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Der Aerodynamiker Kurt Hohenemser

  • Gerhard Rammer
Interview

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  1. 1.
    Ludwig Prandtl (1875–1953), Stud. TH München, 1898/99 dort Ass, 1901 Prom. an der Univ. München, 1901–07 ao. Prof. für angew. Mechanik Univ. Göttingen, ab 1907 o. Prof., Gründungsmitglied der Gesellschaft für angew. Machanik. Außerdem seit 1925 Direktor des KWI für Strömungsforschung in Göttingen. Die Leitung des Univ.-Instituts f. angew. Mechanik überließ er weitgehend seinen Ass: 1920–29 Arpad Nádai, 1929–33 Willy Prager. Prandtl gilt als Begründer der modernen Hydro-und Aerodynamik. (Deutsche Biographische Enzyklopädie).Google Scholar
  2. 2.
    Die Habilitationsschrift wurde veröffentlicht in: Hohenemser, K.: „Die Methoden zur angenäherten Lösung von Eigenwertproblemen in der Elastokinetik”Ergebnisse der Mathematik und ihrer Grenzgebiete, hrsg. von der Schriftleitung desZentralblatt für Mathematik, erster Springer: Berlin 1932, S. 323–416.Google Scholar
  3. 3.
    Max Schuler (1882–1972), 1902–07 Stud. TH München, 1907 Dipl., ab 1907 Mitarbeiter der Firma Anschütz & Co., 1921 Dr. Ing. TH München, 1924 Habil. Univ. Göttingen, 1928 nichtbeamteter ao. Prof., 1934 Leiter des Instituts für angew. Mech., 1939 apl. Prof. mit Diäten, 1940 beamteter ao. Prof. und Direktor des Inst. Seine Spezialgebiete sind Kreisellehre und Pendeluhren. Ab 1933 fördemdes Mitglied der SS, 1934 NSLB, 1935 NSV. Siehe: Henstchel, K.: Rammer, G.: Kein Neuanfang: Physiker an der Universität Göttingen 1945–1955,Zeuschrift für Geschichtswissenschaft 48 (2000), 8, S. 718–741, spez. S. 733ff.Google Scholar
  4. 4.
    Zu Hohenemsers Lebenslauf und speziell zum Göttinger Kontext siehe: ebenda S. 730ff.; und mit Vorbehalt: Szabó, A.:Vertreibung, Rückkehr, Wiedergutmachung. Wallstein: Göttingen 2000, S. 214–232.Google Scholar
  5. 5.
    Willy Prager (1903–1980), Stud. TH Darmstadt, 1926 Dr. Ing. (Beitrag zur Kinematik des Raumfachwers), 1927 Habil. (Zur Theorie elastisch gelagerter Konstruktionen), 1929–33 PD und Ass. am Institut f. angew. Mechanik Univ. Göttingen. Im April 1933 wurde er o. Prof. für Mechanik an der TH Karlsruhe, konnete aber aufgrund von NS-Studentenprotesten seinen Dienst nicht antreten. Er wurde im Juli 1933 nach § 3, Abs. 1 des Berufsbeamtengesetzes “zuruhegesetzt”, ein Ruhegehalt wurde ihm ab Oktober 1933 nicht mehr gewährt. Nach der Durchführungsverordnung vom 11. April 1933 “genügte” es für die nichtarische Abstammung wenn ein Eltemteil oder ein Großeltemteil nicht arisch ist. “Erst im März 1935 “bestätigte” die Reichsstelle für Sippenforschung die nichtarische Abstammung von Prager. Der katholische Großvater Sigmund Prager wurde mit dem Juden Samuel Präger identifiziert, obwohl es dafür keine Belege gab. Willy Prager arbeitete nach seiner Entlassung als Berater bei den Fieseler Flugzeugwerken in Kassel und nahm 1934 eine Professur für angew. Math. und Mech. in Istanbul an. 1941 emigrierte er weiter in die USA und war bis 1963 Prof. der angew. Mech. an der Brown Univ. in Providence. 1963–65 Berater IBM Forschungslabor Zürich, 1965–68 Prof. der angew. Mech. Univ. of California, San Diego. (Deutsche Biographische Enzyklopädie, Generallandesarchiv Karlsruhe: Personalakte Willy Prager)Google Scholar
  6. 6.
