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Literatur
- *).Ein Mann, der wegen Ectasie des Thränensacks mich früher öfter besucht, aber einen operativen Eingriff verschoben hatte, kam eines Tages wegen einer plötzlichen Ausdehnung des Sacks mit heftigen Schmerzen in meine Klinik. Die Haut über der Geschwulst war gespannt und etwas dunkel geröthet. Beim Andrücken des Fingers waren die Contenta weder nach unten, noch nach oben zu entleeren. Als aber eine Anel’sche Sonde durch das obere Thränenröhrchen eingeführt wurde, spritzte ein blutiger Strahl aus demselben heraus, und es entleerte sich durch Ausfluss von Blut der grösste Theil des Sackinhaltes spontan. Hier war demnach eine Blutung und Verlegung der inneren Apertur der Thränenröhrchen in den Thränensack durch ein Coagulum eingetreten.Google Scholar
- *).Ich gestehe offen, dass ich überhaupt bei Hämophthalmus auf die Anlegung eines Druckverbandes, so lange noch keine Entzündungssymptome vorhanden sind, viel mehr Werth lege, als auf die sogenannte prophylaktische Antiphlogose. Es verlaufen schwerere Verletzungen unter dem Volke zum Theil deshalb so günstig, weil sich die Leute sofort ein Tuch um das Auge binden und so, wenn auch in ungeschickter Weise, einen Druckverband herstellen. Es ist auch, abgesehen von der Vorbeugung entzündlicher Reaction, die Compression das einzige Mittel, welches die Aufsaugung von ergossenem Blute nachweisbar wesentlich beschleunigt.Google Scholar
- *).Die Entstehung des Hämophthalmus traumaticus bedarf überhaupt noch in Betreff der Quellen der Blutung einer genaueren Erörterung. Zuweilen entsteht, bei Contusionen, eine Blutung in die vordere Kammer allerdings aus den Gefässen der Iris ohne nachweisbare Gewebstrennungen, ebenso wie es bei Iritis oder Iridochorioditis stattfindet, doch ist dies an gesunden Augen sehr selten der Fall, wenigstens für umfangreiche Blutergüsse. Der intraoculare Druck setzt sich im Allgemeinen dem Zustandekommen von Blutergüssen entgegen und es bedarf, wie wir dies an Thieren nachweisen können, gröberer Gewebstrennungen, um den Ausfluss reichlicherer Blutmengen aus den eröffneten Gefässen hervorzurufen. Ich fand als häufigste Quellen der Blutung3 verschiedene Gewebstrennungen: einmal ganz kleine Dialysen, die sich zuweilen nur nachweisen lassen, wenn man bei schiefer Beleuchtung die Gegend der Irisinsertion genau betrachtet; sodann schmale Schlitze zwischen den Radialfasern, denen ähnlich, welche man bei Atrophie der Iris mit starker Anzerrung des Gewebes, besonderes bei leucoma adhärens gewahrt; endlich Quer-Rupturen des Sphincter, welche wie unvollkommene colobomatöse Verlängerungen der Pupille in Form kleiner Dreiecke erscheinen, die ihre Basis am Pupillarrande, ihre Spitze in der Continuität der Iris haben. Es bezieht sich dies natürlich nur auf Contusionen; bei eindringenden Instrumenten resp. fremden Körpern kommen alle möglichen Formen von Wunden und Durchlöcherungen der Iris vor. Schmale Schlitze zwischen den Radialfasern, durch Quetschung entstanden, pflegen sich wieder zu schliessen, Dialysen und Rupturen des Sphincter bleiben in der Regel offen.—Zuweilen kommen auch Blutungen in die vordere Kammer vor, welche ihren Quell nicht in der Irs haben. Jüngst erschien ein Mann in meiner Klinik mit einem, nach einer Quetschung entstandenen Hämophthalmus. Da die Aufsaugung des Blutes sehr langsam vor sich ging, und bereits einige entzündliche Subconjunctivalhyperämie und eine excessive Prallheit des Bulbus vorhanden war, welche in dem Gebrauch des Druckverbandes Vorsichten auferlegte, so beschloss ich die Paracentese der vorderen Kammer zu machen. Es strömte zunächst der blutige humor aqueus heraus, aber selbst nachdem die Iris bereits der Hornhaut ziemlich anlag, entleerte sich, so wie ein Anel’sches Stilet in die Wunde gebracht wurde, aufs Neue blutiges Fluidum, welches offenbar aus der hinteren Kammer hervortrat. Die gesammte Menge war ausserordentlich gross, der Bulbus nach der Entleerung, welche endlich vollendet war, sehr weich. Es wurde nun zuerst ein ziemlich kräftiger Druckverband angelegt, und dieser von Viertelstunde auf Viertelstunde etwas gelockert. Der weitere Verlauf war ein sehr günstiger, so dass Patient bereits nach 4 Tagen, frei von jedem Bluterguss, die Anstalt verliess. Aber noch jetzt, nach Ablauf von 4 Wochen, bietet das Auge ein eigenthümliches Ansehen: es ist beinahe gar keine vordere Kammer vorhanden, die Pupille mässig erweitert und vollkommen starr; die Iris ohne jede Spur von Verletzung, die Linse ungetrübt; im vorderen Glaskörperraume, besonders nach unten, eine leichte Opacität, die inneren Membranen gesund; Patient liest ziemlieh feine Druckschrift und hat ein unbeschränktes Gesichtsfeld, der Bulbus ist noch etwas weich. Wenn ich alle Umstände berücksichtige, so scheint es mir am wahrscheinlichsten, dass hier die Blutung von dem Ciliarkörper kam und, vielleicht mit Ablösung der Zonula, das Linsensystem rückwärts drängte, zugleich einen erheblichen Theil des Glaskörpers verdrängte.Google Scholar
- *).Die mikroskopische Untersuchung unterblieb leider, weil das Präparat durch ein Versehen des Wärters beschädigt worden war.Google Scholar
- *).Dass dies z. B. an Kaninchen häufig vorkommt, kann ich aus Experimenten über künstlich erregte Keratitis versichern.Google Scholar
- *).Es ist mir vollends nie klar gewesen, wie man aus dem Experimente auf eine directe motorische Betheiligung des Trigeminus beim sphincter pupillae schliessen kann. Stützt man sich einmal auf die gewöhnlichen Analogieen bei Bewegungsnerven, so könnte der Versuch am Kaninchen doch nur für eine Betheiligung des Trigeminus am dilatator pupillae argumentiren, und selbst an anderen Thieren tritt ja eine Erweiterung der Pupille nach Trigeminus-Durchschneidung nie ein (Schiff). Enthielte nun der Trigeminus motorische Fasern für den Dilatator, so hätten wir in einem und und demselben Nerven Empfindungsfasern, welche den Sphincter reflectorisch erregen und Bewegungsfasern für dessen Antagonisten—ein gewiss sehr wunderliches Verhältniss.Google Scholar
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