International Journal of the Classical Tradition

, Volume 9, Issue 2, pp 177–194 | Cite as

Die diokletianische Tetrarchie als Epoche einer historischen Wende in antiker und moderner Sicht

  • Wolfgang Kuhoff
Article

Abstract

The reign of the emperor Diocletian has always been regarded as one of the most crucial periods in Roman history. Sometimes it is emphasized as the turning point between the principate and the following epoch, which is called in English the “Later Roman Empire,” in French “le Bas-Empire,” and in German “die Spätantike” or, more pointedly, “der Dominat.” Such a determination was already suggested in antiquity by the orator Lactantius, who was a contemporary of Diocletian and his three co-emperors, who together formed the socalled “tetrarchy.” This new system of rule was created by Diocletian in order to establish in all endangered regions of the Roman world the presence of an emperor, who would guarantee the security of his part of theImperium Romanum. Lactantius based his assessment of Diocletian’s reign on the observation that it saw the last major persecution of the Christians who were later to be recognized by Constantine. In modern times, following the more secular position of Edward Gibbon, many historians who treated the tetrarchic period in an overwhelming number of works expressed the view that we can acknowlege these years as an important time because of the many substantial reforms that were initiated by Diocletian; but the persecution of the Christians was only one among many events of his reign. The period of the Diocletianic tetrarchy was really fundamental, but characterizing it as an historical turning point would be a simplifying overstatement.

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Literatur

  1. 1.
    Der Autor dieses Beitrages hat kürzlich eine umfangreiche monographische Darstellung vorgelegt: Wolfgang Kuhoff,Diokletian und die Epoche der Tetrarchie. Das römische Reich zwischen Krisenbewältigung und Neuaufbau (284–313 n. Chr.), Frnakfurt am Main u. a. 2001.Google Scholar
  2. 2.
    Edward Gibbon,The History of the Decline and Fall of the Roman Empire, hrsg. von John B. Burry, Bd. 1, London61913, 351. Die Geschichtsauffassung dieses Autors behandelte jüngst allgemein John Matthews, “Gibbon and the Later Roman Empire: Causes and Circumstances”, in: Rosamond McKitterick—Ronald Quinault (Hrsgg.),Edward Gibbon and Empire, Cambridge 1997, 12–33.Google Scholar
  3. 3.
    Die lange Übergangszeit zwischen dem Ende der sogenannten ersten Tetrarchie unter verantwortlicher Beteiligung Diokletians und der Gewinnung der reichsweiten Alleinherrschaft durch Konstantin im Jahre 324 ist unterschiedlich aufgefaßt worden. Dementsprechend variieren die Datierungen, und das Ende wurde verschieden angesetzt; eine die gesamte Epoche der tetrarchischen Zeit von 284/293 bis 313 umfassende Darstellung in monographischer Form liegt jetzt erstmals vor (siehe Anm. 1). Bekanntlich sieht die englischsprachige Forschung als Stichdatum für den Übergang vom Altertum zum Mittelalter die Gründung von Konstantinopel im Jahre 330 an, was z.B. durch die Abgrenzung zwischen derCambridge Ancient History und derCambridge Medieval History sinnfällig zum Ausdruck kommt. Das Jahr 313 wurde dagegen nur selten als für die politische Entwicklung maßgeblich betont, auch wenn die Tragweite des Ausscheidens von Maximinus Daia aus dem Mächtespiel als wichtiges Ereignis angesehen wird: Charakteristisch erscheint in dieser Hinsicht die Darstellung von Alexander Demandt,Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284–565 n. Chr., Handbuch der Altertumswissenschaft 3, 6, München 1989, 69, der den Tod des Maximinus nicht als historische Zäsur benennt.Google Scholar
  4. 4.
    Aur. Vict.,Caes. 59, 45: Im Zusammenhang mit der Abschaffung derfrumentarii und der Ausstattung mehrerer wichtiger Städte mit Mauern heißt es:veterrimae religiones castissime curatae, … (“Den ältesten Kulten ließ man in größter Reinheit Pflege angedeihen, …”).—Deutsche Übersetzung hier und unten Anm. 14 nach: S. Aurelius Victor,Die Römischen Kaiser—Liber de Caesaribus. Lateinisch—deutsch. Hrsg., übers. und erläutert von K. Groß-Albenhausen und M. Fuhrmann, Sammlung Tusculum, Zürich/Düsseldorf 1997. Zur inhaltlichen Deutung dieses Teils der Gesamtstelle siehe Kuhoff,Diokletian 246 und 275 f.Google Scholar
  5. 5.
