Der Internist

, 50:410

Niere und Hypertonie

Schwerpunkt: Hypertonie

DOI: 10.1007/s00108-008-2290-x

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Quack, I. & Rump, L. Internist (2009) 50: 410. doi:10.1007/s00108-008-2290-x
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Zusammenfassung

Die Nieren spielen bei der Hypertonie eine besondere Rolle. Sie können Täter und Opfer sein. Einerseits gehen chronische Nierenerkrankungen sehr häufig mit einem Hypertonus einher, andererseits können persistierend erhöhte Blutdruckwerte die Nieren schädigen. Dabei wird die renale Prognose wesentlich vom Blutdruck bestimmt, ganz gleich ob die Nierenschädigung Ursache oder Konsequenz des Hypertonus ist. Zusätzlich ist die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität bereits bei leichter Nierenfunktionseinschränkung deutlich erhöht. Daher sollte bei jedem Hypertoniker die glomeruläre Filtrationsrate bestimmt und nach einer Proteinurie oder strukturellen Nierenschäden gefahndet werden. Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate <60 ml/min, Proteinurie oder pathologischem Ultraschallbefund sollten beim Nephrologen vorgestellt werden. Liegt eine Nierenschädigung vor, ist eine strikte Hochdrucktherapie (Zielblutdruck von <130/80 mmHg) die wichtigste Maßnahme, um die Nierenfunktion zu erhalten. Bei chronischen Nierenerkrankungen sind Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems Therapeutika der ersten Wahl. Um Komplikationen vorzubeugen, sollte die Nierenfunktion unter antihypertensiver Therapie regelmäßig überwacht werden.

Schlüsselwörter

Arterielle Hypertonie Mikroalbuminurie Chronische Niereninsuffizienz Hypertensive Nephropathie Kardiovaskuläres Risiko 

Kidney and hypertension

Abstract

In patients with chronic kidney disease elevated blood pressure is a common finding, but primary hypertension can also damage healthy kidneys. Renal outcome is strictly dependent on blood pressure, no matter whether the kidneys are cause or consequence of hypertension. Furthermore, hypertension and kidney disease are strong cardiovascular risk factors. In every patient diagnosed with hypertension glomerular filtration rate has to be checked. Proteinuria and structural abnormalities of the kidneys should be ruled out. Patients with a decreased glomerular filtration rate, proteinuria or pathologic ultrasound should be seen by a nephrologist. A strict antihypertensive therapy (blood pressure <130/80 mmHg) can substantially improve the prognosis of hypertensive renal patients. In patients with kidney damage, inhibitors of the renin-angiotensin-system are preferred. To avoid adverse events a close monitoring of antihypertensive therapy is warranted.

Keywords

Arterial hypertension Microalbuminuria Chronic kidney disease Hypertensive nephropathy Cardiovascular risk 

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2009

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für NephrologieUniversitätsklinik der Heinrich-Heine UniversitätDüsseldorfDeutschland

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