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Herz

, Volume 28, Issue 5, pp 421–428 | Cite as

Health-Related Quality of Life in Patients with Coronary Artery Disease after Different Treatments for Angina in Routine Clinical Practice

  • Werner BenzerMDEmail author
  • Stefan Höfer
  • Neil B. Oldridge
Original Article

Hintergrund und Ziel:

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (gLQ) gewinnt neben den traditionellen Endpunkten eine immer größere Bedeutung in der Beurteilung der Effektivität medizinischer Behandlungsmethoden. Gerade für die koronare Herzkrankheit (KHK) ist dieser Endpunkt bedeutungsvoll, weil deren Behandlung nicht nur eine Lebensverlängerung, sondern auch eine Verbesserung der gLQ in Form einer Besserung der Angina pectoris (AP) und der körperliche Belastbarkeit herbeiführen soll. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss der drei klassischen Behandlungsmethoden der KHK, medikamentöse Therapie (MT), perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) und aortokoronare Bypass- operation (ACBP), auf die gLQ von Patienten mit AP zu untersuchen.

Patienten und Methodik:

Die gLQ wurde bei Patienten mit Verdacht auf KHK vor Koronarangiographie mit dem MacNew Heart Disease HRQL Questionnaire (MacNew) erhoben. Dieser wurde erstmals ins Deutsche übersetzt und für Patienten mit KHK und AP validiert. Zur Erhebung des Schweregrades der AP wurde die AP-Skala der Canadian Cardiovascular Society (CCSSkala) zu einem Selbstbeurteilungsfragebogen modifiziert, so dass die Patienten das Symptom AP aus ihrer Sicht einstufen konnten. Bei 158 Patienten mit AP konnte durch die Koronarangiographie eine KHK als Ursache der AP gesichert werden. Es erfolgte die Therapieentscheidung für MT, PTCA oder ACBP. Nach einer 12-monatigen Nachbeobachtungszeit wurde die gLQ neuerlich mit dem MacNew erhoben. Zusätzlich erhielten die Patienten zur Selbstbeurteilung ihrer AP-Beschwerden ein zweites Mal die CCS-Skala vorgelegt.

Ergebnisse:

Patienten mit einer koronaren Mehrgefäßerkrankung wurden naturgemäß eher einer ACBP unterzogen als Patienten mit einer Eingefäßerkrankung. Entsprechend dem Schweregrad der Erkrankung hatten Patienten mit einer Mehrgefäßerkrankung vor Therapie eine schlechtere gLQ und mehr AP als Patienten mit einer Eingefäßerkrankung. Die Ausgangswerte zeigten eine enge Beziehung zwischen der Einschränkung der gLQ und dem Schweregrad der AP. 12 Monate nach Therapieentscheidung verbesserte sich die gLQ in der physischen und globalen MacNew-Skala in allen Behandlungsgruppen. Patienten nach PTCA und ACBP erfuhren jedoch eine signifikant größere Zunahme der gLQ als Patienten mit MT. Die AP besserte sich in jeder Behandlungsgruppe um zumindest eine CCS-Klasse. Der Unterschied zwischen den einzelnen Behandlungsgruppen war am eindrücklichsten in der PTCA-Gruppe verglichen mit der MT-Gruppe. Betrachtet man alle 158 Patienten als eine Behandlungsgruppe, findet man eine Korrelation zwischen dem CCS-Grad und der gLQ in allen MacNew-Skalen.