    Lactant.,De mort. pers. 7, 4. Im Anschluß an die zitierte Passage kritisiert der Autor kurz die angeblich harte Vorgehensweise derjenigen Beamten, die für die Steuererhebung zuständig waren. J. L. Creed,Lactantius, De mortibus persecutorum, Oxford 1984, 88, gibt hierzu nur einen knappen Kommentar, während Jacques Moreau,Lactance, De la mort des persécuteurs, 2 Bde., Paris 1954, 238–241, einen deutlich umfänglicheren bietet. Vgl. auch Kuhoff,Diokletian 329f.—Deutsche Übersetzung der Lactantiusstellen hier und sonst nach:Des Luc. Cael. Firm. Lactantius Schriften. Von den Todesarten der Verfolger etc., Bibliothek der Kirchenväter, Kempten/München 1919 (allerdings mit einigen notwendigen Korrekturen).Google Scholar
  6. 6.
    T. C. Skeat,Papyri from Panopolis in the Chester Beatty Library Dublin, Dublin 1964, hier Pap. II 162, 170 und passium. Zum Ereignis selbst siehe Kuhoff,Diokletian 17–23.Google Scholar
  7. 7.
    Lactant.,De mort. pers. 12, 1:Inquiritur peragendae rei dies aptus et felix ac potissimum Terminalia deliguntur, quae sunt a. d. septimum kalendas martias, ut quasi terminus imooneretur huic religioni (“Zur Ausführung der Angelegenheit suchte man nach einem passenden und glückverheißenden Tag und wählte gerade das Fest des Grenzgottes, das auf den 23. Februar fällt, damit so dieser Religion gleichsam die Grenze gesetzt würde”). Einen kurzen Kommentar bietet wiederum Moreau,Lactance 273 f.; eine ausführliche Diskussion der Verfolgungsmaßnahmen findet sich bei Kuhoff,Diokletian 246–297 (hier wie sonst sind dort auch die Verweise auf frühere Literatur angeführt).Google Scholar
  8. 8.
    Als Beispiele für die unkritische Verwendung der lactantischen Schilderung des herrscherlichen Geheimgespräches lassen sich folgende Forschungsbeiträge benennen: Theodor Preuß,Kaiser Diocletian und seine Zeit, Leipzig 1869, 160–164; Wilhelm Enßlin,Valerius Diocletianus, RE VII A, 1948, 2419–2495, hier 2489–2491; R. G. S. Thomas, “L'abdication de Dioclétien”,Byzantion 43, 1973, 229–247. Es drängt sich zudem der Eindruck auf, daß auch andere moderne Autoren im Stillen diese Schilderung benutzen, ohne sich ausdrücklich auf sie zu berufen. Dieser abzulehnenden Auffassung widersprechen zu Recht dezidiert Ingemar König, “Lactanz und das ‘System’ der Tetrarchie”,Labeo 32, 1986, 180–193, und vor allem Jean Rougé, “L'abdication de Dioclétien et la proclamation des Césars: degré de fiabilité du récit de Lactance”, in: Michel Christol—Ségoulène Demougot—Yvette Duval—Claude Lepelley—Luce Pietri (Hrsgg.),Institutions, société et vie politique dans l'empire romain au IV e siècle ap. J.-C. Actes de la table ronde autour de l'œuvre d'André Chastagnol (Paris, 20–21 janvier 1989), Collection de l'École Française de Rome 159, Rom 1992, 77–89: Dieser Autor lehnt jegliche Bezugnahme auf die “Darstellung” des Lactantius kategorisch ab.Google Scholar
  9. 9.
    In seiner ersten Aussage, mit welcher er die Person Diokletians in seinem Werke einführt, nennt Lactantius zwar nur diesen, in Wirklichkeit meint er aber die gesamte Regierungspolitik aller vier Herrscherkollegen. Die Formulierung inDe mort. pers. 7, 1 steht unter dem Motto einer generellen Verdammung, da am Anfang der grundsätzliche Vorwurf eines Handelns gegen Gott, natürlich den christlichen, erhoben wird:Diocletianus, qui scelerum inventor et malorum machinator fuit, cum disperderet omnia, ne a deo quidem manus potuit abstinere (“Diokletian, groß in Erfindung von Verbrechen und im Anstiften von Unheil, konnte bei dem allgemeinen Verderben, das er verbreitete, auch von Gott die Hand nicht zurückhalten”). Daß der Autor hier eine Inkonsequenz begeht, weil Diokletian als Anhänger des traditionellen Staatskultes sein Handeln selbstverständlich nicht an den Maßstäben der christlichen Lehre ausrichtete, gehört ebenfalls zu seiner einseitigen Sehweise. Zur militärischen Seite vgl. kurz Kuhoff,Diokletian 411 f.Google Scholar
  10. 10.
