombembolism in different body regions and when warfarin therapie was ineffective. Thoughtful coagulation studies and a tumor search program is recommended in these cases.

Key words Stroke Paraneoplastic hemostasis Trousseau’s syndrom Ovarian tumor Atypical endosalpingiosis 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • K. Jahn
    • 1
  • T. Pfefferkorn
    • 1
  • M. Gropp
    • 2
  • G. Hamann
    • 1
  • H.-W. Pfister
    • 1
  1. 1.Neurologische Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilian-Universität München, Klinikum Großhadern, MünchenXX
  2. 2.Frauenklinik im Klinikum Großhadern, MünchenXX

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