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DGPPN-Kongress 2018 – Die Zukunft im Blick

  • A. Deister
Einführung zum Thema
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German Society for Psychiatry, Psychotherapy and Psychosomatics (DGPPN) congress 2018–A view to the future

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bevor ich darauf eingehe, was Sie in diesem Heft erwartet, möchte ich Sie einladen, mich bei einer kleinen Zukunftsvision zu begleiten. Sie wurden möglicherweise schon häufiger mit der Frage konfrontiert, wie Sie sich Ihre Zukunft in fünf Jahren vorstellen. Ich möchte den Fokus heute mal verändern: Wo sehen Sie die Psychiatrie in 10, 20 oder sogar in 30 Jahren? Welche Rolle werden wir als Psychiater und Psychotherapeuten bei der Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen (noch) spielen? Wie werden z. B. Digitalisierung und Globalisierung unsere täglichen Aufgaben beeinflussen?

Uns ist es wichtig, solche Fragen zu diskutieren und in der Konsequenz aktiv und überlegt auch in kommenden Zeiten Einfluss zu nehmen. Darum steht die Zukunft der Psychiatrie und die unserer Profession im Zentrum des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Dort erwarten wir Zukunftsvisionäre, kreative, konstruktive und kritische Stimmen, die sich mit den Herausforderungen und Chancen für unser Fach auseinandersetzen. Bei all dem verlieren wir selbstverständlich auch die Gegenwart und Vergangenheit nicht aus dem Blick. So sind z. B. unsere renommierten State-of-the-art-Symposien sowie die historische Aufarbeitung der Psychiatriegeschichte wie gewohnt wesentlicher Bestandteil des Kongressprogramms.

In diesem Sinne möchten wir Ende November unter dem Motto „Die Psychiatrie und Psychotherapie der Zukunft“ gemeinsam mit Ihnen in den Austausch kommen. Mit einer Kombination vielfältiger Veranstaltungsformate und einem breiten Themenangebot aus Praxis und Wissenschaft schauen wir auf unser Fach und über den Tellerrand hinaus. Immer mit dem Ziel vor Augen, die Expertise der verschiedenen Bereiche und Professionen der Psychiatrie zu bündeln, weiterzugeben und dadurch die Zukunft unseres Faches zu gestalten.

Zukunftsszenarien zeigen die Entwicklungsmöglichkeiten der Psychiatrie

Mit den Beiträgen der aktuellen Ausgabe von Der Nervenarzt möchte ich Ihnen nun einen Vorgeschmack auf unser Kongressprogramm im November geben:

Zunächst freue ich mich, Sie auf den CME-Beitrag von K. Domschke hinzuweisen. Sie erläutert die Rolle epigenetischer Mechanismen bei der Entstehung psychischer Erkrankungen und schildert Möglichkeiten der epigenetischen Modifikation durch Pharmako- und Psychotherapie. Dabei hebt sie das Potenzial dieses Forschungszweiges für die Zukunft unseres Faches hervor. Auch unseren diesjährigen DGPPN-Kongress wird K. Domschke mit einer spannenden Lecture zum Thema bereichern.

S. Priebe beschäftigt sich in seinem Artikel mit der Zukunft der Psychiatrie in Europa und fasst dabei insbesondere den Zeitraum der kommenden 30 Jahre ins Auge. Ausgehend von einem historischen Überblick der Psychiatriegeschichte, skizziert er fünf Zukunftsszenarien und überlegt, wie sich die Psychiatrie für die Zukunft stark machen kann. Zur Fortsetzung der Auseinandersetzung mit und Diskussion zu diesem Thema freuen wir uns auf die Lecture von S. Priebe auf unserem Kongress.

In seinem Beitrag zur Behandlung phobischer Störungen erläutert Y. Shiban den Einsatz von Expositionstherapien in virtuo. Bei dieser psychotherapeutischen Behandlung werden Patienten mit einer virtuellen Version des gefürchteten Objekts bzw. der gefürchteten Situation konfrontiert. In seinem Artikel wird die Studienlage zur Wirksamkeit virtueller Realität in der Psychotherapie vorgestellt und die Vor- und Nachteile dieses zukunftsweisenden Verfahrens werden einander gegenübergestellt.

C. Schmal und Kollegen geben einen spannenden Einblick in die Wirkung von Psychotherapie auf die Verbesserung der Fähigkeit zur Emotionsregulation bei der Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ihr Fokus liegt dabei auf der Betrachtung der neuronalen Korrelate von Mechanismen der Emotionsregulation sowie der durch psychotherapeutische Interventionen hervorgerufenen neuronalen Veränderungen.

Ein zukunftsrelevantes Thema ist die Teilhabe psychisch Kranker am sozialen Leben

In ihrem Beitrag befassen sich K. Stengler und Kollegen mit dem zukunftsrelevanten Thema der Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen am sozialen Leben. Von existenzieller Bedeutung für die Erkrankten findet dies gegenwärtig noch viel zu wenig Berücksichtigung im Behandlungsprozess. Die Autoren gehen auf die zugrunde liegenden Hürden ein und stellen mit dem DGPPN-Teilhabekompass II eine Orientierungshilfe zur Navigation durch die breite Angebotspalette sozialer Teilhabeleistungen in Deutschland vor.

A. Meyer-Lindenberg rundet mit einem Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der biologischen Psychiatrie und den Neurowissenschaften die Kongressausgabe ab. Er stellt neueste Forschungsergebnisse vor und leitet Implikationen für künftige präventive und therapeutische Möglichkeiten ab.

Ich wünsche Ihnen bei der Lektüre sowie auf unserem DGPPN-Kongress vielfältige und spannende Impulse und freue mich, wenn diese Anregungen im November zur gemeinsamen Diskussion beitragen.

Prof. Dr. Arno Deister

Kongresspräsident

Notes

Interessenkonflikt

A. Deister gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Zentrum für Psychosoziale MedizinKlinikum ItzehoeItzehoeDeutschland

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