Reziproker Herzrhythmus beim Menschen

  • A. Samojloff
  • A. Tschernoff
Article

Zusammenfassung

Es wird auf Grund eines klinischen elektrokardiographisch untersuchten Falles gezeigt, daß tatsächlich im Herzen des Menschen ein reziproker Rhythmus sich entwickeln kann. Prädisponierende Momente für das Auftreten dieser Herzaktion sind: I. Nodalrhythmus mit retrograd angeregten Vorhofkontraktionen und Verlangsamung der Leitung resp. Zunahme der Distanz R-P. Wenn diese Distanz so groß wird, daß P etwa hinter T zu stehen kommt, dann ist eine effektive Umkehr des Impulses zurück vom Vorhof zum Ventrikel möglich.

Das elektrokardiographische Material des angeführten Falles beweist, daß der reziproke Rhythmus auf jeder Stufe seiner Entwicklung erlöschen kann; es werden gezeigt: 1. EKG, die bloß aus nodal entstandenen Ventrikelkomplexen ohne Übertritt auf den Vorhof bestehen; 2. EK G von nodalen Ventrikelkomplexen mit P-Zacke; 3. weitere Stufen, bei denen der Vorhof durch Umkehr des Impulses den Ventrikel erregt, wodurch die eigenartigen Bigemini entstehen und 4. schließlich wie solche Bigemini zu Reihen ausgesprochener reziprok aufgebauter Folge von Systolen zusammenfließen.

Es wird gezeigt, wie der reziproke Rhythmus durch Extrasystolen in seinem Aufbau alteriert wird und wie aus dem reziproken Rhythmus eine Tachykardie resultieren kann. Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, daß vielleicht manche Tachykardieformen in ursächlichem Zusammenhange mit dem reziproken Rhythmus stehen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1930

Authors and Affiliations

  • A. Samojloff
    • 1
  • A. Tschernoff
    • 1
  1. 1.Aus der elektrokardiographischen Abteilung des Obuchschen Institutes zur Erforschung der Berufskrankheiten in MoskauUSSR

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