    In der Forschungsgeschichte zum Höchstpreisedikt läßt sich gut verfolgen, wie die abwertende Meinung des Lactantius auf die Einschätzung der modernen Forscher einwirkte und wie diese Interpretation nur langsam durch eine fundierte Sichtweise abgelöst wurde, die sich auf andere Quellen, besonders ägyptische Papyri, beruft. Deutschsprachige Darstellungen zur diokletianisch-tetrarchischen Epoche aus jüngerer Zeit reichen zur Verdeutlichung aus, doch fehlen auch Kontroversen nicht. Demandt,Spätantike 56 f., formuliert eine zurückhaltende Beurteilung der lactantischen Angaben. Karl Christ,Geschichte der römischen Kaiserzeit von Augustus bis zu Konstantin, München31995, 719–722, hier 722, stellt allzu bündig fest, daß das Edikt “in Wirklichkeit … schon bald gescheitert” sei. Pedro Barceló, “Diocletian”, in: Manfred Clauss (Hrsg.),Die römischen Kaiser, München22001, 258–272, hier 266, schließt sich stark an die Einschätzung Demandts an, die einen Mittelweg zwischen völliger Verdammung und ausschließlicher Erfolgsgläubigkeit zu beschreiten sucht. Heinz Bellen,Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2:Die Kaiserzeit von Augustus bis Diocletian, Darmstadt 1998, 254 f., bezeichnet die Einschätzung des Lactantius als “böswillige Kritik” und stellt die faktische Wirksamkeit der im Edikt festgelegten Vorschriften heraus. Den Erlaß und seine Einzelheiten bewertet Kuhoff,Diokletian 543–564, als durchdachten Versuch, eine flexibel angelegte Steuerung der Gesamtwirtschaft zu vollziehen.Google Scholar
  11. 11.
    Den Text enthältCIL III, 824, I 1–4=Hugo Blümner,Der Maximaltarif des Diocletian, Berlin 1893, 6=ILS 642. Dazu kommen die späteren Ausgaben von Siegfried Lauffer,Diokletian's Preisedikt, Texte und Kommentare 5, Berlin 1971, 90 f., und Marta Giacchero,Edictum Diocletiani et Collegarum de pretiis rerum venalium, in integrum fere restitutum e Latinis Graecisque fragmentis, 2 Bde., Genua 1974, 134. Die letzte zusammenfassende Behandlung des Ediktes bietet Kuhoff,Diokletian 543–564; zur Einschätzung des Proömiums siehe dort 226–228. Die folgende deugsche Übersetzung ist die von Horst Callies in:Rom von der klassischen Republik bis zum Beginn der Völkerwanderung, Studienbuch Geschichte. Darstellung und Quellen, Heft 2, Stuttgart 1981, 185.Google Scholar
  12. 12.
    Unter den Herausgebern des Ediktes erkennt Lauffer,Preisedikt 3, lapidar einen “Hinweis auf die glückliche, aber schwer errungene Wiederherstellung des Friedens und der Sicherheit des Reiches”, Ausnehmend positiv urteilten Giovanni Costa, “Diocletianus”, in:Dizionario epigrafico di antichità romane Bd. II/3, 1912, 1793–1908, hier 1819 f., der den Perser-Sieg als Abschluß der Kriegszeiten auffaßt und danach nur noch unbedeutende Gefechte erkennt, wie auch Harold Mattingly, “The Imperial Recovery”, in:Cambridge Ancient History 12, Cambridge 1939, NDr. 1981, 297–351, hier 337, der sich zu einem hohen Lob der militärischen Erfolge aufschwingt, indem er von einer vollkommenen Verwirklichung der außenpolitischen Zielsetzungen Diokletians spricht. Demgegenüber vertritt William Seston,Dioclétien et la tétrarchie I:Tuerres et réformes 284–300 Paris 1946, 10 und 135, eine distanziertere Auffassung, weil er den errungenen Frieden als zwar langdauernd aber instabil versteht. Einen Mittelweg vertritt Enßlin,Diocletianus 2447 f., der den defensiven Charakter der diokletianischen Außenpolitik betont und dem Kaiser die persönliche Einschätzung einräumt, trotz aller Erfolge habe die “Sieges- und Friedenszuversicht” ständig bewahrt werden müssen. Jerzy Kolendo, “Une inscription inconnue de