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HNO

, Volume 47, Issue 4, pp 236–248 | Cite as

Gehörschäden durch Freizeitlärm

  • H. P. Zenner
  • V. Struwe
  • G. Schuschke
  • M. Spreng
  • G. Stange
  • P. Plath
  • W. Babisch
  • E. Rebentisch
  • P. Plinkert
  • K. D. Bachmann
  • H. Ising
  • G. Lehnert
Übersicht

Zusammenfassung

Lärm gefährdet die Gesundheit. Heute muß festgestellt werden, daß eine erhebliche Gefährdung durch Freizeitlärm, insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, besteht. Epidemiologische Untersuchungen an Jugendlichen, die noch keiner beruflichen Lärmbelastung ausgesetzt waren, lassen steigende Zahlen mit nachweisbaren, irreversiblen Innenohrschäden erkennen. Als wesentliche Ursachen werden die weite Verbreitung sehr lauter Kinderspielzeuge (Pistolen, Knackfrosch), Feuerwerkskörper sowie die heute ubiquitäre Verfügbarkeit elektroakustischer Verstärkung für Musik, z.B. mittels tragbarer Abspielgeräte, in Diskotheken oder in Musik-Großveranstaltungen angesehen. Der Schutz vor einer medizinisch unheilbaren Gehörschädigung durch Freizeitlärm ist daher eine wichtige Aufgabe der Präventivmedizin. Durch Aufklärungsmaßnahmen sollte auf die Gefahren der Gehörgefährdung durch laute Freizeitbeschäftigungen aufmerksam gemacht werden. Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen ist der Gesetzgeber gefordert, Möglichkeiten von Schallpegelbegrenzungen für Diskotheken, Konzerte und Musikabspielgeräte zu prüfen und entsprechende Richtwerte in Normen oder Richtlinien zu verankern.

Schlüsselwörter Ohr Schwerhörigkeit Lärm Schall 

Summary

Although noise in general can induce hearing loss, environmental noise represents an important risk for children, teenagers and young adults. Epidemiological investigations now support the occurrence of an increasing number of irreversible hearing losses in these groups. Major causes of hearing loss are toys (guns), explosives and electroacoustically amplified music delivered by head sets or heard in discotheques and open air concerts. Clinical indications are discussed.

Key words Hearing loss Environmental noise Epidemiology 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • H. P. Zenner
    • 1
  • V. Struwe
    • 2
  • G. Schuschke
    • 3
  • M. Spreng
    • 4
  • G. Stange
    • 5
  • P. Plath
    • 6
  • W. Babisch
    • 8
  • E. Rebentisch
    • 8
  • P. Plinkert
    • 1
  • K. D. Bachmann
    • 7
  • H. Ising
    • 8
  • G. Lehnert
    • 9
  1. 1.Klinik für HNO-Krankheiten, Eberhard-Karls-Universität TübingenXX
  2. 2.Institut für Arbeitsmedizin, Heinrich-Heine-Universität DüsseldorfXX
  3. 3.Institut für Arbeitsmedizin und Hygiene, Medizinische Fakultät, „Otto von Guericke”-Universität MagdeburgXX
  4. 4.Institut für Physiologie I, Universität Erlangen-NürnbergXX
  5. 5.HNO-Klinik, Städtisches Klinikum, KarlsruheXX
  6. 6.Universitätsklinik für HNO-Heilkunde, Prosper-Hospital, RecklinghausenXX
  7. 7.Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer, KölnXX
  8. 8.Umweltbundesamt, Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene, BerlinXX
  9. 9.Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, Universität Erlangen-NürnbergXX

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