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Bioethische und sozialethische Probleme bei der Verwendung von Geweben aus humanen embryonalen Stammzellen sowie der Aufbewahrung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut durch private Firmen zum autologen Gebrauch

Ethische Überlegungen anlässlich der Verordnung (EG) Nr. 1394/2007 des europäischen Parlaments und des Rates über Arzneimittel für Neuartige Therapien
Leitthema

Zusammenfassung

Die Verordnung des Europäischen Rates und Parlaments über Arzneimittel für Neuartige Therapien, die in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) bereits in Kraft getreten ist, handelt unter anderem auch von möglichen zukünftigen Therapien mit humanen embryonalen Stammzellen. Deren Verwendung wird weltweit ebenso heftig wie kontrovers diskutiert. Im Unterschied zu den adulten Stammzellen, könnten sie nicht nur mit gravierenden medizinischen Problemen bei einem etwaigen therapeutischen Einsatz behaftet sein, sondern haben auch die Zerstörung von möglicherweise begonnenem menschlichem Leben zur Voraussetzung oder zum Gegenstand. Die Verordnung sieht daher gemäß den Grundlagen der EU ausdrücklich Subsidiarität vor. Auch wenn bezüglich der Gewinnung und Anwendung von somatischen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut (umbilikale Stammzellen) keine grundsätzlichen ethischen Probleme bestehen, so gibt es sozialethische Zweifel hinsichtlich ihrer Lagerung durch kommerziell geführte Banken zum eigenen späteren Gebrauch, da es dafür derzeit keinen medizinischen Nutzen gibt. Auch hier gilt das Subsidiaritätsprinzip.

Schlüsselwörter

Moral Ethik Humane embryonale Stammzellen Nabelschnurblut-Banken Subsidarität 

Ethical aspects of human embryonic stem cell use and commercial umbilical cord blood stem cell banking

Ethical reflections on the occasion of the regulation of the European Council and Parliament on advanced therapy medicinal products

Abstract

The regulation of the European Council and Parliament on advanced therapy medicinal products also includes therapies with human embryonic stem cells. The use of these stem cells is controversially and heavily discussed. Contrary to the use of adult stem cells, medical and ethical problems concerning the use of human embryonic stem cells persists, because this use is based on the destruction of human life at the very beginning. The regulation forsees, therefore, subsidiarity within the European Member States. Although there are no ethical problems in principle with the use of stem cells from the umbilical cord blood, there are social ethical doubts with the banking of these stem cells for autologous use without any currently foreseeable medical advantage by commercial blood banks. Also in this case subsidiarity is valid.

Keywords

Morals Ethics Human embryonic stem cells Umbilical cord blood banking Subsidiarity 

Notes

Interessenkonflikt

Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2009

Authors and Affiliations

  1. 1.-WienÖsterreich

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