Sexaginta Prista et la fortification du Bas-Danube sous la tétrarchie”,Eirene 5 1966, 139–154, hier 153 f., unterstreicht die wörtlichen Übereinstimmungen zwischen einigen Festungsbauinschriften von der unteren Donau und dem Proömium des Ediktes und hebt besonderstranquillitas undquies hervor. Adelina Arnaldi, “La successione dei cognomina devictarum gentium e le loro iterazioni nella titolatura dei primi tetrarchi”,Rendiconti dell'Istituto Lombardo 106, 1972, 28–50, hier 50, beurteilt die Friedenssituation ab 297 und die Bedeutungslosigkeit der späteren militärischen Aktionen wie Costa. Timothy D. Barnes, “Imperial Campaigns, A.D. 285–311”,Phoenix 30, 1976, 174–193, hier 188, kontrastiert die Friedensbehauptung des Proömiums mit den Feldzügen des Galerius nach 301, enthält sich aber einer negativen Einstufung. Demandt,Spätantike 51, formuliert kurz und bündig: “Um die Jahrhundertwende war der Frieden allenthalben hergestellt”. Christ,Kaiserzeit 711 f. und 719, folgt Enßlin in seiner Ansicht, die Feldzüge zur Stabilisierung der Grenzen seien ausschließlich defensiv gewesen, verkneift sich jedoch nicht die Aussage, es handele sich um eine “weitausholende, umständliche und schwülstigepraefatio”. Ingemar König,Der römische Staat, Teil II:Die Kaiserzeit Stuttgart 1997, 209, nimmt das Jahr 298 als entscheidend dafür an, daß “das Reich militärisch nach außen wie nach innen stabilisiert” war. Barceló, “Diocletian” 264 f., geht davon aus, Diokletian habe “um die Jahrhundertwende seine wichtigsten außenpolitischen Ziele erreicht”, und hebt Ruhe und Sicherheit an den Grenzen als grundlegend für die Stabilität des Staates hervor. Bellen,Kaiserzeit 262, gegründet mit den “erfolgreich geführten Kriege(n)” die dem Reich errungene Friedensruhe. Frank Kolb,Herrscherideologie in der Spätantike, Studienbücher Geschichte und Kultur der Alten Welt, Berlin 2001, 54–58, geht nur marginal auf die Selbstäußerungen der Kaiser ein und wertet allein die Aussagen der Panegyriker aus.Google Scholar
  13. 13.
    Nicht argumentativ verwandt werden darf bei der Erörterung der tetrarchischen Erfolge vor dem Ende des Jahres 301, dem Zeitpunkt der Publikation des Höchstpreisediktes, die von der modernen Zeitrechnung abhängige Jahrhundertwende: Barceló, “Diocletian” 264, unterläuft insofern eine mißverständliche Formulierung—dennoch deckt sich seine gesamte Bewertung im wesentlichen mit der hier dargelegten Einschätzung, die bei Kuhoff,Diokletian 226–228, ebenfalls zum Ausdruck gebracht wird.Google Scholar
  14. 14.
    Aur. Vict.,Caes. 39, 45 (Fortsetzung des Zitats in Anm. 4):ac mirum in modum novis adhuc cultisque pulchre moenibus Romana culmina et ceterae urbes ornatae, maxime Carthago, Mediolanum, Nicomedia (“und auf bewundernswerte Weise wurden mit ganz und gar neuen und schön verzierten Mauern die römischen Hügel sowie weitere Städte geschmückt, vor allem Karthago, Mailand und Nikomedien”). Lactant.,De mort. pers. 7, 8–10, faßt mit ätzender Ironie die Bautätigkeit mit den einschlägigen Gebäudetypen zusammen und spricht das daraus resultierende Bedürfnis nach Baumaterial und Handwerkern an, übergeht aber die logische Folge, daß im modernen Sinne Bautätigkeit auch Arbeitsplätze schafft. Darüberhinaus ist es als selbstverständlich anzusehen, daß auch Paläste für Diokletian und seine Familie errichtet wurden, besonders in Sirmium und Nicomedia. Der Kommentar von Moreau,Lactance 245 f., ist zu kurz und entspricht überdies nicht mehr dem heutigen Kenntnisstand; siehe jetzt zusammenfassend Kuhoff,Diokletian 716–783, zu den Residenzbauten aller Tetrarchen.Google Scholar
  15. 15.
