Herz Kardiovaskuläre Erkrankungen

, Volume 31, Issue 8, pp 790–790 | Cite as

RIVIERA

Registry on Intra-Venous Anticoagulation in the Elective and Primary Real World of Angioplasty – Eine Registerstudie zur Nutzung von niedermolekularem und unfraktioniertem Heparin im Rahmen elektiver und primärer PCI im klinischen Alltag
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Hintergrund und Problemstellung:

Die Vorgehensweise bezüglich einer periprozeduralen Antikoagulation mittels niedermolekularen (LMWH) oder unfraktionierten (UFH) Heparins im Rahmen von Koronarinterventionen unterliegt einer großen Variabilität. Ziel der vorliegenden Registerstudie ist es, die täglichen Vorgehensweisen bei Patienten ohne Vorbehandlung mit unfraktioniertem oder einem niedermolekularen Heparin im Rahmen von elektiven und primären Koronarinterventionen weltweit widerzuspiegeln. Studienleiter war G. Montalescot, Paris, Frankreich.

Methodik

Studiendesign

Register, prospektiv

Primäre Zielparameter

Wirksamkeit und Sicherheit

Patientenauswahl

Einschlusskriterien:

– Zentren mit > 100 PCI-Fällen pro Jahr

– Ausgewogene Verteilung zwischen Zentren mit Verwendung von niedermolekularem oder unfraktioniertem Heparin

– Eingeschlossen wurden jeweils die ersten zehn konsekutiven Patienten pro Monat und Zentrum mit elektiver oder primärer PCI Patientenalter > 21 Jahre

Ausschlusskriterien:

– Therapeutisch antikoagulierte Patienten vor der PCI

– Einschluss in eine andere Studie

Anzahl der teilnehmenden Zentren

144 in 23 Ländern (52% in Asien)

Evidence-based-Medicine-(EBM-) Score (www.TCTMD.com)

Daten prospektiv erhoben

Ja = 1

Nein = 0

1

Subgruppenanalyse einer randomisierten Studie

Ja = 1

Nein = 0

0

Multicenter (mindestens 3 Zentren)

Ja = 1

Nein = 0

1

Externes und vom Steering Committee unabhängiges Clinical Event Committee/DSMB (Datensicherheit Monitoring Board)

Ja = 1

Nein = 0

Unbekannt

(eher nein)

Monitoring ≥ 10% und Follow-up ≥ 90 %

Ja = 1

Nein = 0

Unbekannt

(eher nein)

Gesamt-EBM-Score

2

„Silber-Score“ für einfache Register und Subgruppenanalysen randomisierter Studien; es sind maximal 5 Scorepunkte möglich

Ergebnisse

Patientenanzahl

n = 7 962

Patientencharakteristika

Männlich

77%

Mittleres Alter (Jahre)

59

Raucher

30%

Cholesterin ↑

46%

Diabetiker

32%

BMI (kg/m2)

27

Studiendaten

Inhospitale antithrombotische Therapie

UFH

36%

Enoxaparin

58%

Kombination UFH + LMWH

6%

GP-IIb/IIIa-Blocker

18%

Clopidogrel „Loading dose” (mg)

310 ± 127

Ticlopidin „Loading dose” (mg)

447 ± 126

Klinische Parameter (inhospital)

Tod

0,3%

Myokardinfarkt

1,0%

Tod oder Myokardinfarkt

1,3%

Gravierende Blutung

0,3%

Leichtgradige Blutung

3,1%

Unabhängige Risikofaktoren für Tod oder Myokardinfarkt:

OR (p)

Weibliches Geschlecht

6,25 (0,002)

NSTE-ACS

8,12 (0,004)

STEMI ≤ 12 h

10,54

STEMI > 12 h

43,90

Hauptstamm-PCI

22,18 (< 0,001)

Protektiv wirken:

Vorbehandlung mit Thienopyridinen 0,06 (< 0,001)

Schlussfolgerung und Kommentar:

Im Vergleich zu anderen vor allem randomisierten Studien-Daten (z. B. STEEPLE-Studie) wurden hier wesentlich jüngere Patienten eingeschlossen, seltener GP-IIb/IIIa-Blocker eingesetzt und häufiger ein radialer Zugang verwendet. Auffällig ist jedoch die extrem niedrige Inzidenz an Komplikationen, insbesondere an Todesfällen und Myokardinfarkten unter Berücksichtigung der eingeschlossenen Patientenklientel inklusive 20% STEMI-Patienten. Dies macht die Interpretation der Daten schwierig und lässt hinterfragen, ob diese weltweite Registerstudie wirklich von Monitoren geprüft und somit repräsentativ ist.

M. Haude, Neuss

Copyright information

© Urban & Vogel München 2006

Authors and Affiliations

  •  

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