Pflegepolitik: „Riesentanker ohne Kapitän“
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_ „Ein eigenständiges Pflegeministerium, ein modernes Einwanderungsgesetz und endlich ein glasklares Bekenntnis zur stationären Pflege“ fordert der Arbeitgeberverband Pflege auf einem Pressegespräch am 9. August 2017. Die deutsche Pflegepolitik sei ein „Riesentanker ohne Kapitän“. „Von einer zukunftsweisenden Politik sind wir in der Altenpflege in Deutschland noch meilenweit entfernt. Bei drei beteiligten Bundesministerien, 16 Landesregierungen, unterschiedlichen Kostenträgern und vielen weiteren Akteuren entsteht Chaos“, kritisiert der Verband. Es werde höchste Zeit, dass die Altenpflege mit einem eigenständigen Altenpflegeministerium in der Bundesregierung den großen Stellenwert bekomme, den sie angesichts der demografischen Entwicklung haben müsse. Darüber hinaus müsse sich die Politik endlich in Worten und Taten zur stationären Altenpflege bekennen, sonst werde sie zum Auslaufmodell, so Präsident Thomas Greiner.
Dem Verband zufolge seien in der Altenpflege wahre Ausbildungsrekorde zu verzeichnen. Auch habe sich die Zahl der Beschäftigten positiv entwickelt, betont Vizepräsident Friedhelm Fiedler. „Trotzdem haben wir weitere große Herausforderungen bei der Personalgewinnung zu meistern. Viele Fachkräfte aus EU-Mitgliedsstaaten unterstützen uns bereits heute in der Altenpflegearbeit.“ Notwendig seien zusätzlich auch Mitarbeiter aus Drittstaaten, „die bei uns entweder eine hochwertige Altenpflegeausbildung absolvieren oder die als ausgebildete Fachkraft arbeiten.“ Sie zu gewinnen sei zeitaufwendig und oft auch nervend, so Fiedler. Der Verband fordert deshalb ein modernes Einwanderungsgesetz.