Erektile Dysfunktion: Stoßwellentherapie und ein neuer PDE-5-Hemmer
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Letztes Jahr auf dem EAU-Kongress in Wien haben israelische Forscher eine Studie vorgestellt, bei der Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED) von einer Behandlung mit Stoßwellen profitierten. Die damalige Patientenpopulation hatte nicht auf Inhibitoren der Phosphodiesterase 5 (PDE-5) angesprochen. Dr. Ilan Gruenwald, Haifa, präsentierte nun Daten von 60 Patienten, bei denen PDE-5-Hemmer vormals gewirkt haben. Die Patienten erhielten in zwölf Sitzungen entweder eine Stoßwellen- oder Scheinbehandlung. Unmittelbar vor der ersten und einen Monat nach der letzten Sitzung wurden verschiedene ED-Parameter bestimmt. Bei 56 % der Patienten aus der aktiven Gruppe besserten sich IIEF-Score und flussassoziierte Dilatation (FMD) signifikant, im Vergleich zu 5 % in der Placebo-Gruppe. Gruenwald betonte, dass die Stoßwellen im Unterschied zum Einsatz bei Induratio Penis Plastica mit niedriger Intensität appliziert werden und vollkommen schmerzfrei sind. Er gestand ein, dass der genaue Mechanismus bislang noch nicht geklärt ist, der klinische Effekt der Methode sei jedoch erwiesen.
Für die On-Demand-Therapie der ED könnte mit Avanafil bald ein vierter PDE-5-Inhibitor zur Verfügung stehen. Dr. John P. Mulhall, New York, stellte vier verschiedene Phase-II- und -III-Studien zu Avanafil vor. In allen Studien bekamen die Patienten nach einer vierwöchigen Placebo-Auswaschphase randomisiert entweder Avanafil oder Placebo. Die Wirkung setzte teilweise bereits nach 15 Minuten ein und hielt bis zu sechs Stunden an. Mulhall erklärte, dass sich Avanafil aufgrund des schnellen Wirkeintritts besonders für die On-Demand-Therapie eigne und dass auch „schwere Fälle“ vom PDE-5-Hemmer profitieren. Zur Studienpopulation zählten unter anderem Diabetiker, prostatektomierte Patienten und Männer, die seit über fünf Jahren an ED litten.
Literatur
- P597, P701, P1023Google Scholar