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Zur Geochemie der Granitpegmatite

  • A. Fersmann
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Zusammenfassung

Eine geochemische Betrachtung der Granitpegrnatite läßt sehr bezeichnende Gesetzmäßigkeiten erkennen. Bei den typomorphen Elementen und den aus ihnen gebildeten Verbindungen (Mineralien) treten die ungeraden Zahlen hervor (Atomnummer, Oxyde, Kristallsymmetrie). Die Zahl der Mineralien erscheint in den meisten Fällen beschränkt; es wird gezeigt, das für die Bildlingsgesetze der Mineralien die Phasenregel und das Gesetz der Doppelverbindungen herangezogen werden können.

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Literatur

  1. 1).
    Vgl. meine Notiz: Über die geochemisch-genetische Klassifikation der Granitpegmatite. Min.-Petr. Mitt. XLI, 1931, p. 64-84.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. meine Monographie in russischer Sprache — Pegmatite und deren wissenschaftliche und praktische Bedeutung, 1931. B. I. Granitpegmatite. — Ich entnehme dieser umfangreichen Arbeit einen Teil des Kapitels öber die geochemischen Eigenschaften der Granitpegmatite.Google Scholar
  3. 3).
    Seltene Erden.Google Scholar
  4. 4).
    Es ist hSchst wichtig, daß in den Granitpegmatiten und in den Graniten selbst die weniger stabilen. Atome angereichert werden (auch die Atome der radio-aktiven Elemente), dagegen die recht symmetriseh uad stabil gebauten Atome mit geraden Zahlen für tiefere Zonen der Erdrinde, für Meteorite und wahrscheinlich för den Erdkern charakteristisch sind.Google Scholar
  5. 5).
    Besonders interessant sind seine Untersuchungen öber die Sesquioxyde, da er bei der Besprechung derselben ganz richtig die Gruppe TR2O3, B2O3 und Y2O3 in die Letztkristallisation einrechnete. Das Hauptgesetz der Kristallehemie, welches in unserem Falle besondere Rolle spielt, lautet „analog gebaute Zonen gleieher Valenz und gleicher Dimensionen in vergleichbaren Kristallen zeigen Ähnlichkeit auch in Bezug auf rein chemische Eigenschaften“.V. M. Goldschmidt, Geochem. Verteilungsgesetze V (Sesquioxyde). Skrifter Norske Vidensk. Akad. Oslo. Nr. 1. Math. Nat. Klasse, 1925, Nr. 7, p. 55.Google Scholar
  6. 6).
    Ich rechne za den Pegmatiten reiner Linie diejenigen Pegmatitrestösungen, die als ein mehr oder weniger geschlossenes System betraehtet werden kOnnen und keine merkliche Anreicherung oder Verlust an Komponenten wiährend des Prozesses erleiden. Vgl.A. Fersmann, Min. Petr.-Mitt. 1931, XLI, p. 64.Google Scholar
  7. 7).
    Der Zählung wurden die wichtigsten Pegmatitvorkommen mit reicher Mine-ralbildung unterzogen. Es ist interessant, daß wir dieselben Beziehungen auch bei gewöhnlichen Granitpegmatiten beobachten, nur schwankt die Zahl der Elemente, resp. der Mineralien um 10.Google Scholar
  8. 8).
    Vgl. die Anmerkung auf S. 205 (Zahl 10 bei einfachen nicht minerali-sierten Granitpegmatiten).Google Scholar
  9. 9).
    V. M. Goldschmidt, Die Gesetze der Mineralassoz. vom Standpunkt der Phasenregel. Zeitschr. f. anorg. Chemie, 19ll, LXXI, p. 313-322.V.M. Gold-schmidt, Kontaktmetamorphose im Kristianiagebiet. Videnskapss. Skrifter Math. Nat. Klasse, Oslo, Nr. 1. p. 121-125.V. M. Goldschmidt, Anwendung der Phasen-lehre auf Silikatgesteine. Zeitschr. f. Elektrochemie, 1911, XVII, p 636.V.M. Gold-schmidt, Über die Anwendung der Phasenlehre. Centralbl. f. Min. 1912, Nr. 18. Vgl.H. Seifert, Geolog. Thermometer Fortschr. Min. 1930, XIV, p. 176-179.Google Scholar
  10. 10).
    Wir können in unserem Falle die Zahl der Elemente als Zahl der selb-stätndigen Komponenten annehmen, da wir mit Oxyden und Sulfiden zu tun haben, also als selbständige Komponenten nur O und S nicht gerechnet werden dürfen, dagegen Fe in selbständiger Form als Komponente Fe2O3 und FeS, also in drei Komponenten hervortritt. Dasselbe gilt in einigen Fällen für andere Elemente, aber bei unserem statistischen Verfahren können wir die Zahl der Elemente nur mit einer Genauigkeit von 4±2 bestimmen. Immerhin müssen wir betonen, daß diese Annahme diskutabel ist, da wir eigentlich gar nicht wissen, was wir als selbändige Komponente in der Restlauge vom physikalisch-chemischen Punkte rechnen sollen. Vgl. die interessanten Angaben yonBroch, Geol. Tidschrift. 1926, IX. 2, p. 184-186.Google Scholar
  11. 11).
    Interessant ist es, daß ein großer Teil der Pneumatolite wahrscheinlich diesem Gesetze folgt: so können wir für die W.-Pneumatolite Transbaikaliens die Zahl der Mineralien und Elemente auf 25, resp. 19 feststellen; dagegen sehen wir in Erzhydrothermoliten oder alpinen Gängen viel verwickeltere Beziehungen.Google Scholar
  12. 12).
    Kontaktpegmatite oder Pegmatite der Kreuzlinie nenne ich diejenigen Pegmatitrestlaugen, die während des Erkaltungsprozesses einzelne Elemente aus dem Nebengestein assimilieren, aber dieselben noch in den ersten Phasen des Prozesses als Bodenkörlaer in irgendeiner Form ablegen.Google Scholar
  13. 13).
    Ich schalte aus die Bildung des Ca-Metasilikates, da Wollastonit nur bei höheren Temperaturen beständig ist. Was aber die 0rthosilikate yon CaO, MgO und FeO anbetrifft, so schließe ich dieselben auch aus, da wir mit einem riesigen Überschuß an SiO2 zu tun haben der die Bildung Von Orthosilikaten — bei höheren Temperaturen (über 80°) beständig — verhindert.Google Scholar
  14. 14).
    Interessant ist die Bildung von Kornerupin MgO. Al2O3. SiO2 und noch basischeren Saphirin 2·5 MgO.3 Al2O3. SiO2, die die Anwesenheit Von Quarz, Cordierit und Spinell ausschließen. Sie entstehen jedoch bei migmatitischen Prozessen.Google Scholar
  15. 15).
    Gleichzeitig mit der Desilikation geht meistens ein Verlust an K2O und es entstehen Gesteine, die aus Albit (Plagioklas), Korund oder Sillimanit bestehen.Google Scholar
  16. 16).
    Aus der Analyse dieser Assoziation können wir einen recht wichtigen Sehluß ziehen. Andalusitpegmatit kann nicht nur als Kontaktpegmatit, sondern auch als normaler Pegmatit reiner Linie entstehen, was eigentlich schon vonP. Niggli provisorisch richtig angegeben wurde. Jedoch wird eine Assimilation von tonerde-reichen und alkaliarmen Gesteinen die Bildung von Andalusit und das Hervortreten yon Andalusitpegmatiten begünstigen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1931

Authors and Affiliations

  • A. Fersmann
    • 1
  1. 1.Leningrad

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