Uro-News

, Volume 16, Issue 5, pp 63–63 | Cite as

mCRPC: Systemische Sequenztherapie ist klinische Realität

  • Birgit-Kristin Pohlmann
Prisma Pharmaforum

_ Prof. Peter Hammerer, Braunschweig, erklärte, dass sich die medianen Überlebenszeiten der Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) dank wirksamer Therapiesequenzen deutlich verlängert haben. Der behandelnde Arzt müsse daher die Möglichkeiten der Sequenztherapie mit dem Patienten besprechen. Die systemische Sequenztherapie sei bei diesen Patienten längst klinische Realität, so Hammerer,.

Laut Hammerer zeigt die klinische Erfahrung, dass Abiraterone auch nach Cabazitaxel-Versagen wirksam ist, sodass nach Docetaxel-Versagen zunächst die Chemotherapie-Sequenz weitergeführt werden kann. Das biete sich vor allem bei Patienten an, die auf Docetaxel gut angesprochen haben oder für diejenigen, die einen schnellen PSA-Wert-Abfall oder eine schnelle Symptomlinderung benötigen beziehungsweise wünschen. Bei der Therapieentscheidung müsse auch der Patientenwunsch berücksichtigt werden.

Darüber hinaus hat die klinische Erfahrung Cabazitaxel (Jevtana®) als wirksame Therapieoption nach Docetaxel-Versagen weiter bestätigt. Cabazitaxel erreichte im direkten Phase-III-Vergleich der Zulassungsstudie (HR 0,70; p < 0,0001) einen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber Mitoxantron [de Bono JS et al. Lancet 2010, 376: 1147–54]. Anders als die meisten anderen neuen Substanzen wurde Cabazitaxel nicht gegen Placebo, sondern mit einem Verum verglichen. Die Sorge um limitierende Nebenwirkungen hat sich nach Aussage von Hammerer in der täglichen Routine nicht bestätigt. Voraussetzung sei jedoch ein aktives Nebenwirkungsmanagement und eine Patientenselektion, die sich an der Zulassung orientieren sollte. Viele Nebenwirkungen lassen sich so in ihrem Schweregrad reduzieren oder ganz vermeiden. Hammerer erläuterte, dass Patienten unter Cabazitaxel nicht notwendigerweise primär prophylaktisch G-CSF (Granulozyten-Kolonie stimulierender Faktor) benötigen. Da das Neutropenierisiko in den ersten beiden Therapiezyklen am höchsten ist und danach deutlich abflacht, könne es jedoch besonders bei Risikopatienten durch die primär prophylaktische G-CSF-Gabe deutlich gesenkt werden. Er wies darauf hin, dass Cabazitaxel von vielen Patienten besser vertragen wird als Docetaxel; zum Beispiel stehen Poylneuropathien bei Cabazitaxel deutlich weniger im Vordergrund.

Literatur

  1. Fortbildungsveranstaltung „Expertise Prostata“, Potsdam, 24. März 2012; Veranstalter: Sanofi-Aventis, Frankfurt/MainGoogle Scholar

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© Urban & Vogel 2012

Authors and Affiliations

  • Birgit-Kristin Pohlmann

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