    Darstellungen unterschiedlichen Umfangs zum Baukomplex von Aspalathos/Spalato verfaßten Frane, Bulić-Ljubo Karaman,Kaiser Diokletians Palast in Split, Zagreb 1929; Jerko und Tomislav Marasović,Der Palast des Diokletian, Wien/München 1969; A. J. Brothers, “Diocletian's Palace at Split”,Greece and Rome 19, 1972, 175–186; Jerko und Tomislav Marasović-Sheila McNally-John Wilkes,Diocletian's Palace. Report on Joint Excavations in Southeast Quarter, Part One, Split 1972; Sheila McNally-Jerko und Tomislav Marasović,Diocletian's Palace. Report on Joint Excavations in Southeast Quarter, Part Two, Split 1976; S. McNally, “Der Diokletianspalast in Split”,Antike Welt 10.2, 1979, 35–46; Rudolf Fellmann, “Der Diokletianspalast von Split im Rahmen der spätrömischen Militärarchitektur”,Antike Welt 10.2, 1979, 47–55; John Wilkes,Diocletian's Palace, Split: Residence of a Retired Roman Emperor, Sheffield 1986; Kuhoff,Diokletian 744–760; Ders., “Zwei Altersresidenzen römischer Kaiser: Aspalathos und Romuliana”, in: Pedro Barceló—Veit Rosenberger (Hrsgg.),Humanitas—Beiträge zur antiken Kulturgeschichte. Festschrift für Gunther Gottlieb zum 65. Geburtstag, München 2001, 149–189, hier 150–164.Google Scholar
  16. 16.
    Anstelle der zahlreichen Literatur zu den genannten Bauwerken sei nur ein zusammenfassender Beitrag aus jüngster Zeit genannt: Noël Duval, “Les résidences impériales: leur rapport avec les problèmes de légitimité, les partages de l'empire et la chronologie des combinaisons dynastiques”, in: François Paschoud—Joachim Szidat (Hrsgg.),Usurpationen in der Spätantike. Akten des Kolloquiums “Staatsstreich und Staatlichkeit”, 6–10. März 1996, Solothurn/Bern, Historia Einzelschriften 111, Stuttgart 1997, 127–153 (hier werden freilich längst nicht alle Residenzen und residenzähnlichen Monumentalanlagen diskutiert).Google Scholar
  17. 17.
    Für eine tetrarchische Anlage plädierten Gino V. Gentili,La villa imperiale di Piazza Armerina, Rom7 1971; Heinz Kähler,Die Villa des Maxentius bei Piazza Armerina, Berlin 1973. Dagegen weisen die neueren Forschungen auf die Zugehörigkeit zu einem nichtkaiserlichen Besitzer hin: Andrea Carandini—Andreina Ricci—Mariette De Vos,Filosofiana, la villa di Piazza Armerina. Immagine di un aristocratico romano al tempo di Costantino, Palermo 1982; Salvatore Settis, “Neue Forschungen und Untersuchungen zur villa von Piazza Armerina”, in: Dieter Papenfuß—Volker-Michael Strocka (Hrsgg.),Palast und Hütte. Beiträge zum Bauen und Wohnen im Altertum von Archäologen, Vor- und Frühgeschichtlern (Tagungsbeiträge eines Symposiums der Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn-Bad Godesberg, veranstaltet vom 25–30. November 1979 in Berlin), Mainz 1982, 515–534; Giacomo Manganaro, “Die Villa von Piazza Armerina, Residenz des kaiserlichen Prokurators, und ein mit ihr verbundenes Emporium von Henna”, ebd. 493–513; R.J.A. Wilson,Piazza Armerina, London u.a. 1983; Giovanni Rizza (Hrsg.),La villa romana del Casale di Piazza Armerina. Atti della IV riunione scientifica della Scuola di Perfezionamento in Archeologia Classica dell'Università di Catania (Piazza Armerina, 28 settembre —1 ottobre 1983), Catania 1988.Google Scholar
  18. 18.
