HNO

, Volume 60, Issue 5, pp 427–431

Basale phonologische Verarbeitung und Intelligenzpotenzial bei Vorschulkindern

Originalien

DOI: 10.1007/s00106-011-2440-7

Cite this article as:
Ptok, M. & Dunkelmann, A. HNO (2012) 60: 427. doi:10.1007/s00106-011-2440-7

Zusammenfassung

Hintergrund

Seit einiger Zeit evaluiert unsere Arbeitsgruppe ein Testmaterial zur basalen phonologischen Verarbeitung. In der vorliegenden Studie sollte überprüft werden, ob es zwischen der basalen phonologischen Verarbeitung und dem sprachfrei gemessenen allgemeinen Intelligenzpotenzial korrelative Zusammenhänge gibt.

Material und Methoden

An der Studie nahmen 203 Vorschulkinder im Alter von 5,0 bis 5,11 Jahren teil. Die basale phonologische Verarbeitung wurde mit einem Prüfmaterial basierend auf Realwort- und Logatom-Minimalpaaren getestet. Das allgemeine Intelligenzpotenzial wurde sprachfrei mit einem standardisierten und normierten Matrizentest (Coloured Progressive Matrices) gemessen.

Ergebnisse

Es fanden sich keine deutlichen korrelativen Zusammenhänge zwischen den Subskalen des Prüfmaterials zur phonologischen Verarbeitung einerseits und den Ergebnissen des Tests zur Messung des allgemeinen Intelligenzpotenzials (ρ  < 0,32).

Diskussion

Durch vorangegangene Untersuchungen wurde ein Zusammenhang zwischen mütterlichem Schulbildungsniveau und basaler phonologischer Verarbeitung der Kinder ermittelt. Bei der vorgestellten Untersuchung konnte ein Zusammenhang zwischen dem allgemeinen Intelligenzpotenzial der Kinder und der basalen phonologischen Verarbeitung nicht bestätigt werden. Für die Interpretation muss insbesondere berücksichtigt werden, dass das Intelligenzpotenzial sprachfrei gemessen wurde, die phonologische Verarbeitung de facto aber eine Sprachverarbeitungsfähigkeit ist. Möglicherweise gibt es andere (sprachverarbeitungsrelevante) Faktoren, welche die Korrelation der basalen phonologischen Verarbeitungsfähigkeiten der Kinder mit der Schulbildung ihrer Mütter erklären können.

Schlüsselwörter

Intelligenz Auditive Verarbeitung Statistik Soziale Schicht Sprechen 

Low level phonological processing and intelligence potential in preschool children

Abstract

Background

This study group recently developed a test material to assess phonological processing in children and presented various data regarding the reliability and validity. To assess concurrent validity the correlation between test results using this material and results of an intelligence test were examined.

Material and methods

A total of 203 preschool children aged from 5 years to –5 years 11 months participated in this study. Low level phonological processing was tested using minimal pairs for both words and non-words (logatoms) as described earlier. Intelligence was tested using the coloured progressive matrices test (CPM).

Results

No relevant correlation was found between all subscales of low level phonological processing and the intelligence test results.

Discussion

As shown previously a correlation exists between the level of maternal school education and low level phonological processing abilities of children. A direct link between low level phonological processing and children’s intelligence is not supported by these data, as no such correlation could be found. It must be taken into account that general intelligence was assessed nonverbally.

Keywords

Intelligence Auditory processing Statistics Social class Speech 

Copyright information

© Springer-Verlag 2012

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und PädaudiologieMedizinische Hochschule HannoverHannoverDeutschland

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