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HNO Nachrichten

, Volume 49, Issue 1, pp 16–16 | Cite as

So sicher ist die intranasale Glukokortikoidtherapie

  • Peter Leiner
Literatur kompakt
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Auch wenn die intranasale Glukokorikoidtherapie als sicher gilt, befürchten manche systemische Nebenwirkungen, wie sie von einer oralen Anwendung bekannt sind. Bisher gab es keine Metaanalysen, mit deren Hilfe dies geklärt werden konnte. HNO-Ärzte aus den USA konnten diese Lücke nun schließen.

In einer Metaanalyse der Ergebnisse randomisierter Studien wurden die Nebenwirkungen einer intranasalen Glukokortikoidtherapie bei allergischer Rhinitis untersucht. An den Studien hatten mehr als 2.200 Patienten teilgenommen. Geprüft wurde die Häufigkeit eines erhöhten Augeninnendrucks (> 20 mmHg), einer hinteren subkapsulären Katarakt und eines Glaukoms. Studiendauer war ein Jahr. Ausgeschlossen aus den berücksichtigten Studien waren Hochrisikopatienten, also Patienten mit Diabetes mellitus, bereits existierendem Glaukom, hohem Augeninnendruck oder einer kardiovaskulären Erkrankung.

Für die Metaanalyse nutzten die HNO-Ärzte die Ergebnisse von vier der zehn randomisierten Studien. Das relative Risiko für eine Erhöhung des Augeninnendrucks wurde zu 2,24 berechnet (95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,68–7,34). Mit p = 0,531 war der Unterschied zur Situation bei Patienten mit einem Scheinpräparat nicht signifikant. Die kumulative Inzidenz von Patienten, bei denen ein erhöhter intraokularer Druck gemessen wurde, lag im Vergleich zu Placebo bei 0,8 % (95 %-KI: 0 %–1,6 %), ebenfalls kein signifikanter Unterschied. Der Wert für die hintere subkapsuläre Katarakt lag in der Glukokortikoidgruppe im Vergleich zu Placebo bei 0,02 (oberes 95 %-KI: -0,3%–0,4%; nicht signifikant). Und ein Glaukom trat bei keinem von 2.837 Patienten in fünf randomisierten Studien auf. In diesen Studien wurden die Patienten mithilfe einer Spaltlampe und/oder der Bestimmung der Sehschärfe beurteilt.

Fazit: Zwischen einer intranasalen Glukokortikoidtherapie und der Entstehung eines erhöhten Augeninnendrucks/einer Katarakt gibt es bei Erwachsenen mit allergischer Rhinitis einer Metaanalyse zufolge keinen Zusammenhang. Über einen Zeitraum von einem Jahr trat in den Studien bei keinem Studienteilnehmer ein Glaukom auf. Weil an den für die systematische Untersuchung ausgewählten Studien keine Hochrisikopatienten teilgenommen hatten, lassen sich die Ergebnisse der aktuellen Studie nicht verallgemeinern. In künftigen Studien sollte als Surrogatmarker für Nebenwirkungen der Glukokortikoidtherapie an den Augen eher das Glaukom als die Messung des Augeninnendrucks in den Blick genommen werden.

Literatur

  1. Valenzuela CV et al. Intranasal corticosteroids do not lead to ocular changes: a systematic review and meta-analysis. Laryngoscope 2018; http://doi.org/10.1002/lary.27209CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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