Advertisement

Der Nervenarzt

, Volume 77, Issue 4, pp 495–496 | Cite as

Friedrich Christoph Pelizaeus — Nervenarzt und Badearzt

  • A. Ferbert
  • B. Wilken
  • M. Lienert
Historisches
  • 52 Downloads

Die Pelizaeus-Merzbacher-Erkrankung (PMD) ist bedingt durch eine schwere Störung der Myelinbildung. Durch die Entdeckung des Proteolipid-Protein-1- (PLP-1-)Gens (u. a. [3]) ist die Erstbeschreibung der Krankheit durch Pelizaeus als eigene Entität eindrucksvoll bestätigt worden (OMIM 300401). Spastische Spinalparalyse vom Typ SPG2 ist eine zu PMD allele Erkrankung.

Um so überraschender ist es, dass es bislang über Pelizaeus keinerlei Publikationen gibt. Die knappe Information im Pschyrembel („geb. 1850, Neurologe in Kassel“) enthält gleich zwei Fehler. Dagegen ist das Leben und Wirken Merzbachers vor kurzem gewürdigt worden [ 5]. Dies mag damit zusammenhängen, dass Pelizaeus zum ersten nicht ausschließlich Neurologe oder Psychiater war und zum zweiten keine akademische Universitätskarriere durchschritten hat. Den größeren Teil seiner praktischen Tätigkeit verbrachte er als Badearzt, und ein Teil seiner Publikationen bezieht sich auch auf das Badewesen. Neben der Erstbeschreibung der PMD...

Notes

Danksagung

Die vorliegende erste biographische Veröffentlichung über Pelizaeus wurde auf der Grundlage umfangreicher Quellen- und Literaturstudien erarbeitet. Zahlreiche Archive, Einwohnermeldeämter und andere Einrichtungen wurden konsultiert, deren Mitarbeitern hier herzlich gedankt sei. Für wichtige Hinweise über die vita von Pelizaeus danken wir auch Herrn Dr. med. Brüning, Paderborn und Herrn PD Dr. Pelizaeus, Mainz.

Literatur

  1. 1.
    Baehr P (1909) Chronik von Bad Oeynhausen 1860–1909. Bad OeynhausenGoogle Scholar
  2. 2.
    Castonier E (1967) Stürmisch bis heiter. Memoiren einer Aussenseiterin. Dtv, MünchenGoogle Scholar
  3. 3.
    Gencic S, Abuelo D, Ambler M et al. (1989) Pelizaeus-Merzbacher disease: an X.linked neurologic disorder of myelin metabolism with a novel mutation in the gene encoding proteolipid protein. Am J Hum Genet 45:435–442PubMedGoogle Scholar
  4. 4.
    Merzbacher L (1910) Eine eigenartige familiär-hereditäre Erkrankungsform (Aplasia axialis extracorticalis congenita). Z Ges Neurol u Psychiatr 3:1–139Google Scholar
  5. 5.
    Peiffer J, Gehrmann J (1995) Ludwig Merzbacher (1875–1942): the man behind the disease. Brain Pathol 5:311–318PubMedGoogle Scholar
  6. 6.
    Pelizaeus FC (1883) Über das Kniephänomen bei Kindern. Arch Psych 14:402–410CrossRefGoogle Scholar
  7. 7.
    Pelizaeus FC (1885) Über eine eigenthümliche Form spastischer Lähmung mit Cerebralerscheinungen auf hereditärer Grundlage. (Multiple Sklerose). Arch Psych 16:698–710CrossRefGoogle Scholar
  8. 8.
    Pelizaeus FC (1886) Über die heutige Stellung der Wasserheilanstalten. Dtsch Medizinalz 7:425–428Google Scholar
  9. 9.
    Warshawsky I, Rudick RA, Staugaitis SM et al. (2005) Primary progressive multiple sclerosis as a phenotype of a PLP1 gene mutation. Ann Neurol 58:470–473CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2005

Authors and Affiliations

  1. 1.Neurologische KlinikKlinikum Kassel
  2. 2.Klinik für NeuropädiatrieKlinikum Kassel
  3. 3.Institut für Geschichte der Medizin der Technischen Universität Dresden
  4. 4.Neurologische KlinikKlinikum KasselKasselDeutschland

Personalised recommendations