    Hohenemser, K.; Prager, W.:Dynamik der Stabwerke. Eine Schwingungslehre für Bauingenieure. Springer: Berlin 1933.zbMATHGoogle Scholar
  7. 7.
    Erich Hahnkamm (1905–1944), Stud. Wien und ab 1927 Göttingen, 1930 Prom. bei Prof. Schuler in Göttingen, 1930–31 Praktikumsass. bei Prof. Franck, 1932–34 Hilfsass. bei Schuler, 1934–36 planm. Ass. am Institut für angew. Mech. ab 1936 Referent im Reichsluftfahrtministerium, später Betriebsleiter einer Filiale der Firma Horn, Leipzig. Mitgliedschaften: 1919 Deutschnationaler Jugendbund, 1923 Wehrwolf, 1924 Stahlhelm, 1925 Völkischer Studentenbund Wien, 1931 NSDAP, 1933 SS, ohne Jahresangabe NSFK, NSD.-Studentenbund, NSD.-Dozentenbund, Deutsche Arbeitsfront, NSV, NS.-Lehrerbund, NSBDT, Reichsluftschutzbund, NS.-Althererbund d. D. Studenten. (Univ. Archiv Göttinge (UAG), Kur. XVI. V. C. e. 1.; Bundesarchiv Berlin: Parteipolitische Erhebung, Hahnkamm)Google Scholar
  8. 8.
    Heinz Schlechtweg (1905–1990), seit 1931 Notgemeinschaftsstipendiat bei Prandtl, wechselte Ende 1933 zur Versuchsanstalt der Krupp A. G. Essen, dort 1942–45 wissenschaftlicher Oberleiter der Mathematischen und Physikalischen Abteilung, seit 1946 beamteter Prof. an der Pädagogischen Akademie Kettwig/Ruhr, 1947 PD Köln, 1950 apl. Prof; wissenschaftlicher Kurator: Haus der Technik Essen, theoretische Physik (aus: Kürschner). Zur Charaketerisierung: Schlechtweg beklagte sich in einem Brief an Prandtl vom März 1934, dass er von Prager keine wissenschaftliche Hilfe bekam. In diesem Brief denunzierte er Pragers Mitarbeiter als “fest auf dem Boden der jüdisch-marxistischen Weltauffassung” stehend. (Archiv zur Geschichte der Max Planck-Gesellschaft, Nachlass Prandtl, Abt. III, Rep. 61, Nr. 1454)Google Scholar
  9. 9.
    Wilhelm Flügge (geb. 1904), Stud. 1921–25, 1927 Dr. Ing. TH Dresden; 1928–30 Ingenieurtätigkeit, ab 1930 Univ. Göttingen, 1932 PD, April–September 1934 planm. Assistent am Inst. für angew. Mech. 1934–37 wiss. Mitarbeiter in der AVA, 1938–45 Abteilungsleiter Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt Berlin Adlershof; 1946–48 Gruppenleiter, Centre Technique, Office National d’Etudes et de Recherches Aéronautiques, Wasserburg, 1947–48 Paris; ab 1948 Prof. Department of Engineering Mechanics, Stanford Univ., Calif. (Poggendorff)Google Scholar
  10. 10.
    Gemeint sind die Schreiben Hahnkamms an den Kurator und den Kultusminister. (UAG, Kur, XVI. V. C. e. 1 und 5250/7A)Google Scholar
  11. 12.
    Gustav Mesmer (1905–1981), 1929–33 Hilfsass. Inst. für angew. Mechanik Göttingen; 1939 Habil. TH Aachen, 1941 o. Prof. TH Darmstadt, 1950 Prof. Washington Univ. St. Louis, MO, USA, 1957 Gastprof. TH Darmstadt, Gastprof. Kabul Univ. Afhanistan, 1974 em. (Kürschner).Google Scholar
  12. 13.
    Zu Prandtl und der Entwicklung der Luftfahrtforschung siehe: Tollmien, C.: „Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Strömungsforschung verbunden mit der Aerodynamischen Versuchsanstalt”, Becker, H., Dahms, H.-J. und Wegeler, C. (Hg.):Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus, Saur: München, 1998, S. 684–708; Trischler, H.:Luft-und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900–1970. Politische Geschichte einer Wissenschaft, Campus: Frankfurt/Main, New York, 1992; ders. Trischler, H.: „Big Science or, Small Science? Die Luftfahrtforschung im Nationalsozialismus”, in: Kaufmann, D. (Hg.):Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung. Wallstein: Göttingen 2000, Bd. 1, S. 328–362.Google Scholar
  13. 14.