    Die Limesbauten in Africa und Vorderasien wurden zum Teil in frühen Forschungswerken mithilfe der Luftbildarchäologie publiziert: René Mouterde, “La Strata Diocletiana et ses bornes milliaires”,Mélanges de l'Université Saint-Joseph (Beyrouth) 15, 1930/1931, 219–233 und 339 f.; Antoine Poidebard,La trace de Rome dans le désert de Syrie. Le limes de Trajan à la conquête arabe. Recherches aériennes (1925–1932), Paris 1934; Julien Guey, “Note sur le limes romain de Numidie et le Sahara au IVe siècle”,Mélanges de l'École française de Rome. Section Antiquité 56, 1939, 178–248; R. Mouterde—A. Poidebard,Le limes de Chalcis, organisation de la steppe en Haute Syrie romaine, 2 Bde., Bibliothèque archéologique et historique 38, Paris 1945; Louis Leschi, “Nouveaux milliaires du «Limes» d'Afrique”,Bulletin archéologique du Comité des Travaux historiques 1946–1949, 397–407, NDr. in: Ders.,Études d'épigraphie, d'archéologie et d'histoire africaines, Paris 1957, 58–64; Mordechai Gichon,The Limes in the Negev from its Foundation to Diocletian Times, Diss. Jerusalem 1968; Glen W. Bowersock, “Limes Arabicus”,Harvard Studies in Classical Philology 80, 1976, 219–229; René Rebuffat, “Une zone militaire et sa vie économique: le limes de Tripolitaine”, in:Armées et fiscalité dans le monde antique, Paris 1977, 395–419; David F. Graf, “The Saracens and the Defense of the Arabian Frontier”,Bulletin of the American Schools of Oriental Research 229, 1978, 1–26; S. Thomas Parker,The Historical Development of the Limes Arabicus, Diss. University of California—Los Angeles 1979; Ders., “Research on the Central Limes Arabicus, 1980–1982”, in:Studien zu den Militärgrenzen Roms III,13. Internationaler Limeskongreß, Aalen 1983. Vorträge, Stuttgart 1986, 641–648; Ders.,Romans and Saracens: A History of the Arabian Frontier from Diocletian to Justinian, Winona Lake 1986; David L. Kennedy,Archaeological Explorations on the Roman Frontier in North-East Jordan: the Roman and Byzantine Military Installations and Road Network on the Ground and from the Air, Oxford 1982; Pierre Salama, “L'apport des inscriptions routières à l'histoire politique de l'Afrique Romaine”, in:L'Africa romana. Atti del III convegno di studio Sassari, 13–15 dicembre 1985, Sassari 1986, 219–231; Michael P. Speidel, “The Roman Road to Dumata (Jawf in Saudi Arabia) and the Frontier Strategy of praetensione colligare”,Historia 36, 1987, 213–221; Benjamin Isaac, “An Open Frontier”, in: P. Brun—S. Van der Leeuw—Colin R. Whittaker (Hrsgg.),Frontièrs d'Empire. Nature et signification des frontières romaines, Nemours 1993, 105–114, NDr. in: Ders.,The Near East under Roman Rule, Mnemosyne Supplementum 177, Leiden/New York/Köln 1998, 403–425; Constantin Zuckerman, “Aur. Valerianus (293/305) et Fl. Severinus (333), commandants en Arabie, et la forteresse d'Azraq”,Antiquité Tardive 2, 1994, 83–88; D. L. Kennedy—Adel Gader Al-Husan, “New Milestones from Northern Jordan: 1992–1995”,Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 113, 1996, 257–262.Google Scholar
  19. 19.
    Auf diese drei Bauwerke gehen Untersuchungen eines Autors ein: Hans-Peter Laubscher,Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki, Archäologische Forschungen 1, Berlin 1975; Ders., Hans-Peter Laubscher, “Arcus Novus und Arcus Claudii, zwei Triumphbögen an der Via Lata in Rom”,Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Philosophisch-Historische Klasse 1976, 67–108; Ders. Hans-Peter Laubscher, “Ein tetrarchisches Siegesdenkmal in Iznik (Nikaia)”,Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts 108, 1993, 375–396. Zum Monument in Nikaia siehe auch Kurt Bittel, “Das Alamannia-Relief in Nicaea (Bithynia)”, in:Festschrift für Peter Goessler, Tübingen 1954, 11–22; Ders., “Das Alamannia-Relief in Nicaea”,Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts. Abt. Istanbul 39, 1989, 85–89; Sencer Sahin, “ALAMA[?]NIA, nicht ‘ALAMANNIA’. Zum epigraphischen Verständnis eines stets mißverstandenen historischen Reliefblocks von Iznik (Nikaia)”Epigraphica Anatolica 23, 1994, 125–136.Google Scholar
  20. 20.
    Niels Hannestad,Roman Art and Imperial Policy Aarhus 1986, behandelt neben den übrigen archäologischen Bereichen auch die meisten Aspekte der Bautätigkeit, doch nur in knapper Form. Eine umfassende Erörterung dieses Themas für die Tetrarchie steht daher noch aus.Google Scholar
  21. 21.
