Der Gynäkologe

, Volume 31, Issue 3, pp 275–282 | Cite as

Höhergradige Mehrlinge

Perinatologische Herausforderung und Konsequenzen
  • A. Strauss
  • H. Hepp
Zum Thema
  • 42 Downloads

Zum Thema

Die Häufigkeit von Mehrlingsschwangerschaften hat in den vergangenen 16 Jahren durch die Verbreitung der Reproduktionsmedizin eine exzessive Steigerung erfahren. Folgerichtig beanspruchen höhergradige Mehrlinge in zunehmendem Maß geburtshilfliche Aufmerksamkeit. 96 höhergradige Mehrlingsschwangerschaften (1.1.1982 bis 31.12.1997) entbunden an der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Klinikum Großhadern stellen die Datengrundlage. Die Schwangerschaft dauerte im Median 221 Tage (31 + 4 SSW), 213 Tage (30 + 3 SSW) bzw. 200 Tage (28 + 4 SSW) für Drillinge, Vier- und Fünflinge. Das mediane Geburtsgewicht betrug 1419 g für 3 Kinder. Vier- und Fünflinge wurden mit medianen 1100 g bzw. 1080 g geboren. Bei einer Überlebensrate von 96,25 % (231/240) konnten 69 % (159/231) der Drillinge die Klinik ohne gesundheitlichen Schaden verlassen. Im Vier- bzw. Fünflingskollektiv überlebten 98,08 % (51/52) und 80 % (12/15). Ohne Beeinträchtigung ihrer Gesundheit blieben 67 % (35/52) der Vierlings- und 53 % (8/15) der Fünflingskinder. Atemnotsyndrom, intrazerebrale Blutung, Frühgeborenenretinopathie, persitierender Ductus arteriosus, Pneumothorax, nekrotisierende Enterokolitis und Hydrozephalus waren die führenden neonatalen Morbiditätsursachen. Schwerwiegende allgemeine Entwicklungsretardierungen bzw. Zerebralparesen waren bei 4 (6 %) respektive 5 (8 %) Vier- bzw. Fünflingen zu beklagen. Gesundheitsschaden wie auch Letalität zeigten eine deutliche Assoziation zu Gestationswochen < 30 und unterschieden sich weder im Verteilungsmuster, noch in Frequenz entscheidend vom Vergleichskollektiv frühgeborener Ein- und Zwillinge gleichen Gestationsalters und Betreuungsregimes. Einschneidende prognostische Diskriminationskriterien ergeben sich hinsichtlich der Anzahl der Feten zwischen 4 und 5 und der Tragzeit vor bzw. nach 210 Tagen (30 + 0 SSW). Die Analyse der Familienzugehörigkeit verstorbener oder gesundheitlich geschädigter Kinder ernüchtert mit einer Bilanz von 53 % (42/80), 62 % (8/13) und 67 % (2/3) betroffener Drillings-, Vierlings- und Fünflingselternpaaren.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • A. Strauss
    • 1
  • H. Hepp
    • 1
  1. 1.Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität München

Personalised recommendations