    Bei den Reichstagswahlen vom September 1930 erhielt die NSDAP im Stadtkreis Göttingen knapp 50% und die DNVP 13% der Stimmen (Göttinger Tageblatt, 15. September 1930, S.4).Google Scholar
  14. 15.
    Irmgard Flügge-Lotz (1903–1974), 1927–29 Ass., 1929 Dr. Ing. TH Hannover; 1929–34 Forschungsass., 1934–38 Leiterin der Abt. für theor. Aerodynamik, AVA Göttingen; 1938–45 wiss. Beraterin für Aerodyn. und Dynamik des Flugs, DVL Berlin-Adlershof; 1946–48 Leiterin einer Gruppe deutscher Ing., Office National d’Etudes et de Recherches Aéronautiques, Wasserburg, 1947–48 Paris; 1949–60 Lecturer and Research Supervisor, Division of Engineering Mechanics, Aeronautics and Astronautics, 1960–68 full prof., Stanford Univ., Calif., USA. (Poggendorff, Notable American Women)Google Scholar
  15. 18.
    Gerhard Fieseler war nach eigenen Angaben patriotisch gesinnt und wählte die NSDAP. Eine Ansprache Hitlers in Kassel 1928 kommentierte Fieseler: „Was Hitler in acht Punkten sagte, erschien mir klar, richtig und überzeugend. Nur bei dem Thema ‘Juden’ konnte ich ihm nicht zustimmen.” In den Fieseler Flugzeugwerken arbeiteten 1933 etwa 150 Menschen. Während der Nazi-Herrschaft entwickelte sich die Firma zu einem Musterbetrieb der Rüstungsindustrie, der 1938 persönlich vom Führer mit der goldenen Fahne ausgezeichnet wurde. Ab 1942 wurde die Flugbombe Fi 103, besser bekannt als V1, in Massenfertigung hergestellt. Fieseler, G.:Meine Bahan am Himmel. Der Erbauer des Fieseler Storchs und der V 1 erzählt sein Leben. Bertelsmann: München 1979, S. 166f, 178, 234, 251ff.Google Scholar
  16. 19.
    Zum internationalen Kongress der angewandten Mechanik in Cambridge (GB) 1934 siehe:Abstracts of papers to be read at the Fourth International Congress for Applied Mechanics, July 3rd to 9th 1934. Univ. Press: Cambridge, 1934;Proceedings of the fourth international congress for applied mechanics. University Press: Cambridge, 1935. Zum Kongress vom 12. bis 16. September 1938 in Cambridge (U.S.A.): den Hartog, J. P. und Peters, H. (Hg.):Proceedings of the fifth international congress for applied mechanics. Wiley: new York u. a., 1939. Allge|mein: Tobies, R.: „Die ‘Gesellschaft für angewandte Mathematik und Mechanik’ im Gefüge imperialistischer Wissenschaftsorganisation”,NTM-Schriftenreihe zur Geschichte der Naturwissenschaft, Technik und Medizin 19 (1982) 1, S. 16–26. Bei der Hilfsorganisation handelte es sich um die AAC (Academic Assistance Council), die im April 1933 in London gegründet und 1936 in SPSL (Society for the Protection of Science and Learning) umgenannt wurde. Siehe Hentschel, K.; Hentschel, A. M.:Physics and National Socialism. An Anthology of Primary Sources. Birkhäuser: Basel, 1996, S. lxif.Google Scholar
  17. 20.
    Zu Prandtl vgl. Tollmien, C.:Kaiser-Wilhelm-Institut, zu den Emigrationsschwierigkeiten von Mathematikern: Siegmund-Schultze, R.:Mathematiker auf der Flucht vor Hitler. Quellen und Studien zur Emigration einer Wissenschaft. Vieweg: Braunschweig, Wiesbaden, 1998.Google Scholar
  18. 21.
    Zu Emil Arnold siehe Fieseler, G.:Meine Bahn, S. 170f.Google Scholar
  19. 22.
