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Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten

, Volume 29, Issue 1, pp 231–248 | Cite as

Ein Fall von (Influenza-) Psychose im frühesten Kindesalter

  • S. Kalischer
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References

  1. 1).
    Anmerk. bei der Correctur.—Vor Kurzem, Sept. 1896, nach 1 1/2 Jahren konnte ich das Kind wieder sehen und untersuchen. Die Pupillendifferenz bestand damals nicht. Das Kind war psychisch völlig normal und gut entwickelt.Google Scholar
  2. 2).
    Man konnte anfangs auch an eine Influenza-Meningitis denken, wie sie kürzlich von Krannhals (Zur Casuistik meningitisähnlicher Erkrankungen ohne entsprechenden anatomischen Befund, Pseudomeningitis. Archiv f. klin. Med. Bd. 54) und anderen beschrieben ist. Auch eine grippale Encephalopathie (Encephalitis, Poliencephalitis u. s. w.) war durch den Mangel der Begleiterscheinungen und den Verlauf schon in den ersten Tagen der Erkrankung auszuschliessen.Google Scholar

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  1. 1).
    Hierbei sehe ich ab von dem maniakalischen Zustandsbüde resp. von der symptomatischen maniakalischen Erregung, wie sie auftritt im Verlauf des circulären Irreseins, der periodischen Manie, des Delirium acutum, der Epilepsie, Idiotie, der progressiven Paralyse, der acuten Verwirrtheit resp. Verrücktheit, ferner im Verlaufe von organischen Hirnerkrankungen u. s. w. Viele der Fälle, die früher als Manie bezeichnet wurden, gehören zur Gruppe der acuten (hallucinat.) Verwirrtheit oder Amentia.—Während einer 4jährigen Thätigkeit in einer Privat-Irrenanstalt mit einem Bestände von 200 älteren Geisteskranken und 50–70 frischen Fällen mit stetem Wechsel konnte ich nur in 2–3 Fällen die Diagnose einer reinen typischen Manie als selbstständig geschlossene Krankheitsform stellen.Google Scholar
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    Emminghaus, Die psychischen Störungen des Kindesalters. Tübingen 1887. Gerhardt’s Handbuch der Kinderheilkunde. Die grosse Mehrzahl der hier beschriebenen Kinderpsychosen betrifft das spätere Kindesalter nach der zweiten Dentition.Google Scholar

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  2. 2).
    Es sei hier hervorgehoben, dass auch die Melancholie ähnliche Be-Ziehungen zur Paranoia hat Während auf der einen Seite die Melancholie als eigene selbstständige Krankheitsform häufig auftritt, sehen wir mitunter das Symptomenbild der melancholischen Verstimmung (mit Angstzuständen, Verkleinerungswahn, Neigung zu Selbstanklagen, Selbstmordideen, Verlangsamung des Vorstellungsablaufs u. s. w.) im Verlauf der Paranoia (Verrücktheit), der Verwirrtheit (Amentia), der progressiven Paralyse u. s. w. auftreten. Auch Misch- und Uebergangsformen der Melancholie und Verrücktheit (Paranoia) zeigt unter anderem die in der Menopause nicht selten auftretende „melancholische Verrücktheit“.Google Scholar

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    Ich selbst sah bei einem sechsjährigen Knaben neben einer Influenza-Bronchopneumonie 14 Tage lang ca. Delirien und comatöse Zustände abwechseln; bei einem fünfjährigen Knaben ohne Complication äusserte sich die Influenza durch epileptische Anfälle und comatöse Zustände, die 3 Tage anhielten; beide Fälle gingen in dauernde Heilung über und waren auch vor dieser Erkrankung frei von ähnlichen Störungen.Google Scholar
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    Es ist wohl zweifellos, dass Inanitionspsychosen nur eine Bezeichnung ist, die auf die Aetiologie allein, nie auf die Form der Erkrankung hinweist. Denn wir sehen z. B. eine Melancholie ebenso bei einem Inanitionszustand entstehen, wie eine acute (halluc.) Verwirrtheit und andere Psychosen.Google Scholar
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Copyright information

© Verlag von August Hirschwald 1897

Authors and Affiliations

  • S. Kalischer

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