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Ethische Grundsätze und Empfehlungen bei DSD

Therapeutischer Umgang mit Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung/Intersexualität bei Kindern und Jugendlichen
  • Arbeitsgruppe Ethik im Netzwerk Intersexualität „Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung“
Konsensuspapiere

Zusammenfassung

Es lassen sich folgende Empfehlungen für das therapeutische Team aufstellen: 1. Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung sind nicht per se korrekturbedürftig. Jede Therapieentscheidung, die nicht eine unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit des Kindes abwenden soll, muss sorgfältig geprüft werden. 2. Das therapeutische Team muss die Eltern von Anfang an und umfassend einbeziehen. 3. Die Wahrung des Kindeswohls erfolgt nicht automatisch durch die Festlegung auf ein eindeutiges Geschlecht, vielmehr ist die Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein im Hinblick auf die persönliche und geschlechtliche Identität ein vorrangiges therapeutisches Ziel. 4. Offenheit und Akzeptanz sind wichtig. 5. Die Behandlung sollte stets optimal und damit interdisziplinär erfolgen. 6. Maßnahmen ohne ausreichende Evidenz oder mit irreversiblen Folgen für die Geschlechtsidentität oder negativen Auswirkungen auf Sexualität/Fortpflanzungsfähigkeit sind besonders kritisch abzuwägen. 7. Das Kind ist stets altersgerecht und umfassend aufzuklären. 8. Eine detaillierte Dokumentation ist unerlässlich. 9. Diese Grundsätze und Empfehlungen müssen in regelmäßigen Abständen überprüft und neuesten Erkenntnissen angepasst werden.

Schlüsselwörter

Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung Empfehlungen Geschlechtsidentität Akzeptanz Aufklärung 

Ethical principles and recommendations for DSD

Therapeutic approach to disorders of sexual development/intersexuality in children and juveniles

Abstract

The following recommendations for therapy teams can be made: 1. disorders of sexual development do not per se require correction. Every therapeutic decision which is not designed to avert immediate life-threatening danger or damage to the child’s health must be carefully considered. 2. The therapy team must include parents fully and from the outset. 3. Ensuring the well-being of the child is not automatically achieved by determining a definitive gender; developing self-confidence and self-esteem in terms of personal and sexual identity is considered a far more important aim of therapy. 4. Openness and acceptance are important. 5. Optimal treatment is always only guaranteed in an interdisciplinary context. 6. Measures lacking sufficient evidence or with irreversible consequences in terms of gender identity or negative side-effects to sexuality or ability to reproduce are to be considered particularly judiciously. 7. The child should always be fully informed by age-appropriate means. 8. Detailed documentation is essential. 9. These basic principles and recommendations should be revised at regular intervals and updated as and when new information is available.

Keywords

Disorders of sexual development Recommendations Gender identity Acceptance Patient information 

Notes

Interessenkonflikt

Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2008

Authors and Affiliations

  • Arbeitsgruppe Ethik im Netzwerk Intersexualität „Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung“

There are no affiliations available

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