    Die Rote Kapelle ist ein Sammelbegriff der deutschen militärischen Abwehr für verschiedene Gruppen in Frankreich, Belgien, Holland und der Schweiz. Davon abzugrenzen ist die Rote Kapelle in Deutschland. Dies war eine Widerstandsgruppe um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen. Diskussionszirkel und das Herstellen von Flugblättern waren die ersten oppositionellen Aktivitäten. Im Jahr 1941 wurde Verbindung zu Russland aufgenommen. Von August 1942 bis März 1943 wurden 126 zur Roten Kapelle zählende Widerstandskämpfer verhaftet, über 50 davon von den Nazis ermordet. Siehe Coppi, H.; Danyel, J. und Tuchel, J. (Hg.):Die Rote Kapelle im Widerstand gegen den nationalso zialismus. Edition Hentrich: Berlin 1994, siehe darin zu Elisabeth Schumacher, geb. Hohenemser und deren Mann Kurt Schumacher S. 254ff. Coppi, H.; Andresen, G. (Hg.):Dieser Tod paßt zu mir. Harro Schulze-Boysen — Grenzgänger im Widerstand. Briefe 1915 bis 1942. Aufbau-Verlag: Berlin 1999, Kesaris, P. L. (Hg.):The Rote Kapelle. The CIA’s History of Soviet Intelligence and Espionage Networks in Western Europe, 1936–1945. Univ. Pupl. of America: Washington D. C. 1979.Google Scholar
  20. 23.
    Richard von Mises (1883–1953), 1901–06 Stud. TH Wien; 1907 Dr. phil., 1908 Habil an der Deutsch. Hochsch. Brünn; 1908–09 Ass., 1909–18 ao. Prof. U. Straßburg; 1919–20 o. Prof. TH Dresden; 1920–1933 o. Prof. U. Berlin. Herausgeber der Zeitschrift für angew. Math. und Mech. und Geschäftsführer der Gesellschaft für angew. Math. und Mech. 1922–1933, 1933–39 o. Prof. für reine und angew. Math. U. Istanbul/Türkei; 1939–44 Prof. der Math. Harvard Univ., 1944–1953 Gordon MacKay Prof. für Aerodynamik und angew. Math. (International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945). Siehe auch Frank, W.; “Richard von Mises und Hilda Geiringer-Mises. Anmerkungen zu deren Lebenslauf”. Stadler, F. (Hg.),Vertriebene Vernunft II. Emigration und Exil österreichischer Wissenschaft. Jugend und Volk: Wien, München, 1988, S. 751–755.Google Scholar
  21. 24.
    Mises, R. von:Fluglehre. Vorträge über Theorie und Berechnung der Flugzeuge in elementarer Darstellung. 5. Aufl. neu bearbeitet von Kurt Hohenemser, Springer: Berlin 1936. (Ersle Auflage 1916, 4. Aufl. 1933)Google Scholar
  22. 25.
    Hohenemser hat 1957 die sechste, neubearbeitete Auflage derFluglehre herausgegeben und 1959 ein Vorwort für die englische Ausgabe geschrieben, in dem die neuen Kapitel der deutschen 6. Auflage kurz dargestellt sind: Mises, R. von:theory of Flight. With the the collaboration of W. Prager and Gustav Kuerti, with a new introduction by Kurt H. Hohenemser — unabridged and unaltered republ. of the Engl. transl. (1945). — New York: Dover 1959.Google Scholar
  23. 26.
    Hans Reißner (1874–1967), Bauing.-Stud. TH Berlin-Charlottenburg, 1897 Examen, Physikstud. Univ. Berlin, 1900 Dipl. als Bauing., 1902 Dr., 1903 USA-Aufenthalt, 1904 PD TH Berlin, 1906 o. Prof. THAachen, 1912 o. Prof. TH Berlin, Gründungsmitglied der Gesellschaft für angew. Math. und Mech. (1922), 1936 in den Ruhestand versetzt, dann Berater bei Argus-Motorenfabrik 1938 Emigration in die USA, 1938–1944 Res. Prof. Illinois Inst. Technol., Chicago, 1943–55 Prof. Polytechn. Inst. Brooklyn. (Poggendorff, Luft- und Raumfahrt 4 1981). Siehe auch Reißner, E.: “Hans Reißner, Engineer, Physicist and Engineering Scientist”,The Engineering Science Perspective 2 (1977), No. 4, S. 97–105.Google Scholar
  24. 27.
