Medizinische Klinik

, Volume 102, Issue 11, pp 899–903

Die EU-Feinstaub-Richtlinie und das Herz: Wo stehen wir heute in Europa?

Aktuelle Entwicklungen zur Prävention von durch Feinstaub getriggerten kardiovaskulären Erkrankungen
  • Christian Meyer
  • Per Otto Schueller
  • Marcus Hennersdorf
  • Thomas Kraus
  • Eberhard Goepel
  • Patrick Schauerte
  • Tienush Rassaf
  • Malte Kelm
ÜBERSICHT

DOI: 10.1007/s00063-007-1110-8

Cite this article as:
Meyer, C., Schueller, P.O., Hennersdorf, M. et al. Med Klin (2007) 102: 899. doi:10.1007/s00063-007-1110-8
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Zusammenfassung

Mit Inkrafttreten der EU-Feinstaub-Richtlinie (1999/30/EG) rückte ein innereuropäischer Diskurs zwischen Grundlagenforschung, epidemiologischen Erkenntnissen und gesundheitspolitischen Aspekten zunehmend in das Interesse der Öffentlichkeit. Die Auswirkungen der Feinstaubexposition auf das Herz-Kreislauf-System, dessen Erkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache in Europa darstellen, sind heute noch nicht in vollem Umfang überschaubar. Die vorliegende Arbeit beleuchtet aktuelle Entwicklungen der Umsetzung der Feinstaub-Richtlinie unter besonderer Berücksichtigung der Beeinflussung der kardiovaskulären Gesundheit der Bevölkerung.

Partikel in der Luft können im Herz-Kreislauf-Bereich Arrhythmien provozieren, eine bestehende Herzinsuffizienz verschlechtern und akute ischämische kardiovaskuläre Komplikationen triggern. Die Besonderheit des Risikofaktors Feinstaub ergibt sich aus der enormen Anzahl von Menschen, die durch ihn beeinträchtigt werden können, sofern angemessene Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft nicht adäquat umgesetzt werden. Für klinisch tätiges Fachpersonal besteht die Möglichkeit, durch Beratung und die Vermittlung präventiver Verhaltensweisen zur Verhütung einer Feinstaubexposition und deren möglicher Konsequenzen insbesondere die Gesundheit von Hochrisikogruppen nachhaltig zu fördern. Auf gesundheitspolitischer Ebene wurden in Deutschland zur Realisierung der Forderungen der Feinstaub-Richtlinie zahlreiche Reinhalte- und Aktionspläne verabschiedet. Die noch bevorstehenden Herausforderungen zur Prävention von feinstaubgetriggerten „kardiovaskulären“ Erkrankungen bilden dabei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zur Erzielung synergistischer Effekte von einzelnen Maßnahmen, welche insbesondere wissenschaftliche und gesundheitspolitische Akteure sowie ein entsprechendes Bewusstsein in der Öffentlichkeit betreffen. In der Konsequenz sind zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen notwendig, um die Auswirkungen der Feinstaubexposition für das Herz-Kreislauf-System weiter zu beleuchten und den Erfolg präventiver Maßnahmen zu evaluieren.

Schlüsselwörter:

Feinstaub EU-Richtlinie Kardiovaskuläre Gesundheit Prävention Europäische Union 

Particulate Matter and Cardiovascular Health in the European Union: Time for Prevention?

Abstract

With reference to the EU-Council Directive (1999/30/EC) a discussion in the European Union between basic science, epidemiologic knowledge, and regulatory policies has become of growing public interest. The consequences following particulate matter (PM) exposure on the cardiovascular system, are actually not fully understood. This work reviews latest developments as regards the realization of the mentioned Council Directive and emphasizes the cardiovascular health impairment in this context.

PM is assumed to increase the risk for arrhythmia, ischemic cardiovascular events, and worsens heart failure. The importance of the risk factor PM is due to the number of people who are affected, if consequent actions for air pollution prevention are not adequately transposed. Health-care providers can protect especially patients at high risk by informing them about behavior modification to prevent PM exposure and its possible consequences. To promote public health on the health-policy level, several action plans have been established. Forthcoming challenge for PM-associated cardiovascular health promotion remains an interdisciplinary approach to create synergistic effects of several sanctions, which primarily concerns scientific and political decisionmakers and public consciousness. In conclusion, further investigations are necessary to deepen the understanding of PM exposure and its consequences for the cardiovascular system and evaluate the success of preventive strategies.

Key Words:

Particulate matter EU-Council Directive Cardiovascular health Prevention European Union 

Copyright information

© Urban & Vogel München 2007

Authors and Affiliations

  • Christian Meyer
    • 1
    • 5
  • Per Otto Schueller
    • 2
  • Marcus Hennersdorf
    • 2
  • Thomas Kraus
    • 3
  • Eberhard Goepel
    • 4
  • Patrick Schauerte
    • 1
  • Tienush Rassaf
    • 1
  • Malte Kelm
    • 1
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