Advertisement

Palaeontologische Zeitschrift

, Volume 13, Issue 4, pp 288–298 | Cite as

Nannoconus steinmanni nov. gen., nov. spec., ein merkwürdiges gesteinsbildendes Mikrofossil aus dem jüngeren Mesozoikum der Alpen

  • Erwin Kamptner
Article

Zusammenfassung

An der Zusammensetzung gewisser obertithonischer und unterkretazischer feinkörniger Kalksteine der Alpen, vor allem des Biancone (Majolica), nehmen in weiter Erstreckung eigentümliche mikroskopische Kalkgebilde (Nannoconus steinmanni nov. gen., nov. spec.) teil. Die regellos durcheinander gestreuten Individuen sind zapfenförmig. Ihre Länge schwankt zumeist zwischen 10 und 18 μ, ihr Querdurchnmesser zwischen 6 und 10 μ, wobei die Gestalt eine bemerkenswerte Konstanz ihrer Proportionen zeigt. Jeder Zapfen ist aus zahlreichen keilförmigen, etwa 1 μ hohen Teilelementen aufgebaut. Diese sind radiär zur Zapfenachse orientiert, lückenlos aneinandergefügt und reichen gegen innen an einen engeren oder breiteren axialen Kanal heran, welcher an den beiden Enden des Zapfens terminal nach außen mündet. Infolge dieses Aufbaues erscheint im mikroskopischen Bilde der querschnitt des Zapfens radialstrahlig, der Längsschnitt zweizeilig gefiedert.

Es handelt sich um organische Skelattreste von unbekannter systematischer Stellung. Sie dürften einem Einzeller angehört haben, dem offenbar im alpinen Hochseeplankton der betreffenden geologischen Zeitabschnitte eine tonangebende Rolle zukam. Der Gruppe der Coccolithineae ist die Form kaum zuzurechnen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Angeführte Literatur

  1. Bresslau, E.: Ein Verfahren zur Schnellanfertigung gefärbter Dauerpräparate von Ciliaten. — Verh. deutsch. zool. Ges.,26, S. 39, 40, Berlin 1921.Google Scholar
  2. Heim, Arn: Über submarine Denudation und chemische Sedimenten. — Geol. Rdsch.,15, S. 1–47, Berlin 1924.CrossRefGoogle Scholar
  3. Lohmann, H.: Untersuchungen über die Tier- und Pflanzenwelt sowie über die Bodensedimente des Nordatlantischen Ozeans zwischen dem 38. und 50. Grad nördl. Breite. — S. B. preuß. Akad. Wiss., 1903,1. Halbbd., S. 560–583, Taf. 1, Berlin 1903.Google Scholar
  4. Schiller, J.: Coccolithineae. —Rabenhorst’s Kryptogamenflora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 2. Aufl.,10, Flagellata, herausg. v.F. Kolkwitz, 2. Abtlg., S. 89–273, Leipzig 1930.Google Scholar
  5. Steinmann, G.: Gibt es fossile Tiefseeablagerungen von erdgeschichtlicher Bedeutung? — Geol. Rdsch.,16, S. 435–468, Taf. 1, Berlin 1925.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung 1931

Authors and Affiliations

  • Erwin Kamptner
    • 1
  1. 1.Wien

Personalised recommendations