Schlussfolgerung:

In dieser prospektiven Studie an Patienten mit AP und gesicherter KHK konnten wir auch außerhalb eines randomisierten Protokolls in der klinischen Routine zeigen, dass eine Selbstbeurteilung der gLQ und der AP durch die betroffenen Patienten wichtige Zusatzinformationen über den Effekt der verschiedenen Behandlungsmethoden liefert. Die gLQ sollte als zusätzlicher Endpunktparameter in klinischen Studien mehr Berücksichtigung finden. Die Ausgangswerte der gLQ sind, korrelierend mit dem Schweregrad der AP, bei Patienten, die eine ACBP benötigen, erwartungsgemäß niedriger als bei Patienten, die für eine PTCA geeignet sind oder bei denen eine MT als ausreichend angesehen wird. Der krankheitsspezifische MacNew wurde erstmals für Patienten mit KHK validiert und in deutscher Sprache verwendet. Dabei zeigt sich im Vergleich mit anderen Studien, welche die gLQ mit unspezifischen Instrumenten erhoben, dass besonders der Effekt der PTCA auf die gLQ von Patienten mit AP unterschätzt wird. Der MacNew ist durch seine hohe Responsivität gut geeignet, die gLQ von Patienten mit AP vor und nach verschiedenen Behandlungsformen korrekt zu erheben. Er gibt somit wichtige Zusatzinformationen zur Beurteilung der Behandlungseffektivität. Ob er den klassischen unspezifischen Instrumenten tatsächlich überlegen ist, kann nur im direkten Vergleich festgestellt werden.

Key Words:

Coronary artery disease Angina treatment Health-related quality of life Continued medical treatment Percutaneous coronary intervention Coronary artery bypass grafting 

Lebensqualität von Patienten mit koronarer Herzkrankheit vor und nach verschiedenen Behandlungsmethoden der Angina pectoris in der klinischen Praxis

Background and Aim:

The assessment of health-related quality of life (HRQL) increasingly is an important outcome in the management and care of patients with angina. The aim of this study was to describe the baseline HRQL in patients with coronary artery disease (CAD) and angina and to report the impact of the three established therapeutic strategies, continued medical treatment (CMT), percutaneous coronary intervention (PCI) or coronary artery bypass grafting (CABG) on HRQL over a 12-month follow-up period.

Patients and Methods:

The change in specific HRQL scores and angina severity was evaluated in a routine clinical practice setting in 158 patients with CAD and angina treated either with CMT, PCI, or CABG. The measure used in this study to assess HRQL was the MacNew Heart Disease HRQL Questionnaire (MacNew). It was administered before coronary angiography and 12 months after treatment stratification. Angina pectoris was assessed with the modified Canadian Cardiovascular Society’s classification.

Results:

The MacNew discriminated between treatment groups with lowest (poorest HRQL) baseline global, physical, and social HRQL scores seen in patients with subsequent CABG. There were significantly greater improvements in global and emotional HRQL scores after both PCI and CABG than after CMT. In all three treatment groups, improved HRQL scores were associated with improved angina grade.

Conclusion:

The present study has shown clearly that evaluating HRQL as an outcome before and after different treatments for angina is feasible and useful in routine clinical practice. Measurement of HRQL discriminated between treatment groups at baseline and was responsive demonstrating improvement with each treatment alternative but most notably with CABG. The improved HRQL was consistent with changes in angina severity. The MacNew may be useful when comparing outcomes across different treatments among patients with CAD and angina.

Schlüsselwörter:

Koronare Herzkrankheit Angina pectoris Gesundheitsbezogene Lebensqualität Medikamentöse Therapie Perkutane transluminale Koronarangioplastie Aortokoronarer Bypass 

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Copyright information

© Urban & Vogel München 2003

Authors and Affiliations

  • Werner BenzerMD
    • 1
    • 4
    Email author
  • Stefan Höfer
    • 2
  • Neil B. Oldridge
    • 3
  1. 1.Department of Interventional CardiologyAcademic Hospital FeldkirchAustria
  2. 2.Department of Medical Psychology and PsychotherapyUniversity of InnsbruckAustria
  3. 3.Schools of Medicine and Allied Health SciencesIndiana University, IU Center for Aging Research, and Regenstrief Institute for Health CareIndianapolisUSA
  4. 4.Department of Interventional Cardiology Academic HospitalFeldkirchAustria

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