    Lact.,De mort. pers. 8, 1:Nec enim possent in amicitiam tam fidelem cohaerere, nisi esset in utroque mens una, eadem cogitatio, par voluntas, aequa sententia (“Sie hätten sonst nicht in so treuer Freundschaft zusammenhalten können, wenn nicht das gleiche Sinnen und Denken, das nämliche Wollen und Streben sie verbunden hätte”). Zur Interpretation der herrscherlichenconcordia vgl. jetzt Kuhoff,Diokletian 40–55.Google Scholar
  22. 22.
    Die Textstelle des Lactantius istDe mort. pers. 9, 11. Der Artikel über Diokletian findet sich in:Suidae Lexicon, hrsg. von Ada Adler, Leipzig 1931, NDr. 1967, Bd. 2, s. v. D 1156\(\Delta \iota o\kappa \lambda \eta \tau \iota \alpha \nu {\text{\'o }}\varsigma \).Google Scholar
  23. 23.
    Von den genannten Heiligen kann Sebastianus als Prototyp des christlichen Offiziers in Kaisernähe verstanden werden: Wolfgang Kuhoff,Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Bd. 10, Herzberg 1996, 1117–1121. Zur angesprochenen stadtrömischen Kirche siehe zuletzt Hugo Brandenburg,Die Kirche S. Stefano Rotondo in Rom, Hans-Lietzmann-Vorlesungen 2, Berlin/New York 1998.Google Scholar
  24. 24.
    Das Werk von Purcell, mit dem vollen TitelThe Prophetess or The History of Dioclesian, das im Jahre 1690 uraufgeführt worden war, wurde in jüngster Zeit einmal auf CD vorgelegt, allerdings nur als Suite: Deutsche Harmonia Mundi 05472772952. Freiburger Barockorchester, Gottfried von der Goltz, 1994. Den historischen Roman verfaßte Ivan Ivanji,Dioklecijan, Belgrad 1973; die drei Jahre später veröffentlichte deutsche Übersetzung von Edith Netzband erschien, wen wundert es, im damaligen Ostberlin. Das zuletzt genannte Versepos ist Adrian Higham,Diocletian: the Tale of a Singular Man, Chichester 1995. Vgl. auch Kuhoff,Diokletian 935–937.Google Scholar
  25. 25.
    Jacob Burckhardt,Die Zeit Constantins des Großen, nach der 2. Auflage von 1880 hrsg. von Karl Christ, München 1982, 50. Vgl. zu diesem Werk K. Christ,Von Gibbon zu Rostovtzeff. Leben und Werk führender Althistoriker der Neuzeit, Darmstadt 1972, 125–130.Google Scholar
  26. 26.
    Die Zitate finden sich in Theodor Mommsen,Römische Kaisergeschichte. Nach den Vorlesungs-Mitschriften von Sebastian und Paul Hensel 1882/86, hrsg. von Barbara und Alexander Demandt, München 1992, 424 (MH II, 363), 429 (MH III, 1) und 460 (MH III, 46: das zweite Zitat). Von den Einzeluntersuchungen zur tetrarchischen Epoche nenne ich folgende: “Das Edict Diocletians de pretiis rerum venalium vom Jahre 301” (1851), NDr. in: Theodor Mommsen,Gesammelte Schriften Bd. 2, Berlin 1905 (NDr. Zürich/Hildesheim 1994), 292–311; “Über die Zeitfolge der Verordnungen Diocletians und seiner Mitregenten” (1860), Ebd. 195–291; “Verzeichniss der römischen Provinzen aufgesetzt um 297” (1862),Gesammelte Schriften Bd. 5, Berlin 1908 (NDr. Zürich/Hildesheim 1994), 561–588; “Die funfzehn Münzstätten der funfzehn diocletianischen Diözesen”,Zeitschrift für Numismatik und Geldgeschichte 15, 1887, 239–250; “Die diocletianische Reichspräfektur” (1901),Gesammelte Schriften Bd. 6, Berlin 1910 (NDr. Zürich/Hildesheim 1994), 284–299.Google Scholar
  27. 27.
