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Der Nervenarzt

, Volume 71, Issue 1, pp 54–57 | Cite as

Dopaminhypothese der Schizophrenien Neue Befunde für eine alte Theorie

Neue Befunde für eine alte Theorie
  • A. Heinz
Aktuelles

Zusammenfassung

Die Dopaminhypothese der Schizophrenien gründet sich auf die Beobachtung der neuroleptikabedingten Blockade zentraler Dopamin-D2-Rezeptoren. Bildgebende Studien zeigten jedoch keine Erhöhung der zentralen Dopaminrezeptoren. Mit einer neuartigen Verfahrensweise konnte jetzt die Arbeitsgruppe von Laruelle und Abi-Dargham an der Columbia Universität zeigen, dass bisher unmedizierte schizophrene Patienten eine erhöhte Dopaminkonzentration in den striären Synapsen aufweisen. Das endogene Dopamin konkurriert mit dem Radioliganden um die Bindung am D2-Rezeptor; die Blockade der Dopaminproduktion führte bei bisher unbehandelten schizophrenen Patienten zu einem stärkeren Anstieg der Bindung des infundierten Radioliganden an zentrale D2-Rezeptoren als dies bei den gesunden Kontrollpersonen der Fall war, was auf erhöhte synaptische Dopaminkonzentrationen bei diesen Patienten hinweist. Auch bei medikationsfreien, aber bereits früher mit Neuroleptika behandelten Patienten stieg die D2-Bindung stärker an als bei Kontrollpersonen, zudem war bei diesen Patienten die Dichte der striären D2-Rezeptoren erhöht, wahrscheinlich als Ausdruck einer Gegenregulation im Rahmen der früheren neuroleptischen Therapie. Die Studie ist ein entscheidender Hinweis auf das Vorliegen einer erhöhten dopaminergen Neurotransmission bei schizophrenen Patienten.

Schlüsselwörter Synaptische Dopaminkonzentration phasische Dopaminfreisetzung SPECT IBZM AMPT 

Summary

The dopamine hypothesis of schizophrenia was based on the neuroleptical blockade of central dopamine D2 receptors. Brain imaging studies, however, generally failed to demonstrate a significant increase in central D2 receptors among schizophrenic patients. Using a novel approach, the group of Laruelle and Abi-Dargham was now able to demonstrate that schizophrenic patients have increased synaptic dopamine concentrations in the striatum. Endogenous dopamine competes with a radioligand for binding at dopamine D2 receptors; compared to healthy control subjects, blockade of dopamine production in neuroleptic-naive schizophrenic patients induced a significantly higher increase in D2 binding of the infused radioligand, indicating higher endogenous synaptic dopamine. A similar increase in D2 binding was also observed in drug-free schizophrenics who had previously been treated with neuroleptics; these patients also showed an increased density of striatal D2 receptors, most likely due to counteradaptive upregulation of D2 receptors during neuroleptic medication. The Columbia study provides an important indication of hyperdopaminergic function in schizophrenia.

Key words Synaptic dopamine concentration phasic dopamine release SPECT IBZM AMPT 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • A. Heinz
    • 1
  1. 1.Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, MannheimDE

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