Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 101, Issue 1, pp 99–111 | Cite as

Geldwertänderung als Problem der Waldbewertung

  • P. Bartelheimer
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Zusammenfassung

Waldbewertungen erfordern die monetäre Quantifizierung der leistungen und Kosten des langfristigen forstlichen Produktionsprozesses für einen bestimmten Bewertungszeitpunkt, Prognosen künftiger Reinerträge aus der Forstwirtschaft lassen sich weder durch betriebsstatistische Zeitreihen noch durch andere Vorhersagetechniken absichern. Subjektive Einschätzungen der Wirtschaftlichen Entwicklung sind zwar für individuelle Investitionsentscheidungen erforderlich, können aber nicht die Grundlage einer objektiven Waldbewertung bilden. In der Praxis der Waldbewertung ist es daher üblich, künftige Geschäftvorgänge mit Tageswerten anzusetzen. Bei der Berechnung durchschnittlicher derzeitiger Preise und Kosten wird, um aktuelle und kurzfristige Schwankungen auszugleichen, allgemein vom Ergebnis mehrerer Jahre ausgegangen. Dabei sollten Geldwertänderungen im Referenzzeitraum berücksichtigt werden.

Auch bei der Festlegung des Kalkulationszinses in der Waldbewertung spielen Geldwertänderungen eine Rolle. Kapitalzinsen lassen sich aufspalten in Anteile für Risiken und Kaufkraftverluste des Kapitals und den realen, reinen Zins. Soweit künftige Geldforderungen im Betrag fixiert sind, ist ein Zins angemessen, der einen Geldentwertungsanteil einschließt. Bei der Bewertung künftiger Erträge, die im Bewertungszeitpunkt in ihrer einschließt. Bei der Bewertung künftiger Erträge, die im Bewertungszeitpunkt in ihrer Höhe noch nicht festliegen, da sie sich erst bei Fälligkeit durch Umwandlung von Sachgütern in Geld ergeben, wie dies bei Waldbewertungen die Regel ist, ist beim Zins kein Anteil für Geldwertänderungen anzusetzen. Für Sachgüter kann ein den Kaufkraftverlust des Geldes kompensierender Preisanstieg unterstellt werden. Die ökonomischen Besonderheiten der forstlichen Produktion sind im einzelnen Bewertungsfall zu berücksichtigen, sie führen in der Regel bei Waldbewertungen zu einer Verminderung des Kalkulationszinses gegenüber dem marktüblichen Realzins von Geldinvestionen auf dem Kapitalmarkt.

Changes in value of currency as a problem in forest valuation

Summary

In forest valuation, costs and benefits of a long-range production process have to be calculated for a specific valuation date. Since no reliable techniques are available to forecast future prices und costs, forest valuation generally uses actual values from a period of several preceeding years. These calculations should be adjusted to changes in the value of currency, which occurred during that period of time.

Changes in the value of currency must also be considered when choosing the rate of interest. Capital interest can be split up, one fraction taking into account risks and inflation, and the other one showing the actual interest rate. If specific future monetary demands exists, an interest rate is justified that takes inflation into consideration. The interest rate should not be adjusted if future yields are not specified, because they will depend on the prospective sale of commodities. For commodities, a rise in prices to compensate for inflation can be applied. The economical peculiarities of forest production have to be considered in every individual case; as a rule, rates of return will be lower in forest valuations than with investments on the capital market.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1982

Authors and Affiliations

  • P. Bartelheimer
    • 1
  1. 1.Privatdozent am Lehrstuhl für Forstpolitik und forstliche BetriebswirtschaftslehreMünchen 40

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