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HNO Nachrichten

, Volume 48, Issue 6, pp 44–44 | Cite as

Morbus Menière primär konservativ behandeln

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Medizin aktuell
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Der Morbus Menière wird primär konservativ behandelt, sagte Priv.-Doz. Dr. Stefan Volkenstein, Fachbereich HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Bochum. Zur medikamentösen Behandlung eines akuten Anfalls werden Steroide als systemische Stoßtherapie verabreicht, zur Anfallsprophylaxe intratympanale Steroide angewendet. Außerdem werden Betahistin oder Diuretika eingesetzt. Eine psychotherapeutische Mitbetreuung führe bei jeder Therapie zu signifikant besseren Erfolgen, so Volkenstein.

In der Routineversorgung sei Betahistin weiter das Medikament der ersten Wahl. Die Effektivität bei Schwindel und M. Meniére wird z. B. durch eine Chochrane-Analyse [Murdin L et al.: Cochrane Database Syst Rev 2016; (6) CD010696] und eine Metaanalyse [Nauta J.J. Eur Arch Otorhinolaryngol 2014; 271 (5): 887-97] untermauert. Diuretika wie Acetazolamid können als Alternative eingesetzt werden [Crowson M.G. et al. Otolaryngol Head Neck Surg 2016; 154 (5): 824-834].

Bei fortbestehender Symptomatik ist abhängig vom Hörvermögen und der Funktion des peripheren Vestibularapparates eine intratympanale funktionserhaltende Kortikosteroid- oder destruktive Gentamicin-Therapie indiziert. Die neuere Datenlage unterstreicht deren Wirksamkeit zur Schwindelkontrolle bei M. Menière. Die nächste Stufe sind funktionserhaltende chirurgische Therapieverfahren. Ablative Verfahren werden erst nach Versagen der anderen Therapieoptionen in Erwägung gezogen und können dann bei einem entsprechenden Hörverlust oft gut mit einer Cochlea-Implantation verbunden werden, so Volkenstein.

Literatur

  1. Volkenstein S.: Zeitgemäße Therapie bei Morbus MenièreGoogle Scholar

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