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Veränderungen der Nährelementkonzentrationen in den Nadeln mittelalter Kiefernbestände auf pleistozänen Sandstandorten Brandenburgs in den Jahren 1964 bis 1988

  • P. Hippeli
  • Christel Branse
Article

Zusammenfassende Wertung der Untersuchungsergebnisse

Bei der Wertung der vorliegenden Untersuchungsergebnisse ist davon auszugehen, daß die Versuchsflächen mit geringen bis mäßigen Fremdstoffeinträgen belastet sind.- Die 25 Jahre lang jährlich durchgeführten Bestimmungen der Makronährelemente in den letzrjährigen Nadeln von Kiefernbeständen auf sieben großflächig verbreiteten Sandstandorten Brandenburgs zeigen, daß auf den meisten Standorten eine Verbesserung der N-Ernährungsbedingungen eingetreten ist und dieser Prozeß andauert. Nur auf den zu Beginn der Untersuchungen bereits sehr gut mit Stickstoff versorgten Böden läßt sich eine deutliche Verbesserung der N-Ernährung der Kiefernbestände nicht nachweisen.- Steigende Niederschlagsmengen und höhere mittlere Temperaturen in der Vegetationszeit bzw. höhere Jahresmitteltemperaturen begünstigen die N-Versorgung der Kiefernbestände. Mit Ausnahme der besser mit Wasser versorgten Versuchsstandorte ist der Einfluß der Niederschlagsmenge größer als jener der Temperatur.- Insgesamt gesehen ist auf den verschiedenen Standorten ein K-Mangel bisher nicht entstanden, sondern auch nach 25 Jahren eine ausreichende bis gute K-Ernährung vorhanden. Wichtig ist, daß mit steigender N-Ernährung in der Regel auch eine Verbesserung der K-Ernährung verbunden ist. Dagegen sinken mit zunchmenden Niederschlagsmengen die K-Gehalte der Kiefernnadeln, wobei Verdünnungen oder Ionenantagonismen möglicherweise die Ursache sind.- Die P- und Ca-Ernährung hat sich in der 25jährigen Untersuchungszeit nur wenig verändert. Wesentlich ist, daß mit steigenden N-%-Gehalten auch die Ca-Spiegelwerte der letztjährigen Nadeln ansteigen. Höhere Niederschlagsmengen in der Vegetationszeit verbessern sowohl die P-Ernährung, besonders auf den trockeneren Standorten, als auch die Ca-Ernährung. Die Ca-Ernährung wird durch die N-Versorgung stärker verbessert als durch den Niederschlag.- Im Gegensatz zu den N-, P-, K- und Ca-Gehalten nehmen die Mg-Spiegelwerte im Laufe der 25 Untersuchungsjahre drastisch ab, und zwar auf allen Versuchsstandorten. Der Grenzbereich einer ausreichenden Mg-Versorgung ist auf den Sandböden der Trophiestufen Z und M erreicht, jedoch noch nicht auf dem K2-Standort. Auf den Z-und M-Standorten (und A-Standorten) Brandenburgs kann in den nächsten Jahren eine Mg-Düngung notwendig werden.

Changes of natrient-element concentrations in the needles of medium-aged pine stands, growing on Pleistocene sandy sites in Brandenburg, from 1964-1988

Summary

The assessment of the findings on hand should take into consideration that the experimental plots are exposed to atmospheric depositions ranging from low to moderate.- The determination over the past 25 years of macronutrients in last year's needles of pine stands growing on seven sandy sites distributed over a wide area in Brandenburg, show that on most of the sites an improvement of N-supply has occurred and that this process is going on. Only on the soils already well supplied with nitrogen at the beginning of the investigations, an obvious improvement of the nitrogen nutrition of the pine stands cannot be demonstrated.- Increasing rainfall and higher mean temperatures in the growing season or higher mean annual temperatures have a favourable influence on the N-supply of the pine stands. Except for the experimental plots which are better supplied with water, the influence of the amount of precipitation is higher than that of temperature.- On the whole, a K-deficiency did not occur up to now on the different sites, but sufficient up to good K-nutrition is observed still after 25 years. It is important to mention that an increasing N-supply is generally connected with an improvement of K-supply. On the opposite, the K-concentrations in pine needles usually decrease when the amounts of precipitation rise; dilution or ion antagonism are possibly the reason for this.- P- and Ca-nutrition changed only little over the 25 years of observation. It is worth mentioning that increasing N-contents correspond to growing Ca-levels in last year's pine needles. Higher amounts of precipitation during the growing season improve P-nutrition, especially on dry sites, as well as Ca-nutrition. The latter, however is much more improved by N-supply than by rainfall.- Unlike N-, P-, K-, and Ca-contents, Mg-levels over the 25 years of observation decreased drastically on all trial plots. The threshold level o a sufficient Mg supply is reached on the sandy sites of the trophic level Z and M, but not on the K2-sites. On the Z-, M- (and A-) sites of Brandenburg, Mg-fertilizer treatments could become necessary in the coming years.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1992

Authors and Affiliations

  • P. Hippeli
    • 1
  • Christel Branse
    • 1
  1. 1.Abt. BodenfruchtbarkeitForschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Eberswalde, Forschungsbereich ÖkologieEberswalde-FinowBundesrepublik Deutschland

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