HNO

, Volume 61, Issue 8, pp 648–654

Lesbarkeit von medizinischen Texten im Internetangebot deutscher HNO-Universitätskliniken

Originalien

DOI: 10.1007/s00106-013-2674-7

Cite this article as:
Luers, JC., Gostian, AO., Roth, K. et al. HNO (2013) 61: 648. doi:10.1007/s00106-013-2674-7
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Zusammenfassung

Hintergrund

Patienten nutzen zunehmend das Internet zur Beantwortung von Gesundheitsfragen und zur Wahl des behandelnden Krankenhauses im Falle einer Krankheit. Nicht bei allen Patienten kann jedoch von einer ausreichenden Bildung mit guter Lesefähigkeit und Textverständnis ausgegangen werden.

Material und Methoden

Die Internetseiten der 36 deutschen HNO-Universitätskliniken wurden einer systematischen Textanalyse unterzogen. Für 10 HNO-Themengebiete wurden repräsentative Internetseiten jeder Klinik ausgewählt. Es erfolgte eine strukturelle Textanalyse mit Bestimmung des Lesbarkeitsindex nach Flesch. Zwei Themengebiete wurden zusätzlich mit vier weiteren Lesbarkeitsindizes analysiert. Ferner wurde untersucht, ob die Lesbarkeit der Texte sich in verschiedenen Regionen voneinander unterscheidet.

Ergebnisse

Die Texte von 185 Internetseiten bestanden durchschnittlich aus 34 Sätzen und 401 Wörtern. Der Flesch-Lesbarkeitsindex lag im Mittel bei 33,6 Punkten, d. h. die Texte wurden als schwer lesbar eingestuft. Die vergleichsweise besten Lesbarkeitswerte wiesen Texte über Cochleaimplantate auf, während Texte zum Thema Mittelohr am schwersten lesbar waren. In Übereinstimmung mit den Ergebnissen der anderen angewendeten Lesbarkeitsindizes zeigte sich, dass die untersuchten Texte in der Regel nur für Leser mit einer Bildung auf Hochschulniveau verständlich sind.

Schlussfolgerung

Medizinische Experten-Laien-Texte auf Webseiten deutscher HNO-Universitätskliniken sind für den medizinischen Laien überwiegend schwer verständlich. Um dem Anspruch einer Universitätsklinik, die Allgemeinbevölkerung angemessen über Krankheiten und Therapieoptionen aufzuklären, gerecht zu werden, ist eine Überarbeitung der meisten medizinischen Texte auf Internetseiten deutscher HNO-Universitätskliniken empfehlenswert.

Schlüsselwörter

Universitätsklinik Internet Patienteninformation Gesundheitskompetenz Verständlichkeit 

Readability of medical texts on websites of German ENT university hospitals

Abstract

Background

A certain proportion of the population has limited literacy skills; therefore, it is important that any patient information published on the internet is readable to the majority of patients for whom the information is intended.

Materials and methods

Texts for 10 representative ear nose and throat (ENT) topics were extracted from each website of the 36 German ENT university hospitals. The texts were systematically analyzed by use of the German version of the Flesch ease of reading index. The texts of two topics were additionally analyzed with four more readability tools for the German language. Texts were analyzed in relation to the topic and to the geographical region.

Results

On average the texts of 185 websites consisted of 34 sentences and 401 words. Comparably, texts on cochlear implants showed the best readability scores and texts on middle ear pathology the worst. The results of the reading ease index and of the other reading analysis tools showed that all texts require a relatively high literacy level.

Conclusions

To fulfil the ambition of informing the general population about medical issues in an adequate way, a revision of most medical texts on websites of German ENT departments at university hospitals is recommended.

Keywords

Hospitals, university Internet Health communication Health literacy Comprehension 

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Authors and Affiliations

  • J.-C. Luers
    • 1
  • A.-O. Gostian
    • 1
  • K.S. Roth
    • 2
  • D. Beutner
    • 1
  1. 1.Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und HalschirurgieUniklinik KölnKölnDeutschland
  2. 2.Deutsches Seminar, Abteilung LinguistikUniversität ZürichZürchSchweiz

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