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Uro-News

, Volume 23, Issue 4, pp 57–57 | Cite as

Kombinationsregime beim Nierenzellkarzinom als Strategie zur Resistenzverhinderung

  • Springer Medizin
Literatur kompakt
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_ Wirkstoffkombinationen sind bei der besonderen Tumorbiologie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) eine sinnvolle Strategie, um Resistenzen besser zu kontrollieren.

Die erste zugelassene Kombinationsbehandlung bei Erwachsenen in der Zweitlinie des fortgeschrittenen und/oder metastasierten RCC nach VEGF-gerichteter Vorbehandlung ist Lenvatinib (Kisplyx®) plus Everolimus. Neue Studien mit umfangreicher molekularer Charakterisierung individueller Tumoren generieren ein hochkomplexes Bild. Es zeigt sich, dass meist nicht nur ein Signalweg Mutationen aufweist, sondern fast immer mehrere Signalwege davon betroffen sind. Monotherapien würden durch die Blockade eines Signalweges bewirken, dass Tumorzellen, die andere Signalwege nutzen, bevorzugt auswachsen können. PD Dr. Nils Kröger, Greifswald, erklärte: „Monotherapien sind deswegen letztendlich nur palliativ und nicht kurativ, denn es kommt zum Auswachsen, zur Resistenz, aber nicht zur Heilung.“

Das Ziel zukünftiger Therapien formulierte Prof. Jan Roigas, Berlin: „Wir erhoffen uns, dass wir nicht nur das mediane Überleben verlängern, sondern dass wir durch Hinzuziehen verschiedener therapeutischer Ansätze und Wirkmechanismen auch Patienten bekommen, die Langzeitüberleber sind.“ Für die Entscheidung zu einer Kombination verschiedener Wirkstoffe sei die Nutzung von Synergismen wichtig. So haben Lenvatinib und Everolimus auf gemeinsamen Signalwegen unterschiedliche Ansatzpunkte: Lenvatinib blockiert Rezeptoren von VEGF und des FGF, während Everolimus durch Hemmung von mTOR eingreift.

In einer Phase-II-Studie zeigte die Kombination der beiden Wirkstoffe gegenüber einer Everolimus-Monotherapie beim medianen progressionsfreien Überleben (PFS) eine signifikante Verbesserung von 14,6 Monaten im Vergleich zu 5,5 Monaten (Hazard Ratio [HR]: 0,40; 95 %-Konfidenzintervall[KI]: 0,24–0,68; p = 0,0005) sowie ein deutlich verlängertes medianes Gesamtüberleben (OS) von 25,5 Monaten gegenüber 15,4 Monaten (HR: 0,51; 95 %-KI: 0,30–0,88; p = 0,024).

Die Rationale der Kombination von Immuntherapeutika mit Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) folgt der Erkenntnis, dass TKI einer tumorinduzierten Immunsuppression entgegen wirken. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass die Gabe des TKI Pazopanib mit einer Reduktion immunsuppressiver Zellen im peripheren Blut und einem Anstieg antitumoraler Effektorzellen einherging. TKI könnten also das Ansprechen eines gleichzeitig verabreichten Immunwirkstoffs erhöhen. Erste klinische Studien bestätigen dies.

Die gute Wirksamkeit ging bei allen Kombinationsstudien, für die Daten vorliegen, zu Lasten einer erhöhten Toxizität. In diesem Zusammenhang stellte Roigas die Frage, wie weit man mit einer Kombination gehen könne: „Es scheint TKIs zu geben, die man gut kombinieren kann. Dazu würde ich Axitinib und Lenvatinib zählen. Aber es gibt auch TKI, Pazopanib zum Beispiel, die sind nicht gut mit anderen Substanzen kombinierbar. Hier sind weitere Evaluationen gefragt, um die richtigen Partner zu finden.“

Literatur

  1. Nach Informationen von Esai und MSD Sharp & Dohme GmbHGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

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