Ein Beitrag zum Problem der Zwangspsychopathie dargestellt an dem Fall eines anankastischen Psychopathen.
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References
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- 1.Friedmann, M.: Über die Natur der Zwangsvorstellungen und ihre Beziehungen zum Willensproblem. Wiesbaden, 1920, S. 76 u. 83.Google Scholar
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- 1.Von mir Schrägdruck.Google Scholar
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- 3.H. Schultz-Hencke weist neuerdings in seinem Werk „Schicksal und Neurose“ (1931, S. 34 f.) darauf hin, welche große Bedeutung die Zielvorstellung, das vernünftige Phantasieren, dasruhige Planen im normalen Seelenleben haben. Er glaubt, es liege „dies Phänomen gewöhnlich so außerhalb jeglichen psychologischen Interesses, daß hier wiederum damit gerechnet werden muß, ein Hinweis auf diese eminent wichtigen Phänomene werde vom Leser nur zögernd mit Anschauungsmaterial und Bekanntheitsgefühlen belegt“ werden. Ich möchte darauf hinweisen, daß sich die Pädagogik, insbesondere diepsychologische Pädagogik, seit Dezennien mit dieser Frage eingehend beschäftigt hat und daß man schon versuchte, die Art und Weise der Entwicklung positiver Willensziele gefühls- und willenspsychologisch exakt zu verfolgen. Ich verweise z. B. auf die „Hebel der sittlichen Entwicklung der Jugend“ vonG. Störring, 2. Aufl, 1919 oder auf „Intelligenz und Wille“ vonE. Meumann, 4. Aufl. 1925. - Es ist aber zweifellos zu begrüßen, daßSchultz-Hencke untersucht, welche Rolle das „Planen“, das Haben und die Entwicklung von Willenszielen bei dem sog. „Neurotiker“ spielt. Er findet, daß der „Neurotiker“ „im Tiefsten willen- und planlos lebt“ (a. a. O. S. 36).Google Scholar
Reference
- 1.Schneider, K.: Die psychopathischen Persönlichkeiten.Aschaffenburgs Handbuch der Psychiatrie 1923, spez. Teil 7. Abt. 1. Teil. Auf den Mangel an Selbstvertrauen bei anankastischen Psychopathen, vor allem, auf die großeUnsicherheit, die sich hieraus ergibt, hat insbesondereK. Schneider hingewiesen. Von diesem Autor werden die Anankasten unter der Gruppe der selbstunsicheren Psychopathen, deren Hauptkontingent sie darstellen, abgehandelt. In unserem Falle A. habe ich versucht, die verschiedenen zum großen Teil aus der Anlage entspringenden Faktoren aufzuweisen, die auf die Entstehung der Selbstunsicherheit hinwirken.Google Scholar
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- 3.Storch, A.: Von den Triebfedern des neurotischen Persönlichkeitstypus. Z. Neur.36 (1917). - Zur Psychologie und Pathologie des Selbstwerterlebens. Arch. f. Psychol.37 (1918).Google Scholar
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- 1.Kahn, E.: Die psychopathischen Persönlichkeiten.Bumkes Handbuch der Geisteskrankheiten, Bd. 5, Spez. Teil 1.Google Scholar
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- 1.Störring, G.: Psychologie, Leipzig 1923, S. 220 f.; s. hierzu auch meine Ausführungen in:G. E. Störring: „Über den ersten reinen Fall eines Menschen mit völligem, isoliertem Verlust der Merkfähigkeit”. Arch. f. Psychol.81, H. 3, 356 u. 363.Google Scholar
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- 1.Daß dieser Gedanke zu einemso abnorm starken Summationszentrum von Gefühlen werden konnte, hat -was unter keinen Umständen vernachlässigt werden darfseinewesentliche Ursache in der spezifischen, anlagemäßig bedingten Affektivität des A. Die vorwiegend in der Anlage des A. begründete Ängstlichkeit und Unsicherheit mußte unter den obengenannten Verhältnissen sich auch abnorm stark geltend machen. Hinzu kommt, daß infolge des verlängerten Nachklingens seiner (Angst-)Affekte diese Idee immer neue Nahrung erhält. - Einpsychoanalytisch orientierter Forscher würde wahrscheinlich, wie es auch in den Traumanalysen geschehen ist, für die Intensität dieses Summationszentrums die auch tatsächlich bei A. vorhandeneAngst vor Samenverlusten (bei Onanie und Pollutionen) eine ausschlaggebende Rolle spielen lassen. Ich selbst kann hierin nur ein verstärkendes Moment sehen (s. weiter unten S. 629 ff.).Google Scholar
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- 1.In dieser Definition schließe ich mich der vonK. Schneider an („Psychopathologie im Grundriß“. Handwörterbuch der psychischen Hygiene und der psychiatrischen Fürsorge, 1931).Google Scholar
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- 1.Störring, G.: Methoden der Psychologie des Gefühlslebens.Abderhaldens Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden, S. 1148.Google Scholar
