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Monatsschrift Kinderheilkunde

, Volume 167, Issue 1, pp 34–35 | Cite as

Geburtsmodus bei extremer Frühgeburtlichkeit

Änderungen an der Leitlinie zur Erstversorgung von Frühgeborenen an der Grenze der Lebensfähigkeit
  • A. BergerEmail author
  • U. Kiechl-Kohlendorfer
  • J. Berger
  • A. Dilch
  • M. Kletecka-Pulker
  • B. Urlesberger
  • M. Wald
  • M. Weissensteiner
  • H. Salzer
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Konsensuspapiere
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Mode of birth in extremely premature babies

Amendments to the guidelines on primary care of preterm neonates on the borderline of viability

Nach Erscheinen der Leitlinie zur Erstversorgung von Frühgeborenen an der Grenze der Lebensfähigkeit [1] gab es Diskussion mit Vertretern der Österreichischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie (ÖGGG) bezüglich der Passage zum optimalen Geburtsmodus an der Grenze der Lebensfähigkeit. Während vonseiten der Neonatologie an der Grenze der Lebensfähigkeit (Schwangerschaftswoche [SSW] 23, SSW 24) auf Basis der vorhandenen Literatur ein Vorteil durch eine Sectio-Entbindung gesehen wird, wird diese Literatur vonseiten der Geburtshilfe dahingehend interpretiert, dass keine Empfehlung für einen bevorzugten Geburtsmodus ausgegeben werden kann. In einer gemeinsamen Besprechung zwischen ÖGGG und Arbeitsgruppe (AG) Neonatologie/Pädiatrische Intensivmedizin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) gab es eine Einigung, die eine Änderung des bestehenden Textes der Leitlinie vorsieht, auf dass die vorhandene Leitlinie auch vonseiten der ÖGGG konsentiert wird.

Konkret wird von den Autoren der Leitlinie folgende Modifikation des LL-Textes vorgesehen:

Statt:

Die vorhandene Datenlage legt nahe, dass bei extremer Frühgeburtlichkeit eine von erfahrenen GeburtshelferInnen ausgeführte Kaiserschnittentbindung auch aus Schädellage einen Vorteil bezüglich Mortalität und Morbidität des Kindes bringt. Auch lässt sich belegen, dass Frühgeburten zu den Tagesrandzeiten sowie an Sonn- und Feiertagsdiensten, v. a. aber nachts, mit einem schlechteren Outcome verbunden sind als Frühgeburten während der Kernarbeitszeit. Bei mit großer Wahrscheinlichkeit absehbarer Frühgeburt an der Grenze der Lebensfähigkeit erscheint deshalb eine „geplante“ Kaiserschnittgeburt für das Kind von Vorteil.

NEU:

Zum optimalen Entbindungsmodus an der Grenze der Lebensfähigkeit liegen naturgemäß kaum randomisierte Daten vor, und die Ergebnisse der publizierten Studien sind widersprüchlich. Einzelne Studien scheinen einen Vorteil in Bezug auf Mortalität und Hirnblutungsrate durch Kaiserschnittentbindung nahezulegen; andere finden keinen Unterschied. Letztendlich muss der optimale Entbindungsmodus individuell festgelegt werden.

Die aktualisierte Fassung der Leitlinie findet sich unter  https://doi.org/10.1007/s00112-018-0532-0.

Notes

Funding

Open access funding provided by Medical University of Vienna.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

A. Berger, U. Kiechl-Kohlendorfer, J. Berger, A. Dilch, M. Kletecka-Pulker, B. Urlesberger, M. Wald, M. Weissensteiner und H. Salzer geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

Literatur

  1. 1.
    Berger A, Kiechl-Kohlendorfer U, Berger J et al (2017) Erstversorgung von Frühgeborenen an der Grenze der Lebensfähigkeit. Monatsschr Kinderheilkd 165(2):139–147.  https://doi.org/10.1007/s00112-016-0149-0 (Online publiziert: 16. August 2016)CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© The Author(s) 2018

Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.

Authors and Affiliations

  • A. Berger
    • 1
    • 2
    • 3
    Email author
  • U. Kiechl-Kohlendorfer
    • 1
    • 4
  • J. Berger
    • 1
    • 2
    • 5
  • A. Dilch
    • 1
    • 2
    • 6
  • M. Kletecka-Pulker
    • 7
  • B. Urlesberger
    • 1
    • 8
  • M. Wald
    • 1
    • 9
  • M. Weissensteiner
    • 1
    • 10
  • H. Salzer
    • 1
    • 2
    • 11
  1. 1.Arbeitsgruppe für Neonatologie und Pädiatrische IntensivmedizinÖsterreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)
  2. 2.Arbeitsgruppe für Ethik in der Kinder- und JugendheilkundeÖsterreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)
  3. 3.Klinische Abteilung für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin und Neuropädiatrie, Universitätsklinik für Kinder- und JugendheilkundeMedizinische Universität WienWienÖsterreich
  4. 4.Department für Kinder- und Jugendheilkunde, Univ.-Klinik für Pädiatrie II (Neonatologie)Medizinische Universität InnsbruckInnsbruckÖsterreich
  5. 5.Abteilung für Kinder- und JugendheilkundeWilhelminenspital der Stadt WienWienÖsterreich
  6. 6.Abteilung für Kinder- und JugendheilkundeSMZ Süd der Stadt WienWienÖsterreich
  7. 7.Institut für Ethik und Recht in der MedizinUniversität WienWienÖsterreich
  8. 8.Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ.-Klinik für Kinder- und JugendheilkundeMedizinische Universität GrazGrazÖsterreich
  9. 9.Division für Neonatologie, Universitätsklinik für Kinder- und JugendheilkundeParacelsus Medizinische PrivatuniversitätSalzburgÖsterreich
  10. 10.Klinik für Neonatologie, Med. Campus IVKepler UniversitätsklinikumLinzÖsterreich
  11. 11.Klinische Abteilung für Kinder- und JugendheilkundeUniversitätsklinikum TullnTullnÖsterreich

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