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Uro-News

, Volume 23, Issue 1, pp 48–48 | Cite as

Hohes Risiko für Blasenkrebs bei BPH

  • Thomas Müller
Literatur kompakt
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Die Blasenkrebsrate ist bei Männern mit benigner Prostatahyperplasie rund vierfach erhöht. Darauf deutet eine Analyse von Versicherungsdaten aus Taiwan hin.

Mediziner aus Taiwan haben untersucht, ob sich aus der nationalen Krankenversicherungsdatenbank des Inselstaates Hinweise ergeben, dass das Blasenkrebsrisiko unter Männern mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) erhöht ist. Bislang ist die Datenlage dazu widersprüchlich.

Ausgewertet wurden die Daten von rund 17.500 Männern (Altersdurchschnitt: 64 Jahre), die zwischen 2000 und 2005 eine BPH-Diagnose erhalten hatten aber bislang an keiner Tumorerkrankung litten. Als Kontrolle fungierten ebenso viele gleichaltrige, zufällig ausgewählte Männer ohne BPH. Männer mit BPH hatten jedoch häufiger urologische Begleiterkrankungen und suchten häufiger einen Arzt auf.

Während der Nachbeobachtungsdauer von bis zu zwölf Jahren wurden in der BPH-Gruppe 145 Blasenkrebsdiagnosen gestellt. In der Kontrollgruppe waren es nur 29. Die Rate war mit 0,83 % (vs. 0,17 %) in der BPH-Gruppe damit knapp fünffach höher. Ein ähnlicher Unterschied ergab sich je 1.000 Personenjahre mit einer Rate von 1,03 und 0,22 Blasentumoren. Wurden sämtliche Begleiterkrankungen und weitere Faktoren berücksichtigt, konnte in der BPH-Gruppe noch eine 4,1-fach erhöhte Blasenkrebsinzidenz festgestellt werden. Am höchsten war die Inzidenz unter BPH-Patienten in der Altersgruppe von 65 bis 74 Jahren. Hier wurden knapp 1,6 Blasentumoren auf 1.000 Patientenjahre diagnostiziert — sechsfach mehr als bei Männern ohne BPH. Auch die Inzidenz unter BPH-Patienten mit Niereninsuffizienz (1,31 pro 1.000 Personenjahre) oder transurethraler Prostataresektion (TURP, 1,91 auf 1.000 Patientenjahre), war deutlich erhöht. Vermutlich haben TURP-Patienten eher eine obstruktivere BPH als solche, die keinen chirurgischen Eingriff benötigen, mutmaßen die Studienautoren. Möglich sei aber auch, dass die TURP über Komplikationen wie Blasenhalskontrakturen das Karzinomrisiko erhöhe.

Fazit: Eine Analyse von Versicherungsdaten aus Taiwan deutet auf ein rund vierfach erhöhtes Risiko für Blasentumoren unter Männern mit BPH hin. Dies spricht den Studienautoren zufolge für die Hypothese, wonach ein gewisses Restharnvolumen den Karzinogenkontakt verlängere und dadurch das Tumorrisiko erhöhe.

Literatur

  1. Fang CW et al. Association of benign prostatic hyperplasia and subsequent risk of bladder cancer: an Asian population cohort study. World J Urol. 2019; 36: 931–8CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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