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- 1.Störring, G.: Psychologie des menschlichen Gefühlslebens. 2. Aufl. 1922. Psychologie der Bekehrung. S. 271 f.Google Scholar
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- 1.Siehe hierüberStörring, G.: Psychologie,1923, S. 138.Google Scholar
- 2.Friedmann, M. (Über die Natur der Zwangsvorstellungen und ihre Beziehungen zum Willensproblem, S. 53 f., S. 74) neigt dazu, das „schwache Geltungsgefühl“ und Entgleiten des Geltungs- und Sicherheitsgefühls als primäreUrsache, für die Wiederholung der Zwangshandlungen (innerer und äußerer Art) anzusprechen. Ich selbst fasse es auf alsWirkung der starken Zwangsbefürchtungen, der dadurch erzeugten ängstlichenGesamtstimmung (verlängertes Nachklingen der Angst!) und als Wirkung der ängstlichen Unsicherheit, die A. seinen eigenen Handlungen (hier Zwangshandlungen) gegenüber hat.Google Scholar
Reference
- 1.So ist es meines Erachtens auch zu verstehen, daß manche ZwangskrankenHoffmanna (s.Hoffmann: „Psychopathologie und Klinik der Zwangsneurose“ v. Kongreßber. f. Psychotherapie1930) zu der Äußerung kommen, sie sähen in ihrem Zwang ihren eigentlich positiven Lebensinhalt. A. erlebt aber seinen Zwang als quälend und möchte davon geheilt werden.Google Scholar
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- 1.Freud, S.: Gesammelte Schriften, Bd. 8, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig, Wien, Zürich. „Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose“ S. 269–351.Google Scholar
- 2.Freud: a. a. O. Aus demFreudachan Fall gewinnt man ohne Zweifel den Eindruck, daß bestimmte Konflikte, die auch schon in frühester Kindheit aufgetreten sind, und in denen eine „vorzeitige sexuelle Aktivität“ eine Mitursache des Konfliktes darstellt, für das Auftreten und die weitere Gestaltung der dort beschriebenen Zwangserscheinungen aufzufassen sind. Man merkt aber auf Schritt und Tritt, daßFreud bei der Deutung dieses Falles die vorhandene (anlagemäßig bedingte) Emotionalität, die aus der Darstellung des Falles ziemlich gut zu erkennen ist, gänzlich vernachlässigt. Die Emotionalität desFreudschen Falles hat, wie mir eine eingehende Lektüre desselben ergab, in vieler Beziehung Ähnlichkeit mit der des A. und anderer in der Literatur beschriebener „zwangsneurotischer“ Charaktere. Allerdings scheint bei demFreudschen Falle die Ängstlichkeit, das Kleben an allen affektiven (besonders den ängstlichen) Erregungen und die Selbstunsicherheit bei weitem nicht so stark ausgeprägt zu sein wie in dem unsrigen.Freud selbst weist darauf hin; daß es sich nicht um einen ganz schweren Fall von Zwangsneurose handele. Er bekennt offen, daß es ihm „bisher noch nicht gelungen ist, das komplizierte Gefüge einesschweren Falles von Zwangsneurose restlos zu durchschauen“.Google Scholar
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- 1.Kahn, E.: Die psychopathischen Persönlichkeiten a. a. O. S. 414 f.Google Scholar
- 2.Kronfeld: Zitiert nachE. Kahn a. a. O. S. 415.Google Scholar
- 3.Kretschmer: Medizinische Psychologie. Dieser Autor weist nachdrücklich darauf hin, daß die „ethische Entwicklungstendenz des Gesamtcharakters“, die sich bei vielen Beziehungs- und Zwangsneurotikern findet, mit einer „Anomalie des Sexualtriebes qualitativer und quantitativer Art“ scharf kontrastiere (a. a. O. S. 201).Google Scholar
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- 1.In diesen Entwicklungen stütze ich mich auf die ethischen Schriften vonG. Störring, die man teilweise zitiert findet in:G. Störring: „Methoden der Psychologie des Gefühlslebens“ a. a. O. Dieser Autor zeigte zuerst, wie das höchste sittliche Wollen sich aus einfachem, sittlichem Wollen entwickelt und wie letzten Endes das einfache sittliche Wollen naturnotwendig aus letzten (außerethischen) Grundeigenschaften der menschlichen Psyche hervorgeht. Siehe auchG. Störring: Moralphilosophische Streitfragen, 1901.Google Scholar
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- 3.E. Störring hat mir in sein Manuskript über die Depersonalisation Einblick gewährt. In den folgenden Entwicklungen stütze ich mich hierauf.Google Scholar
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- 2.Kraepelin: Psychiatrie, 8. Aufl. 1915, S. 1823.Google Scholar
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- 3.s.Schultz, J. H.: Seelische Krankenbehandlung, 4. Aufl., 1930. Dort findet sich auch die wichtigste Literatur.Google Scholar
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