    Mommsen,Kaisergeschichte 473 f. (MH III, 67 f.). Die Diktion verrät allerdings den Nachschreiber der Vorlesung und nicht deren Autor, was vor allem die kurzen Sätze andeuten—ein Vergleich mit den Aussagen im Aufsatz von Mommsen, “Das römische Militärwesen seit Diocletian” (1889),Gesammelte Schriften Bd. 6, 206–283, läßt den Unterschied zweifelsfrei erkennen: Hier lange Sätze mit geschliffenen Formulierungen und durchdachter Wortwahl, dort neben der Kürze der Sätze auch die Verwendung deutlich plakativerer Charakterisierungen.Google Scholar
  28. 28.
    Das Zitat findet sich Ebd.Gesammelte Schriften Bd. 6, 475 (MH III, 70).Google Scholar
  29. 29.
    Die beiden zuletzt genannten Zitate Mommsens sind Ebd.Gesammelte Schriften Bd. 6, 493 (MH III, 100) und 494 (MH III, 101) nachzulesen.Google Scholar
  30. 30.
    Das Preisedikt ist Ebd.Gesammelte Schriften Bd. 6, 494–496 behandelt (MH III, 102 f.). Die Bewertung lautet: “Groß dagegen ist die politische Bedeutung dieses Gesetzes: Es beweist uns, welch unrichtige Vorstellungen von der Macht des Staates und des Kaisers als eines Gottes auf Erden selbst ein so kluger Kopf wie Diocletian mit sonst so nüchternem Urteil hegen konnte. Diese Sucht, zu bestimmen, was nicht zu bestimmen ist—den Preis der Dinge—, zeigt, daß Diocletian vom Souveränitätsschwindel nicht frei war”. Eine solche, auf Lactantius fußende Äußerung wirkte bis in jüngste Zeit nach, wie es die in Anm. 10 angesprochene Diskussion erweist. Eine abgewogene Meinungsäußerung stammt von Hartwin Brandt,Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Diokletian und Konstantin bis zum Ende der konstantinischen Dynastie (284–363), Studienbücher Geschichte und Kultur der Alten Welt, Berlin 1998, 22: Er spricht von einem “für die damalige Zeit bemerkenswerten Niveau wirtschaftspolitischer Überlegungen und Strategien”. Für Mommsens Sehweise kann am Ende noch die kurze Aussage zur Abdankung zitiert werden: “Merkwürdig und originell wie seine ganze Regierung war Diocletians Ausgang; wir haben kein anderes Beispiel ähnlicher Art in der ganzen römischen Kaisergeschichte” (Kaisergeschichte 501 [MH III, 111]).Google Scholar
  31. 31.
    Die noch nicht ausführlich an früherer stelle angeführten Untersuchungen sind folgende: Hermann Dessau, “Über Zeit und Persönlichkeit der Scriptores Historiae Augustae”,Hermes 24, 1889, 337–392; Kurt Stade,Der Politiker Diokletian und die letzte groβe Christenverfolgung, Diss. Frankfurt am Main 1926; Frank Kolb,Diocletian und die Erste Tetrarchie: Improvisation oder Experiment in der Organisation monarchischer Herrschaft?, Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte 27, Berlin/New York 1987; der letztgenannte autor legte jüngst eine ergänzende Darstellung zur Herrscherideologie im 4. Jahrhundert n. Chr. vor (ob. Anm. 12). Über Entstehung und politische Untermauerung des tetrarchischen Herrschaftssystems handelt auch Kuhoff,Diokletian 107–135.Google Scholar
  32. 32.
    Zur Periodenabgrenzung siehe Jochen Bleicken,Prinzipat und Dominat. Gedanken zur Periodisierung der römischen Kaiserzeit, Frankfurter historische Vorträge 6, Wiesbaden 1978. Die umfängliche Literatur zur diokletianischen Epoche weist die Bibliographie bei Kuhoff,Diokletian 940–995, nach: Sie umfaßt rund 2300 Beiträge, darunter 27 von Bruun und 36 von Chastagnol; von letzteren wurden etliche in drei Sammelbänden wiederabgedruckt: Ders.,L'Italie et l'Afrique au Bas-Empire. Scripta Varia, Travaux et recherches / Université de Lille III, Lille 1987;Aspects de l'Antiquité Tardive, Saggi di storia antica 6, Rom 1994;La Gaule romaine et le droit latin. Scripta Varia 3, Collection du Centre d'études romaines et galloromaines 14, Paris 1995. Viele Aufsätze Bruuns sind gesammelt in: Ders.,Studies in Constantinian Numismatics. Papers from 1954 to 1988, Acta Instituti Romani Finlandiae 12, Rom 1991.Google Scholar

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© Springer 2002

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Kuhoff
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für Alte GeschichteUniversität AugsburgAugsburgGermany

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