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Berücksichtigung des „timing principle“ für die „rapid sequence induction“ nicht nötig

  • T. LoopEmail author
  • J. Hinkelbein
Leserbriefe
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Consideration of the timing principle for rapid sequence induction is unnecessary

Erwiderung

Andel H, Markstaller K (2018) Rapid-sequence-Narkoseeinleitung und Intubation – das Timing-Prinzip. Anaesthesist.  https://doi.org/10.1007/s00101-018-0530-6

Originalbeitrag

Eichelsbacher C, Ilper H, Noppens R, Hinkelbein J, Loop T (2018) Rapid sequence induction and intubation in patients with risk of aspiration. Anaesthesist.  https://doi.org/10.1007/s00101-018-0460-3

Wir danken den Kollegen Andel und Markstaller für den Kommentar und Hinweis, das „timing principle“, d. h. die Applikation eines nichtdepolarisierenden Muskelrelaxans vor Verabreichung des Hypnotikums, als anästhesiologisches Vorgehen bei aspirationsgefährdeten Patienten zu empfehlen (Andel und Markstaller). Aus Sicht der Autoren wird dabei auf ein mehrere Jahre altes Konzept verwiesen, bei dem Muskelrelaxanzien mit längerer Anschlagzeit zum Einsatz kamen. Die optimalen Eigenschaften der Einleitungsmedikamente sind kurze Anschlagzeit und Wirkdauer sowie geringes Nebenwirkungsprofil z. B. auf die Hämodynamik. Diese Prinzipien spiegeln sich auch in der klinischen Praxis wider [1]. Die Empfehlung für die Auswahl der entsprechenden Medikamente ist in unserem Manuskript ausreichend dargestellt [2]. Die pharmakodynamischen Eigenschaften von Propofol und Rocuronium induzieren bei entsprechender, vorgewählter Dosierung aufgrund ihrer nahezu vergleichbaren Anschlagzeit (15–45 s für Propofol bei 1,5–2,5 mg/kgKG und <60 s bei 0,6–1 mg/kgKG (2- bis 3‑fache ED95) Rocuronium) optimale Intubationsbedingungen [3, 4, 5]. Bei der Anwendung des „timing principle“ besteht darüber hinaus das Risiko einer ungenügenden Hypnosetiefe mit Wachheit bei einem relaxierten Patienten, insbesondere in der Situation einer inadäquaten Dosierungswahl oder einer unbeabsichtigten paravasalen Injektion. Aus diesen Gründen haben wir als Autoren von einer Empfehlung des „timing principle“ abgesehen.

Notes

Interessenkonflikt

T. Loop und J. Hinkelbein geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Anästhesiologie und IntensivmedizinUniversitätsklinikum FreiburgFreiburgDeutschland
  2. 2.Klinik für Anästhesiologie und Operative IntensivmedizinUniversitätsklinikum Köln (AöR)KölnDeutschland

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