Der Chirurg

, Volume 81, Issue 1, pp 31–37

Finanzierung der chirurgischen Weiterbildung

Leitthema

DOI: 10.1007/s00104-009-1756-2

Cite this article as:
Schröder, W. & Welcker, K. Chirurg (2010) 81: 31. doi:10.1007/s00104-009-1756-2

Zusammenfassung

Die vorliegenden Untersuchungen aus verschiedenen Weiterbildungssystemen zeigen, dass die chirurgische Weiterbildung ein relevanter Kostenfaktor für den Krankenhausträger ist. Kosten entstehen insbesondere durch verlängerte Operationszeiten mit Bindung des im OP beschäftigten Personals, aber auch eine im Vergleich zum Facharzt geringere Effizienz des Berufsanfängers auf Station. Demgegenüber stehen Einsparungen des Krankenhausträgers durch die tariflich festgelegte geringere Vergütung des chirurgischen Assistenten während seiner Weiterbildungszeit.

Der Umfang einer möglichen Finanzierung ist schwer zu ermitteln, da Weiterbildung als „training on the job“ stattfindet und deshalb aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Produkte Patientenversorgung und Weiterbildung (sog. Kuppelproduktion) nur bedingt voneinander zu trennen sind. Für das deutsche Weiterbildungssystem gibt es keine validen Analysen zu den tatsächlichen Kosten.

Gegenwärtig wird die Weiterbildung indirekt durch die Krankenkassen über das DRG-System finanziert. Mögliche Modelle einer Finanzierung sind die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln aus dem Gesundheitsfond oder eine Umverteilung durch Zu- oder Abschläge der DRG-Pauschalen entsprechend dem prozentualen Anteil an Weiterbildungsassistenten. Stellungnahmen der beteiligten Spitzenverbände zur Problematik der Finanzierung zeigen, wie schwierig eine Kompromisslösung zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu erzielen ist. Bei dieser kontroversen Debatte sollte aber berücksichtigt werden, dass eine hochwertige Weiterbildung junger Kollegen die entscheidende Grundlage für ein effizientes Gesundheitssystem und daher eine entsprechende Finanzierung unumgänglich ist.

Schlüsselwörter

Weiterbildungskosten Finanzierung der Weiterbildung 

Financing and control of surgical training

Abstract

The present analyses of different surgical training systems show that training of surgical residents significantly contributes to hospital costs. These are predominantly caused by prolonged operation times of residents with increased work load for other staff members in the operating room. In addition, the productivity of surgical residents is less compared to experienced surgeons. On the other hand, hospital managements save money by the lower standard wages paid to the residents.

The amount of educational costs is difficult to determine because surgical training takes place as on the job training. Therefore, from an economic point of view, the two products patient care and surgical training are difficult to separate. There are no reliable cost analyses available for the German training system.

At present surgical training is indirectly financed by the DRG (diagnosis-related groups) flat rates of the health insurance. Possible options of financing the surgical training are additional funding from the health department or redistribution with supplemental payment for those surgical departments which contribute significantly more to the residents’ training. Statements of medical associations, health departments and health insurances demonstrate the difficulty to come to an agreement concerning the finances of the training system. Despite this controversial discussion it should be taken into consideration that there is no alternative to a high quality surgical training as this is the basis for an effective health system.

Keywords

Training costs Financing of training 

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2009

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Allgemein-, Visceral- und Tumorchirurgie der Universität zu KölnKölnDeutschland
  2. 2.Klinik für ThoraxchirurgieKlinikum Bremen-Ost gGmbHBremenDeutschland

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