    Hilda Geiringer (1893–1973), PD Berlin 1927–33, Assos. Prof. Brüssel 1933–34, Prof. Istanbul 1934–39, Lect. Bryn Mawr Coll., Penns./USA 1939–44, Prof. Wheaton Coll., Mass./USA 1944–59, em. Prof. 1959. Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik, math. Vererbung, Statik, Plastizität, Strömungslehre. (Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender; International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945, S. 821). Siehe auch Richards, J. L.: “Hilda Geiringer von Mises”, Grinstein, L.S. und Campbell, P.J. (Hg.).Woman of Mathematics: A Bibliographic Sourcebook. Greenwood Press: New York usw., 1987, S. 41–46; Binder, C.: “Hilda Geiringer: ihre ersten Jahre in Amerika”, Demidov, S., Folkerts, M., Rowe, D. und Scriba, C.(Hg.):Amphora. Festschrift für Hans Wussing zu seinem 65. Geburtstag. Birkhäuser: Basel, 1992, S. 25–53.Google Scholar
  25. 28.
    Für Mises war die Wahrscheinlichkeitstheorie ein Teil der Naturwissenschaft, zu deren Beschreibung er den Begriff des Kollektivs benutzte. Verkürzt dargestellt ist ein Kollektiv eine unendliche Abfolge von Erscheinungen, deren Merkmale regellos auftreten. Sei A irgendein Teil der Merkmalmenge undn Adie Anzahl derjenigen unter den ersten n Elementen des Kollektivs, deren Merkmal zuA gehört, dann existiere der Grenzwert lim (n→∞)n A/n=W A. Der Grenzwert der relativen HäufigkeitW A ist dann die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der zuA gehörigen Merkmale innerhalb des Kollektivs. Erste Formulierung dieser Theorie: Mises, R. von: “Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung.”Mathematische Zeitschrift 5 (1919), S. 52–99; ausführlicher: ders Mises, R. von:Vorlesungen aus dem Gebiete der angewandten Mathematik. Bd. 1: Wahrscheinlichkeitsrechnung und ihre Anwendung in der Statistik und theoretischen Physik. Deuticke: Leipzig u. Wien, 1931; zu den erkenntnistheoretischen Fragen der Theorie: ders. Mises, R. von:Wahrscheinlichkeit, Statistik und Wahrheit. Springer: Wien 1928.CrossRefMathSciNetGoogle Scholar
  26. 30.
    Heinrich Focke (1890–1979) war Pionier in der Hubschrauberentwicklung. Die Firma Focke-Wulf baute bereits im Jahr 1936 den für Höhen- und Streckenflüge tauglichen Hubschrauber Fw 61. Im April 1937 gründete er die Firma Focke-Achgelis Flugzeugbau, deren bedeutendste Schöpfungen die Fa 330 “Bachstelze” und Fa 223 waren. Nach dem Krieg arbeitete Focke zunächst für die französische und die brasilianische Regierung, bis er eine Professur an der TH Stuttgart übernahm. Siehe: Hohenemser, K.: “Heinrich Focke 65 Jahre”,Z. f. Flugwiss. 3 (1955), Heft 10, S. 359.Google Scholar
  27. 33.
    Als Mitarbeiter der AVA in Göttingen arbeitete Hans Georg Küssner an der Hubschrauberentwicklung. Küssners Spezialgebiet war allerdings das Flügelflattern. Bereits im April 1935 bat Flettner bei der AVA um Unterstützung und organisierte ein Treffen seiner Konstrukteure Arnold und Nagel mit Küssner. (Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt, Historisches Archiv Göttingen, GOAR, Nr. 1561 und Nr. 2724) Siehe auch Küssner, H. G.: “Probleme des Hubschraubers”,Luftfahrtforschung 14 (1937), S. 1–13.Google Scholar
  28. 34.
    Zur frühen deutschen Hubschrauberentwicklung und zur Zusammenarbeit und den Rivalitäten zwischen den einzelnen Firmen siehe das in Vorbereitung befindliche Buch von Steve Coates. Zu Igor Sikorskij (1889–1972) und dessen ersten Hubschraubern sieher: Morris, C.L.:Pioneering the Helicopter. McGraw-Hill Book Company: New York 1945.Google Scholar
  29. 38.
