Der Internist

, Volume 53, Issue 2, pp 223–231

Prävention der vaskulären Demenz

Evidenz und Praxis
Arzneimitteltherapie
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Zusammenfassung

Die Kenntnisse über vaskuläre Einflüsse auf kognitive Funktionen bis hin zur Demenzentwicklung haben sich in den letzten Jahren durch Studiendaten deutlich verbessert. Aufgrund der demographischen Entwicklung und der immer noch unbefriedigenden Kontrolle vaskulärer Risikofaktoren werden demenzielle Erkrankungen zu einem zunehmenden Problem mit enormer gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Bedeutung. Es ist mit einer exponentiellen Zunahme der Inzidenz zu rechnen. Da es bislang keine kausale Therapie einer manifesten Demenz gibt, ist die Diagnostik und Kontrolle der Risikofaktoren, die zu einer Demenzerkrankung führen können, von entscheidender Bedeutung. Die Hypertonie ist nicht nur ein wesentlicher Risikofaktor für manifeste Schlaganfälle, in deren Folge sich eine Demenz entwickeln kann, sondern auch für stumme Hirninfarkte, die ebenfalls ein hohes Risiko für die Entwicklung einer Demenz bedeuten. Darüber hinaus führt die Hypertonie direkt zu kognitiven Funktionsstörungen, die ebenfalls oft eine Vorstufe einer Demenz darstellen. Eine frühzeitige normotensive Blutdruckeinstellung ist deshalb eine effektive Maßnahme zur Verhinderung einer Demenz. Die Therapie aller weiteren vaskulären Risikofaktoren (z. B. Diabetes, Übergewicht, Hypercholesterinämie, Vorhofflimmern) ist ebenso essenziell für eine effektive Prävention bzw. Verhinderung der Progression sowohl der vaskulären, aber auch der Alzheimer-Demenz.

Schlüsselwörter

Hypertonie Demenzerkrankungen Demenz, vaskulär Kognitive Funktion Vaskuläre Risikofaktoren 

Prevention of vascular dementia

Evidence and practice

Abstract

During recent years, increasing knowledge has been obtained from clinical studies about the impact that vascular factors have on cognitive function and dementia. Due to demographic reasons and still insufficient control of all vascular risk factors, dementia and associated problems are of increasing importance and will have impact on economical and social development in most countries. The incidence of cognitive impairment and dementia will increase exponentially. As long as no causal therapy for dementia exists, diagnosis and control of risk factors for dementia will need much more attention. Hypertension is not only the most important risk factor for stroke that often leads to dementia but also for silent brain infarcts, which are also associated with onset of dementia. Uncontrolled hypertension is associated with cognitive impairment and sufficient control of hypertension in middle-aged patients can reduce the risk of dementia in older ages. Nevertheless, treatment of all other risk factors (e.g., diabetes mellitus, hyperlipidemia, atrial fibrillation) is important to reduce the onset of not only vascular but also Alzheimer dementia.

Keywords

Hypertension Dementive diseases Dementia, vascular Cognitive impairment Vascular risk factors 

Copyright information

© Springer-Verlag 2011

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Innere MedizinSt. Josefs-HospitalCloppenburgDeutschland

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