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Der Chirurg

, Volume 70, Issue 7, pp 823–829 | Cite as

Formale Entscheidungshilfen in der Chirurgie – Ergebnisse einer Umfrage

  • B. Aust
  • T. Ganslandt
  • H. Sitter
  • U. Prokosch
  • A. Zielke
  • C. Ohmann
Varia

Zusammenfassung.

Obwohl mittlerweile eine Fülle von Entscheidungshilfen entwickelt wurde, erfolgt der Einsatz in die tägliche Routine nach wie vor zögerlich. Neben vielen anderen Ursachen sind hierbei auch die Vorbehalte auf Seiten der potentiellen Anwender zu berücksichtigen. Zur Abschätzung der bisherigen Erfahrungen und gegenwärtigen Einstellung gegenüber diesen Unterstützungssystemen wurde eine Befragung in 3 chirurgischen Kliniken durchgeführt. Von den 102 angeschriebenen Ärztinnen und Ärzten sandten 72 (71 %) den kurzen Fragebogen ausgefüllt zurück. Über die Hälfte der 72 Befragungsteilnehmer verwenden bereits formale Entscheidungshilfen. Leitlinien kommen mit 46 % am häufigsten zur Anwendung, während andere Verfahren (Algorithmen, Scores, Entscheidungsbäume) bislang nur selten eingesetzt werden (10–17 %). Computergestützte Entscheidungshilfen kommen fast gar nicht zum Einsatz (7 %). Demgegenüber steht ein deutliches Interesse an Entscheidungshilfen, wobei insbesondere Computerprogramme von fast 40 % gewünscht werden. Ärzte, die bereits Entscheidungshilfen anwenden, äußern ein stärkeres Interesse an weiteren Unterstützungssystemen. Über 70 % der Befragten wünschen genauere Informationen zum Thema. Bei der standardisierten Befragung zu computergestützten Entscheidungshilfen überwiegen positive Einschätzungen, während bei den offenen Fragen eher Bedenken geäußert werden. Die zum Teil deutlichen Unterschiede zwischen den 3 Erhebungsorten machen deutlich, daß die Einstellung gegenüber Entscheidungshilfen maßgeblich von der Art der Einführung, Aufklärung und Einbeziehung der Anwender abhängig ist. Für eine erfolgreiche Implementation von Entscheidungshilfen in den klinischen Alltag sollten daher die zukünftigen Anwender soweit wie möglich einbezogen werden.

Schlüsselwörter: Entscheidungshilfen Umfrage Einstellungen Einbeziehung der Anwender. 

Summary.

Even though many decision-aids have been developed in the past, the application of these systems in clinical practice is still rare. There are many reasons for this, including the reservations of potential users. A survey in three university surgery clinics was conducted to assess the experience and attitudes towards decision-aids among physicians. Seventy-two of the 102 physicians approached (71 %) filled out and returned the short questionnaire that was sent to them. More than half of the 72 survey participants already use decision-aids. Among them, guidelines are used most often (46 %), whereas other instruments (algorithms, scores, decision trees) are used less frequently (10–17 %). Computer-based decision-aids are hardly used at all (7 %). These results are in contrast to the strong request for more decision-aids, especially for computer-based systems (40 %). Physicians who already use decision-aids are more interested in additional systems. More than 70 % of all participants are interested in more information about the topic. The standardized question about attitudes towards computer-based decision-aids reveals more positive than negative appraisal, whereas the answers to open questions focus more on objections. The substantial differences between the three survey locations in parts of the survey results show that attitudes towards decision-aids are influenced by the way the instruments are introduced and the way the users are informed and involved in the process of implementation. A successful implementation of decision-aids in clinical practice should therefore try to integrate the future users as much as possible.

Key words: Decision-aids Survey Attitudes Integration of users. 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • B. Aust
    • 1
  • T. Ganslandt
    • 2
  • H. Sitter
    • 3
  • U. Prokosch
    • 2
  • A. Zielke
    • 3
  • C. Ohmann
    • 1
  1. 1.Funktionsbereich Theoretische Chirurgie, Klinik für Allgemeine und Unfallchirurgie (Direktor: Prof. Dr. H.-D. Röher) Heinrich-Heine-Universität DüsseldorfGermany
  2. 2.Institut für Medizinische Informatik und Biomathematik (Direktor: Prof. Dr. W. Köpcke), Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie (Direktor: Prof. Dr. N. Senninger) Westfälische Wilhelms-Universität MünsterGermany
  3. 3.Institut für Theoretische Chirurgie (Leiter: Prof. Dr. W. Lorenz), Klinik für Allgemeinchirurgie (Direktor: Prof. Dr. M. Rothmund), Zentrum für Operative Medizin I, Klinikum der Philipps-Universität MarburgGermany

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