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Der Gynäkologe

, Volume 30, Issue 4, pp 332–340 | Cite as

Kardiovaskuläre Aspekte der hormonellen Kontrazeption und Substitution

  • T. Rabe
  • K. Feldmann
  • B. Runnebaum
  • K. Grunwald
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Zusammenfassung

Hormonale Kontrazeptiva und kardiovaskuläres Risiko: Niedrig dosierte orale hormonale Kontrazeptiva führen bei Frauen, die nicht rauchen, zu keinem erhöhten Risiko für einen Myokardinfarkt oder für eine koronare Herzkrankheit. Bei Raucherinnen muß auf ein erhöhtes Risiko hingewiesen werden. Für die Risikoanalyse sind Angaben der Eigen- und Familienanamnese von Bedeutung. Pillenanwenderinnen sollte man empfehlen, mit dem Rauchen aufzuhören. Die blutdrucksteigernde Wirkung von OC ist gering und von der Östrogen-Dosis abhängig. Grundsätzlich sollte die niedrigste zur Kontrazeption und Zykluskontrolle notwendige Östrogen-Dosis gewählt werden. Aufgrund der vorliegenden Daten kann z. Z. noch keine verbindliche Bewertung eines Schlaganfallrisikos unter hormoneller Kontrazeption mit niedrig dosierten Präparaten gemacht werden. Das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall scheint höher zu sein als für den hämorrhagischen Insult. Hormonsubstitution und kardiovaskuläres Risiko: Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit und einen Myokardinfarkt wird durch Hormonsubstitution um etwa 50 % gesenkt. Die Ergebnisse aus aktuellen Studien zeigen ein relatives Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen unter kombinierter Östrogen-Gestagen-Substitutionstherapie von 0,39 und unter alleiniger Östrogen-Substitution von 0,6. Ein Zusammenhang zwischen Blutdruckveränderungen und Hormonsubstitution konnte in den bisherigen Studien nicht belegt werden, tierexperimentelle Ergebnisse weisen auf einen blutdrucksenkenden Effekt hin. Das Risiko eines Schlaganfalls wird durch Östrogen-Therapie deutlich reduziert. Es gibt ausreichende Hinweise für die Annahme, daß eine Hormonsubstitution das kardiovaskuläre Risiko senkt und zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen beiträgt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • T. Rabe
    • 1
  • K. Feldmann
    • 1
  • B. Runnebaum
    • 1
  • K. Grunwald
    • 2
  1. 1.Abteilung für gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Universitätsfrauenklinik Heidelberg, WHO collaborating centre
  2. 2.Frauenklinik für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Klinikum der RWTH Aachen

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