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Medizinische Klinik

, Volume 96, Issue 8, pp 451–456 | Cite as

Langzeitergebnisse der ultraschallgesteuerten Alkoholinstillation bei Patienten mit fokaler Schilddrüsenautonomie und Hyperthyreose

  • Paul Janowitz
  • Sven Ackmann
ORIGINALARBEIT

Zusammenfassung

Ziel: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den langfristigen Erfolg einer lokalen Instillation von Alkohol bei der Behandlung der manifesten Hyperthyreose zu untersuchen.

Patienten und Methodik: In einem Zeitraum von 56 Monaten haben wir 20 Patienten (13 Frauen und sieben Männer, Durchschnittsalter 67,5±12,3 Jahre) mit einer klinisch manifesten Hyperthyreose in die Studie aufgenommen. Die durchschnittliche Knotenanzahl pro Schilddrüse lag bei den Männern bei 1,4, und bei den Frauen bei 1,2. Die Durchführung der Alkoholinstillation erfolgte unltraschallgesteuert. Die Patienten wurden durchschnittlich 763±452 Tage nachbeobachtet.

Ergebnisse: Insgesamt wurden bei 57 Punktionen 264 ml Alkohol injiziert, dies ergibt im Durchschnitt 4,63 ml pro Injektionsbehandlung. Im Durchschnitt wurden 2,85±1,1 Punktionen pro Patient durchgeführt. In 24,5% der Fölle klagten die Patienten über ein Druckgefühl im Bereich der Punktionsstelle, in 21% der Fälle wurde ein Schmerzereignis während bzw. nach der Alkoholinstillation angegeben. Diese Beschwerden waren nach 48 h vollständig abgeklungen. Einmalig wurden ein subkutanes Hämatom (1,7%) und Fieber (1,7%) nach der Punktion beobachtet. Schwere Nebenwirkungen wie Dysphonie oder Blutungen waren nicht zu verzeichnen. Es konnte bei 16 Patienten (80%) nach 50±23 Tagen eine dauerhafte Euthyreose bzw. periphere Euthyreose mit peristierend supprimiertem TSH mit im Normbereich liegenden Werten für fT3 und fT4 erreicht werden. Bei vier Patienten (20%) musste zusätzlich Methimazol gegeben werden. Während derr Beobachtungszeit kam es zu einer Knotenvolumenabnahme auf 39,2% des Ausgangswertes. Eine Hormonsubstitutionstherapie war bei unseren Patienten nicht notwendig.

Schlussfolgerung: Die Erfolgsrate der mit höheren Nebenwirkungen behafteten Radiojodtherapie und der Operation wird mit der Alkoholinstillation nicht erreicht. Die konkurrenzlos kostengünstige und nicht invasive Alkoholinstillation ist eine gute Alternative zu den konventionellen Therapiemodalitäten der Hyperthyreose. Dies trifft vor allem auf multimorbide Patienten zu.

Schlüsselwörter Instillation Alkohol Hyperthyreose Ultraschall Schilddrüsenadenom Therapie 

Abstract

Aim: The aim of this study was to evaluate the long-term efficacy of treatment of autonomous thyroid nodules with percutaneous ethanol injection under ultrasound guidance.

Patients and Methods: In a period of 56 months, 20 patients (13 women and seven men, mean age 67.5±12.3 years) with autonomous toxic thyroid nodules were treated with percutaneous ethanol injection under ultrasound guidance. Ethanol was injected percutaneously on an outpatient basis for a mean of 2.85±1.1 injections per patient, mainly depending on the nodule's size. The mean volume of injected ethanol was 4.63 ml. The median follow-up time was 763±452 days.

Results: The injection was well tolerated by the patients, a mild to moderate local pain occurred in 21% of sessions. Undesirable effects were not serious and only transient and receded. Major complications like transient dysphonia and common jugular vein trombosis have not been observed. After a mean time of 50±23 days an euthyroid state with normalized basal levels of TSH, fT3 and fT4 was maintained in 16 patients (80%), while four patients (20%) did not completely respond to the treatment. In this patients a therapy with methimazole was carried out. The rate of reduction in the nodular volume was 60.8%.

Conclusion: The percutaneous ethanol injection appears to be an effective harmless and low-cost alternative treatment of autonomous thyroid nodules, especially in older and multimorbid patients.

Key Words Ethanol Injections Therapy Adenoma Therapeutic use Ultrasonography Tyroid nodule 

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Copyright information

© Urban & Vogel München 2001

Authors and Affiliations

  • Paul Janowitz
  • Sven Ackmann
    • 1
  1. 1.Klinik für innere Medizin, Krankenhaus Burg, Akademisches Lehrkrankenhaus der Otto-von-Guericke-Universität MagdeburgDE

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