    Es gibt zehn Veröffentlichungen aus den Jahren 1944 und 1945: Hohenemser, K.: „Der Leistungsbedarf des idealen Hubschraubers”,Technische Berichte 11 (1944), S. 159; ders. Hohenemser, K.: „Neue Erkenntinisse zur Frage der Schwebeflugstablität eines Hubschraubers mit zentraler Shraubenanordnung”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/1 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Die Längsstabilität des Hubschraubers im Vorwärtsflug”,Deutsche Luftfahrtforschung Forchungsbericht Nr. 1989/2 (1994); ders. Hohenemser, K.: „Aufgaben aus der Theorie der Blattwinkelregelung des Hubschraubers”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/3 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Zur Theorie der Schwingungen von Drehflügeln in der Umlaufebene”,Deutsche Luftfahrt-forschung Forschungsbericht Nr. 1989/4 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Zur Theorie der Hubschraubersteuerung im Schwebeflug”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/5 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Die Seitenstabilität des Hubschraubers im Geradeausflug”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/6 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Die Transportleistungen des Hubschraubers”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/7 (1945); ders. Hohenemser, K.: „Das Hochreissen des Hubschraubers”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/8 (1945); ders. Hohenemser, K.: „Das Leistungskennfeld der Hubschraube”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/9 (1945).Google Scholar
  30. 40.
    Vgl Fußnote 38. Es gibt zehn Veröffentlichungen aus den Jahren 1944 und 1945: „Der Leistungsbedarf des idealen Hubschraubers”,Technische Berichte 11 (1944), S. 159; ders. Hohenemser, K.: „Neue Erkenntnisse zur Frage der Schwebeflugstablität eines Hubschraubers mit zentraler Schraubenanordnung”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/1 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Die Längsstabilität des Hubschraubers im Vorwärtsflug”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/2 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Aufgaben aus der Theorie der Blattwinkelregelung des Hubschraubers”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/3 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Zur Theorie der Schwingungen von Drehflügeln in der Umlaufebene”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/4 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Zur Theorie der Hubschraubersteuerung im Schwebeflug”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/5 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Die Seitenstabilität des Hubschraubers im Geradeausflug”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/6 (1944); ders. Hohenemser, K.: „Die Transportleistungen des Hubschraubers”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/7 (1945); ders. Hohenemser, K.: „Das Hochreissen des Hubschraubers”,Deutsche Luftfahrforschung Forschungsbericht Nr. 1989/8 (1945); ders. Hohenemser, K.: “"Das Leistungskennfeld der Hubschraube”,Deutsche Luftfahrtforschung Forschungsbericht Nr. 1989/9 (1945).Google Scholar
  31. 41.
    Kurt Zierold (1899–1989), Jura-Stud. in München, Berlin und Greifswald, 1925 Eintritt in das Preußische Kultusministerium, Aufstieg zum Ministerilrat, 1934 Vorsitzender der Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, nach der Befreiung vom NS berief ihn Kultusminister Grimme als Ministerialrat nach Hannover, wo er die Hochschulabeitung im niedersächsischen Kultusministerium leitete. 1949–52 geschäftsführender Vizepräsident der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, 1952–64 Generalsekretär der DFG (Munzinger-Archiv). Siehe: Zierold, K.:Forschungsförderung in drei Epochen. Deutsche Forschungsgemeinschaft: Geschichte, Arbeitsweise, Kommentar. Steiner: Wiesbaden 1968; ders: Zierold, K.:Forschung, Lehre und Erziehung. Aufsätze aus der Zeit des Wiederaufbaus und der Neugründung deutscher Hochschulen. Acta Humaniora: Weinheim, 1984.Google Scholar
  32. 42.
    Vgl. auch Rammer, Gerhard: „Die Geschichte einer doppelten Vertreibung”,Spektrum, Georg-August-Universität Göttingen, 3/2001, S. 22–24.Google Scholar

Copyright information

© Birkhäuser Verlag 2002

Authors and Affiliations

  • Gerhard Rammer
    • 1
  1. 1.Institut für WissenschaftsgeschichteUniversität GöttingenGöttingen

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